zur Navigation springen

Wattenmeer : Dutzende tote Seehunde gefunden

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Täglich finden Tierschützer tote Seehunde an den Küsten von Amrum, Sylt und Helgoland. Experten untersuchen derzeit, ob die Tiere an einer Seuche gestorben sind, die vor zwölf Jahren Zehntausende dahinraffte.

Husum | Tierschützer befürchten im Wattenmeer ein Massensterben von Seehunden. Seit vergangener Woche finden die Seehundjäger allein auf Sylt bis zu 16 verendete Tiere – „auf Helgoland und Amrum waren es täglich jeweils fünf bis zehn Tiere“, sagte Hendrik Brunckhorst vom Nationalparkamt in Husum. Woran die Tiere gestorben sind, ist noch unklar. Neben Lungenwürmern könnten auch Staupe- oder Influenzaviren für die Totfunde verantwortlich sein.

In Schweden wurden den Sommer über 300 tote Seehunde gefunden – bei einigen wurde ein Grippevirus nachgewiesen, sagt Tanja Rosenberger, Leiterin der Seehundstation Friedrichskoog. Auch in der dänischen Ostsee sind in diesem Herbst bereits an Grippeviren gestorbene Tiere gefunden worden.

Experten der Tierärztlichen Hochschule Hannover untersuchen in Büsum die Todesursache der Tiere.  „Wir haben Ende letzter Woche vier Seehunde zur Sektion geschickt“, so Seehundjäger Thomas Diedrichsen. Bei ihnen handelte es sich um ausgewachsene, gut genährte Tiere, die keinerlei Anzeichen einer Erkrankung aufwiesen. Die Ergebnisse werden im Laufe der Woche erwartet, sagt Hendrik Brunckhorst.

Menschen und Hunde sollten Abstand zu den toten Seehunden halten. Das dient dem Schutz des Seehundes aber auch der eigenen Gesundheit. Hunde sollten angeleint werden, wenn ein Seehund am Strand gesehen wird: Grundsätzlich könnten virale und bakterielle Infektionen auch auf den Menschen übertragbar sein, warnt die Leiterin der Seehundstation. „Es gilt, wie bei allen lebenden oder toten Wildtieren, Abstand halten und nicht anfassen.“

Von einem neuen Seehundsterben könne aber derzeit keine Rede sein, betont Tanja Rosenberger. „Bei einer Population von rund 12.000 Seehunden allein in Schleswig-Holstein, machen die aktuellen Totfunde nur einen verschwindend geringen Teil aus.“ Im gesamten Wattenmeer von den Niederlanden bis Dänemark leben mehr als 26.000 Seehunde. Das ist der höchste Bestand seit Beginn der Erfassungen 1975.

Die letzte Virenepidemie liegt zwölf Jahre zurück: 2002 starben  rund um die Nordsee  22.000 Robben an der Staupe. Überlebende Tiere bilden Antikörper und sind danach für eine Zeit immun gegen die Viren. Die Abwehrkräfte  der Tiere  lassen jedoch mit jedem Jahr nach

Melden können Spaziergänger die Tiere bei der Polizei unter Tel. 04651-70470. Das Polizeirevier Sylt informiert dann die Seehundjäger.

zur Startseite

von
erstellt am 14.Okt.2014 | 08:44 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen