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Kirchentag in Hamburg : Ein Helfer, der den Helfern hilft

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Ohne Helfer geht auf dem Hamburger Kirchentag nichts: Einer von ihnen ist Torge Ulke aus Kiel.

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2013 | 10:11 Uhr

Hamburg/Kiel | Ohne sie geht auf dem Hamburger Kirchentag nichts: Jugendliche in grünen Hemden sitzen an den Eingängen zu den Messehallen. Sie kontrollieren die Eintrittskarten, halten die Fotografen von zu großem Körperkontakt zu den Prominenten ab, verteilen Programmänderungen, weisen Besuchern den Weg. Die Jugendlichen sind Pfadfinder - sie stellen traditionell den Großteil der 5500 Helfer, die benötigt werden, um die von fast 120.000 Dauerteilnehmern besuchte Großveranstaltung am Leben zu halten.
Einer von ihnen ist Torge Ulke. Für den 25jährigen Musiker aus Kiel, der sich seit seiner Kindheit im Verband Christlicher Pfadfinder engagiert, ist es der dritte Kirchentag. "In München war ich in der Einsatzreserve dabei", erinnert er sich. "Da halfen wir dort aus, wo der Andrang gerade am Größten war." Und in Dresden, 2011, war Ulke an der Bühne am Rathausmarkt eingesetzt und hinderte die Teilnehmer des Kirchentags daran, in den Backstage-Bereich zu gelangen. Heute hat er einen neuen Job. Torge Ulke ist "Tutor" und "Motivator": In einem festgelegten Bezirk klappert er die Helfergruppen ab, und hört sich an, wie die Arbeit klappt, und welche Probleme die manchmal erst 16-Jährigen plagen: "Wenn man den ganzen Tag an einem Eingang herumsitzt, und aufpasst, dass da niemand reingeht, freut man sich schon, wenn da mal jemand kommt und einfach nur zuhört", sagt Ulke. Auch wenn es Probleme mit den Quartieren oder Hallenleitungen gibt, kümmert sich der Motivator: "Wer sich eine Woche auf dem Kirchentag engagiert, möchte nicht jeden Tag Ärger mit einer nicht funktionierenden Dusche haben."
Selbst schätzt der junge Kieler vor allem die Stimmung des Kirchentags. "Man geht durch die Stadt, und an der Straßenecke steht eine Singegruppe oder ein Posaunenchor", sagt Ulke. "Und die Menschen sind viel hilfsbereiter als sonst." Dass in der S-Bahn oder U-Bahn älteren Fahrgästen ein Platz angeboten wird, ist beim Kirchentag normal: Menschen grüßen freundlich, wildfremde Besucher kommen beim Mittagessen miteinander ins Gespräch. "Hamburg war nie eine unfreundliche Stadt", sagt Ulke. "Aber ich würde schon sagen, dass Hamburg in den letzten Tagen freundlicher geworden ist." Pfadfinder wie Torge Ulke haben daran durchaus ihren Anteil.

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