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super-cent.de : Durchsuchungen wegen dubioser Abbuchungen

vom

Bucht die "Shape Outsourcing GmbH" unberechtigt Geld von Konten ab? 400 Anzeigen liegen gegen die Firma und ihren Dienst "super-cent.de" vor - 100 aus Schleswig-Holstein.

Itzehoe/Hannover | Ursula Gummelt aus Beidenfleth (Kreis Steinburg) ist ratlos. "Woher haben die meine Kontodaten?" Mehrere Male wurden von ihrem Girokonto 28,41 Euro abgebucht. Die Lastschriften waren gekennzeichnet mit dem Firmennamen "Shape" und dem Zusatz "super-cent".
Gummelt ist nicht die einzige Betroffene. Seit im März 2011 die erste Anzeige bei der Polizei Itzehoe einging, haben sich rund 100 mögliche Betrugsopfer an die Beamten der Steinburger Kreisstadt gewandt. Bei fast allen wurden 28,41 Euro abgebucht - in jüngeren Fällen sogar zehn Euro mehr, sagt Polizeisprecher Hermann Schwichtenberg.
Kein klares Impressum
Bei "super-cent" handelt es sich um ein Glücksspiel-Portal im Internet. Im Impressum werden die "Shape Os. GmbH" oder "Shape Outsourcing GmbH" mit Sitz in Hannover nicht als Betreiber genannt. Unklar bleibt dem Benutzer auch, welche Rechtsform "super-cent.de" hat und welche natürliche Person dahinter steht - Angaben, die laut Paragraph 5 des Telemediengesetzes zwingend genannt werden müssen. Anzeichen für bewusste Verschleierung?
"Das prüfen wir", sagt Oberstaatsanwalt Manfred Knothe von der Staatsanwaltschaft Hannover. Sie ermittelt gegen Daniel Bukowski, vertretungsberechtigter Geschäftsführer der "Shape Outsourcing GmbH". Der Vorwurf: gewerbsmäßiger Betrug in mehr als 400 Fällen. Geschädigte gibt es laut Staatsanwaltschaft in ganz Deutschland. Ende vergangener Woche wurden Privat- und Geschäftsräume durchsucht - die Ermittler stellten eine Fülle an Material sicher. "Das werten wir jetzt aus. Das wird aber einige Wochen dauern", kündigt Knothe an.
"Was hier passiert, könnte illegal sein"
Der Itzehoer Kriminalhauptkommissar Hanjo Hochleitner sagt: "Was hier passiert, könnte illegal sein. Die Betroffenen geben an, nie eine Abbuchungsgenehmigung erteilt zu haben." So wie Ursula Gummelt. "Ich kenne diese Glücksspiel-Seite nicht", sagt sie. Ihre Bank konnte drei von insgesamt neun Abbuchungen zurück holen. Als sie daraufhin einen Anfruf von "super-cent.de" erhielt, teilte man der 65-Jährigen mit, dass sie ja Spielunterlagen per Einschreiben erhalten habe. Gummelt bestreitet das: "Das wüsste ich, weil ich dafür hätte unterschreiben müssen." "Aus Kulanz" sei ihr dann eine weitere Rate zurück überwiesen worden. Seitdem sei Ruhe.
Die Ermittler in Hannover beschäftigen sich nun vor allem mit der Frage, wie die Betreiber von "super-cent.de" an die Kontakt- und Konto daten der Betroffenen kamen. Sie raten, alle Kontobewegungen kritisch zu beobachten. Abgebuchtes Geld kann nur innerhalb von sechs Wochen zurückgeholt werden.
Bei der "Shape Outsourcing GmbH" ist am Mittwoch für eine Stellungnahme niemand zu erreichen gewesen.

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erstellt am 30.Mär.2012 | 09:20 Uhr

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