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Video : Ebola: So bereiten sich die Freiwilligen in SH vor

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Man fühlt sich wie im eigenen Saft gegart: Die ersten Ebola-Helfer von Bundeswehr und DRK proben für den Ernstfall. Zu Besuch im Trainingslager.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2014 | 17:56 Uhr

Appen/Hamburg | Angst nein, Ungewissheit ja - und jede Menge Respekt vor dem kommenden Ebola-Einsatz: Diese Einschätzung zieht sich durch die Antworten der Teilnehmer, die sich freiwillig bei der Bundeswehr zum ersten Ausbildungskurs für Liberia gemeldet haben. 33 Ärzte, Krankenpfleger, Logistiker und Mechaniker - zivile und militärische Kräfte - sind auf dem herbstlich-beschaulichen Gelände der Unteroffiziersschule der Luftwaffe im schleswig-holsteinischen Appen im Kreis Pinneberg zusammengekommen. Sie bereiten sich fünf Tage lang auf ihren Einsatz in Westafrika vor. Auf dem Lehrplan stehen unter anderem Landeskunde und Sicherheitstraining.

In einer nüchternen Halle üben die Freiwilligen - es sind überwiegend Männer - in Zweier-Teams das Ausziehen der Schutzanzüge. Während der Eine Anweisungen gibt, schält sich der Andere aus seiner hermetisch verschlossenen Kunststoff-Kleidung. Kopfhaube, Brille, Handschuhe - alles muss wieder runter. Ohne Hektik, Schritt für Schritt, dieser Ablauf muss im Ernstfall sitzen. Denn die Haut darf nicht mit dem Außenstoff in Berührung kommen. Er könnte mit Ebola-Viren besetzt sein.

 

„Das ist hier ein ganz hoher Standard“, sagt Mechaniker Rolf vom Bundeswehr-Standort Ulm. Seinen vollen Namen soll der 28-Jährige wie alle Freiwilligen nicht nennen - die Bundeswehr will ihre Mitarbeiter damit schützen. Rolf sagt, er habe sich freiwillig gemeldet, weil er helfen wolle. „Vor der Krankheit habe ich keine Angst. Wir haben hier alles über sie erfahren.“ Logistiker Steffen dagegen erzählt, ihn beschleiche ein Gefühl der Ungewissheit vor dem, was auf ihn zukomme. Erfahrene Ausbilder leiten die Teilnehmer an, zum Beispiel eine Oberstabsärztin und Tropenmedizinerin vom Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg. Die 36-jährige Claudia F. bringt Erfahrung aus der Behandlung des ersten Ebola-Patienten in der Hansestadt mit ein. Dieser konnte geheilt aus dem Uni-Klinikum entlassen werden.

Für die ersten deutschen Ebola-Helfer soll es schon Anfang November losgehen. Es ist eine Vorhut: Wenn das gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) errichtete Ebola-Behandlungszentrum in Monrovia mit 100 Betten in Betrieb geht, sollen die nächsten Freiwilligen folgen. Bis Ende November will die Bundeswehr vorerst vier Lehrgänge mit etwa 160 Teilnehmern absolviert haben, wie Ausbildungsleiter Michael Traut ankündigt. „Wir stimmen den Bedarf mit der Bundeswehr ab“, berichtet DRK-Vertreter Dirk Kamm. Anders als Rudolf Seiters, Präsident des DRK, der jüngst eine zu geringe Helferzahl beklagt hatte, zeigte sich Kamm zuversichtlich, genügend Personal für die ersten vier Monate des Klinikbetriebs vor Ort zu haben.

„Es wird ein rotierendes System“, erklärt er. Nach fünf Wochen Arbeit bei tropischen Temperaturen sollen die Helfer ausgetauscht werden. „Wir werden auch auf liberianisches Personal angewiesen sein.“ 300 Menschen seien zum Betrieb des Behandlungszentrums insgesamt erforderlich, zehn Prozent werden aus Deutschland sein. Ziel sei, Liberias Gesundheitssystem autarker, selbstständiger, zu machen, sagt Kamm. Dass Afrika aber beileibe kein Urlaubs-Abenteuer wird, verdeutlicht Ausbilder Michael P. Beim Aufbau eines Feldlazaretts bei heißen Temperaturen habe der 42-Jährige schon fünf bis sechs Liter am Tag getrunken. Und nach der Arbeit im Schutzanzug? „Sie sind erschöpft. Als wären sie im eigenen Saft gegart. Die Haut fühlt sich an, als hätten sie zwei Stunden in der Badewanne gelegen“, berichtet der Fachkrankenpfleger von einem dreistündigen Testtraining. Daher soll in Westafrika maximal eine Stunde in den Anzügen gearbeitet werden, damit keiner unkonzentriert ist und Fehler begeht, sagt P.: „Wer nichts mehr sieht, muss sofort raus aus dem Anzug.“

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