Badeunfälle in SH : Dramatische Suche im Selker Noor

Mit allen Mitteln: Den ganzen Tag über wurde gestern von der Badestelle am Selker Noor aus  nach der Vermissten gesucht.
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Mit allen Mitteln: Den ganzen Tag über wurde gestern von der Badestelle am Selker Noor aus nach der Vermissten gesucht.

Eine 47-jährige Frau ging am Samstag zum Baden und kehrte nicht nach Hause zurück. Die Suche der Polizei blieb bislang erfolglos. Auch in Lübeck wird eine Frau vermisst – sie hat drei Kinder bei sich.

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21. Juli 2014, 10:06 Uhr

Schleswig/Lübeck | Den ganzen Sonntag über suchten Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehren und Technischem Hilfswerk in und am Selker Noor nach einer 47-jährigen Frau. Am Abend wurde der Großeinsatz ergebnislos unterbrochen. Am Montagmorgen wurde die Suche erneut aufgenommen – 50 Einsatzkräfte von Polizei, der Freiwilligen Feuerwehr und den Johannitern sind vor Ort. Kräfte der Feuerwehr suchen den Ufersaum erneut wasserseitig mit einem Boot ab, mit Flächensuchhunden den Uferbereich an Land.

Nach Angaben von Zeugen hatte sich die blonde Frau noch am Samstag gegen 20.30 Uhr an der idyllischen Badestelle aufgehalten – das war auch der Zeitpunkt, zu dem sie zu Hause vermisst wurde. Nach Angaben der Polizei stammt sie aus der Region.

Am frühen Sonntagmorgen macht dann ein Spaziergänger am Ufer der Badestelle eine ungewöhnliche Entdeckung: Er fand Schlüssel, ein Portemonnaie und ein Handy – persönliche Gegenstände, die die Polizei schnell der Vermissten zuordnen konnte. Die Suche wurde zunächst breit angelegt. Als allerdings klar war, dass die Frau weder bei Freunden oder Bekannten noch in einem Krankenhaus zu finden war, konzentrierten sich die Aktionen der Retter auf das Selker Noor nebst Umfeld.

Die Badestelle wurde für die Öffentlichkeit gesperrt, Feuerwehren, das Technische Hilfswerk und Polizei suchten fieberhaft. Dabei wurden Boote und Taucher eingesetzt, ein Hubschrauber der Bundespolizei suchte aus der Luft das Wasser ab und am Ufer waren Polizisten mit Spürhunden im Einsatz. Bis zum Sonntagabend verliefen alle Bemühungen ergebnislos. Die Suche wurde gegen 20.30 nach mehr als zwölf Stunden vorübergehend eingestellt. Am Montagmorgen ging die Suche weiter.

Wie Polizei-Pressesprecher Matthias Glamann Sonntagabend mitteilte, hat sich nun auch die Kriminalpolizei in den Fall eingeschaltet. Zu Spekulationen wollte sich Glamann jedoch nicht äußern. Bei ihrer Suche nach der vermissten Frau setzen die Beamten nun jedoch auch auf die Unterstützung aus der Bevölkerung – vor allem auf Informationen von Badegästen, die sich am Samstag am Selker Noor aufgehalten haben. Was die Polizei weiß: Die Frau hat schulterlange blonde Haare und ist 1,70 Meter groß. Sie war mit einem Bikini bekleidet und benutzte ein pinkfarbenes Handtuch.

Am Samstag war die Badestelle nach Erkenntnissen der Polizei von diversen Klein- und Jugendgruppen bevölkert, die am Ufer feierten. Jede Beobachtung könnte von Bedeutung sein. Wer die Frau gesehen hat, wird dringend gebeten, sich über die 110 mit der Polizei in Verbindung zu setzen. Als besonders wichtigen Zeugen sieht die Polizei einen Mann mit einem „königsblauen“ T-Shirt an, der am Sonnabend zusammen mit der Vermissten an der Badestelle gesehen wurde. Die Polizei erhofft sich von ihm Hinweise auf den Verbleib der Frau.

Ebenfalls verschwunden blieb bislang eine 36-jährige Lübeckerin mit ihren drei Kindern im Alter von sechs und drei Jahren sowie elf Monaten. Weil laut Polizei eine Gefährdung aller nicht ausgeschlossen werden könne, bat die Behörde um Hinweise zum Aufenthalt der Familie.

Für zwei weitere Schwimmer in Schleswig-Holstein endete der Bade-Ausflug am Wochenende im Krankenhaus: Ein 62-Jähriger wurde in Lübeck durch die Aufmerksamkeit von Passanten vor dem Ertrinken in der Wakenitz bewahrt. Nach Angaben der Polizei hatten diese den Mann am Samstag bewusstlos im Fluss treibend entdeckt und aus dem Wasser gezogen. Der 62-Jährige wurde am Ufer reanimiert. Er schwebte auch am Sonntag in Lebensgefahr. Aufmerksam wurden die Leute an der Wakenitz nur auf den Mann aufmerksam, weil der Stafford-American-Bulldog-Mix „Maddox“ quiekte und bellte. Sein Herrchen Jan Schimmel ist stolz auf seinen Hund.

In der Ostsee vor Surendorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde kam ein 20-Jähriger am Samstag fast ums Leben. Der junge Mann sei zum Schwimmen gegangen und nicht wieder aufgetaucht, teilte ein Polizeisprecher am Sonntag mit. Ein gleichaltriger Freund entdeckte ihn wenig später bewusstlos im Wasser treibend. Der 20-Jährige wurde vor Ort von Rettungssanitätern reanimiert und anschließend mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Nach Angaben der Polizei hatte der 20-Jährige vor dem Gang in die Ostsee Alkohol getrunken.

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