Kammer besorgt : Droht Schleswig-Holstein der Apotheker-Mangel?

Die Zahl der Apotheker in Schleswig-Holstein wird zurückgehen, sagt die Kammer. Foto: dpa
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Die Zahl der Apotheker in Schleswig-Holstein wird zurückgehen, sagt die Kammer. Foto: dpa

Apotheken? Die gibt es doch an jeder Ecke - so die verbreitete Ansicht vieler Schleswig-Holsteiner. Doch die Zahlen sehen anders aus.

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31. März 2011, 08:57 Uhr

Kiel | Seit mehreren Jahren zeichnet sich ab, dass einigen Teilen des Landes die Apotheken ausgehen. Zwischen 20 und 25 Prozent der momentan 730 Apothekenleiter im Norden werden in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen, heißt es von der Apothekerkammer Schleswig-Holstein. Viele haben bereits jetzt Mühe, geeignete Nachfolger zu finden.
In Gebieten an der Westküste, in Ostholstein und auf Fehmarn gibt es bereits unbesetzte Apothekensitze. "In meinen Augen gibt es aktuell noch kein Versorgungsproblem", sagt der Geschäftsführer der Apothekerkammer Frank Jaschkowski. Es stimme allerdings nachdenklich, wenn es sogar in einem Ort wie Büsum, der als Kurort auch viele ältere Menschen anziehe, schon schwer falle, einen Nachfolger für die Apotheke zu finden. Als Gründe für diese Entwicklung nennt Jaschkowski zum einen Ertragseinbußen durch die Gesundheitsreformen, die das Apothekerdasein weniger attraktiv machen. Zum anderen gehen deutlich mehr Studienabsolventen in die Pharmaindustrie oder wandern in Länder wie die Schweiz aus, die ebenfalls Nachwuchs suchten. "Außerdem liegt der Frauenanteil unter den Pharmaziestudenten seit langem bei über 70 Prozent. Das führt dazu, dass viele Kolleginnen, wenn sie Familienphasen einlegen, dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen", erklärt Jaschkowski.
Zusätzlich mache den Apothekern der Landärzteschwund zu schaffen. "Zwischen den beiden Berufen besteht eine symbiotische Beziehung. Wo keine Ärzte sind, sind bald auch keine Apotheken mehr."

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