Handel mit Streckmitteln : Drogen - Razzia in Husumer Apotheke

Hat eine Husumer Apotheke pharmazeutische Mittel zum Strecken von Drogen geliefert? Die Staatsanwaltschaft ermittelt - und veranlasste eine Razzia.

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24. März 2013, 05:52 Uhr

Husum | Mehrere Fahnder waren am frühen Freitagmorgen in Husum zu Durchsuchungen ausgerückt. Die Aktion von Polizei und Staatsanwaltschaft stand offenbar im Zusammenhang mit dubiosen Drogen-Geschäften. Grund sei ein Ermittlungs verfahren, bestätigte der Flensburger Oberstaatsanwalt Otto Gosch auf Anfrage. "Es besteht Anfangsverdacht auf Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz, genauer gesagt: auf Handel mit Streckmitteln."

Wie Polizeisprecher Holger Diehr erläuterte, wurden im Auftrag der Staatsanwaltschaft Flensburg insgesamt vier Objekte untersucht - darunter auch eine Apotheke. Insgesamt hätten sich sich 60 Polizisten an dem Einsatz beteiligt. Die Beamten nahmen Rechner sowie zahlreiche andere Gegenstände zur weiteren Auswertung mit nach Flensburg. Wegen des Umfangs der Ermittlungen und der Vielzahl des beschlagnahmten Materials würden Ergebnisse allerdings frühestens Montag erwartet, so Diehr. Oberstaatsanwalt Gosch äußerte sich noch zurückhaltender: "Wir können überhaupt noch nicht sagen, wann es erste Ergebnisse gibt." Das hänge davon ab, ob die Beschuldigten kooperieren würden und wie aufwendig die Prüfung des beschlagnahmten Materials sei.

Aufmerksam geworden sei man durch ein laufendes Verfahren gegen einen Husumer Arzt, das aber nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Aktion stehe. "Es geht um bestimmte pharmazeutische Mittel, die zur Streckung von Drogen genutzt werden können und die nur über den Pharma-Handel zu beziehen sind", erläuterte Gosch. Wenn diese Mittel in Mengen über den Ladentisch gingen, die üblicherweise nicht verlangt werden, dränge sich ein entsprechender Verdacht auf. "Wobei wir noch nicht wissen, ob der berechtigt ist." Die Ermittlungen müssten erst den Beweis erbringen, dass das Mittel tatsächlich zur Drogen-Streckung verwendet wurde. "Dann können wir auch die Handelskette weiterverfolgen." Hier stehe man aber erst ganz am Anfang.

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