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Urlaub mit Vierbeinern : Ein Hotel ist auf den Hund gekommen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Viele Menschen wollen im Urlaub nicht auf ihre Haustiere verzichten. Im Pharisäerhof sind sowohl Zwei- als auch Vierbeiner willkommen.

Ferien ohne Hund? Jedes Jahr stehen Urlauber vor der Frage, welches Reiseziel auch für ihren Vierbeiner geeignet ist. Ferienhäuser gibt es zu Genüge – aber der Rundumservice in einem Hotel bleibt für Hundebesitzer eine Nische, die gefunden werden will. Und eine Nische, die sich die Betreiber des Pharisäerhofs auf Nordstrand (Kreis Nordfriesland) zum Kernkonzept gemacht haben.

Dort herrscht in diesen Tagen Vollauslastung. 54 Gäste und 35 Hunde zählt Betreiber Detlef Scheler. Dafür ist es erstaunlich ruhig auf der sonnigen Terrasse vor dem reetgedeckten Haupthaus. „Dass das so harmonisch funktioniert, hätte ich nicht gedacht“, sagt der 55-Jährige, der den Betrieb seit 2013 mit seiner Frau und seiner Tochter führt. Am Anfang habe zunächst nur das Bekenntnis gestanden, dass man prinzipiell Gäste mit Hund beherbergen möchte. Die Entwicklung zum spezialisierten Hunde-Hotel habe sich dann ergeben. Heute gibt es einen Spa-Bereich mit begehbarer Badewanne, Fußbodenheizung und Rotlicht-Strahlern – nur für Vierbeiner. „Der Hund hat Urlaub“, das sei das Motto der Familie. Und dafür will sich der ehemalige Binnenschiffer noch einiges einfallen lassen: „Vielleicht baue ich nächstes Jahr noch einen Swimmingpool für Hunde.“

Die beiden Urlauber Verena Liebetanz und Michael Stern sind hingegen mit dem Watt schon voll zufrieden. Liebevoll kraulen sie ihren Doggen-Mischling Tigger. „Er gehört zur Familie. Ohne Tigger verreisen wir nicht“, sagt Verena Liebetanz. Das scheint in Schleswig-Holstein gut zu funktionieren. Jedenfalls sind die beiden, Entschuldigung: drei Hessener schon das dritte Jahr in Folge in dem nordfriesischen Hotel zu Gast.

Als leidenschaftliche Mountainbiker war es nicht die See und der platte Norden, die das Paar hier her gelockt haben. „Hier passt das Gesamtkonzept“, sagt der selbstständige Schornsteinfeger Michael Stern. Viele Hotels würden die Vierbeiner nur eingeschränkt tolerieren. „Hier ist Tigger auch im Frühstücksraum gerne gesehen. Auch den Willkommens-Snack im Körbchen kennt er schon.“

Dass die Uhren in Nordfriesland in bestimmten Belangen langsamer drehen hat das Paar schon festgestellt. Einheimische hätten ihnen erzählt, Schleswig-Holstein sei immer zwei Jahre hinter dem Bundesgeschehen zurück. Doch was den Hund angeht, ist der echte Norden nicht nur touristisch Vorreiter. Erfreut haben die beiden Hessener die Entscheidung des Kieler Landtags verfolgt, die Rasseliste für gefährliche Hunde zu streichen. „Da seid ihr mal zwei Jahre schneller“, so Stern.

Der Name des Pharisäerhofes kommt nicht von ungefähr. Es war das Jahr 1872, als hier das berüchtigte Getränk erfunden wurde – der Pharisäer. Bauer Peter Georg Johannsen soll damals der Legende nach heißen, süßen Kaffee mit einer Portion Rum und einer Sahnehaube veredelt haben, um den örtlichen Pastor bei einer Taufe zu überlisten. Denn der hatte trotz der Feierlichkeit streng jeglichen Alkoholgenuss untersagt. Gäste des Hauses können den Pharisäer auch heute noch und ganz ohne Schuldgefühle genießen.

Für Hunde hingegen gibt es kein Extra-Menü auf der Speisekarte. „Da hat jeder Gast eigene Vorlieben für seine Hunde. Wir bieten aber an, mitgebrachtes Futter gekühlt zu lagern“, so Scheler. Im nächsten Jahr wollen die Hotelbetreiber allerdings das erste Mal Hunde-Eis anbieten. „Das haben wir schon erfolgreich getestet“, sagt er. Hergestellt wird es im hauseigenen Eislabor, denn die Familie betreibt auch eine Eisdiele in Büsum.

 

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erstellt am 26.Aug.2015 | 14:18 Uhr

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