Schleswig-Holstein-Magazin : Ein Stück Heimat wird 25 Jahre alt

Macher und Moderatoren: Fernsehchef Norbert Lorentzen, Landesfunkhausdirektor Friedrich-Wilhelm Kramer, Harriet Heise, Christian Schröder, Laura Lange und Christian Pipke (v. l.). Foto: NDR
Macher und Moderatoren: Fernsehchef Norbert Lorentzen, Landesfunkhausdirektor Friedrich-Wilhelm Kramer, Harriet Heise, Christian Schröder, Laura Lange und Christian Pipke (v. l.). Foto: NDR

Das "Schleswig-Holstein-Magazin" des NDR feiert Geburtstag. Am 1. Oktober 1985 um 19.20 Uhr ging das Regionalprogramm aus Kiel das erste Mal auf Sendung.

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01. Oktober 2010, 08:12 Uhr

Kiel | Am Anfang war die ARD. Zumindest für das "Schleswig-Holstein-Magazin" des Norddeutschen Rundfunks, das heute 25. Geburtstag feiert. Am 1. Oktober 1985 um 19.20 Uhr ging das Regionalprogramm aus Kiel das erste Mal auf Sendung, damals eben noch im Ersten. Seit 1993 wird das Magazin im NDR-Fernsehen ausgestrahlt, wo es auch heute Abend pünktlich um 19.30 Uhr beginnt.
Einer, der die Geschichte des "Schleswig-Holstein-Magazins" genau kennt, ist Norbert Lorentzen, seit drei Jahren Fernsehchef im Landesfunkhaus Schleswig-Holstein in Kiel. Einen Monat nachdem das Magazin Premiere gefeiert hatte, kam der heute 46-Jährige als Volontär zum NDR nach Kiel. "Damals wurde das ,Schleswig-Holstein-Magazin noch fünf Mal in der Woche gesendet", sagt Lorentzen. In den 25 Jahren ist das Magazin für viele Menschen zu einem Stück Heimat geworden. "Eine Zuschauerin aus Kiel hat uns gerade geschrieben", sagt Lorentzen. ",Das ,Schleswig-Holstein-Magazin ist wie ein lieber Freund, der was Neues zu erzählen hat, aber auch nicht zu lange bleibt. Das freut uns natürlich."
"Für uns sind damals wie heute drei Punkte wichtig"
Und dieser Freund sei im Laufe der Jahre immer moderner geworden, sagt Lorentzen. Die Studiodekoration wechselte, ebenso die Moderatoren. So war die heutige Tagesschausprecherin Susanne Holst von Juli 2000 bis April 2001 vor der Kamera zu sehen. Dazu haben heute prominente Autoren wie Wolf von Lojewski, Sabine Christiansen oder Gerhard Delling für Beiträge gesorgt.
"Für uns sind damals wie heute drei Punkte wichtig", sagt Lorentzen: "Wir brauchen gute Informationen, wir müssen Emotionen beim Zuschauer erzeugen, und wir müssen tief in der Region verwurzelt sein, um uns mit den Menschen auf Augenhöhe bewegen zu können." Nicht in allen Beiträgen sei das im gleichen Maße möglich - aber die Mischung sei entscheidend. Und die Gewichtung kann heute auch mal anders sein, als sie es noch vor 25 Jahren war. Heute werde aber eben wie am vergangenen Montag die Sendung auch mal mit einer emotionaleren Geschichte über eine kleinwüchsige Frau begonnen. Und erst an dritter Stelle komme dann der "harte", nachrichtliche Beitrag über Hartz IV.
Die Zielgruppe ist klar definiert: die Über-50-Jährigen
Rund 250 000 Menschen in Schleswig-Holstein sehen sich im Schnitt diesen Mix aus Unterhaltung und Information jeden Abend an. Das entspricht einem Marktanteil von 26,9 Prozent. "Nach dem ,Nordmagazin aus Mecklenburg-Vorpommern und der ,Abendschau aus Berlin liegen wir damit auf Platz drei unter den deutschen Regionalmagazinen", sagt Lorentzen. Unter den privaten Programmen sieht er keinen ernst zu nehmenden Konkurrenten. "Und wir sind mit dem ,Schleswig-Holstein-Magazin auch ein Aushängeschild für das Landesfunkhaus Schleswig-Holstein."
Die Zielgruppe ist klar definiert: die Über-50-Jährigen. "Allerdings wissen wir, dass sich die Zuschauer aller Altersklassen im Schnitt zehn Jahre jünger fühlen", sagt Lorentzen. Darauf werde im Programm Rücksicht genommen. "Die Zuschauer würden es genau merken, wenn wir ihnen für sie nicht relevante Beiträge zeigen würden", sagt Lorentzen. Der größte Feind des Fernsehjournalisten ist die Fernbedienung. "Wir müssen also immer gute Geschichten über die Menschen in Schleswig-Holstein mit relevanten Informationen verbinden. Bunte Bilder allein reichen nicht."
Was dürfen die Menschen künftig vom "Schleswig-Holstein-Magazin" erwarten? Lorentzen: "Die Zuschauer können sich darauf verlassen, bei uns alles Wissenswerte vom Tage zu erfahren." Was ist das heute Abend? Ein Bericht vom Rocker-Prozess aus Kiel - und eben nur ganz am Ende ein Rückblick auf 25 Jahre Geschichte des "Schleswig-Holstein-Magazins" mit vielen sehenswerten Ausschnitten aus den Sendungen. Lorentzen: "Die Aktualität ist uns wichtiger als die eigene Feier."

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