Sexuelle Belästigung? : Disziplinarverfahren gegen Hamdorfer Pastor

Ein Pastor aus Hamdorf soll Konfirmanden sexuell belästigt haben. Die Kirche hat ein Disziplinarverfahren eingeleitet.

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30. Januar 2011, 09:58 Uhr

Hamdorf/Hohn | Die Nordelbische Kirche hat ein Disziplinarverfahren gegen Pastor Dieter P. eingeleitet. Während einer Konfirmandenfreizeit am vergangenen Wochenende hatten vier Mädchen gegenüber einem anderen Geistlichen offenbart, dass sie von Dieter P. (51) sexuell belästigt worden seien. Dabei soll es sich nach Informationen unserer Zeitung unter anderem um aufdringliches Fotografieren gehandelt haben. Nach Absprache mit dem zuständigen Propst Sönke Funck musste der Mann die Freizeit verlassen. Er wurde direkt nach den Vorfällen zunächst vom Dienst freigestellt. Inzwischen liegen der Rendsburger Kriminalpolizei Anzeigen von den Eltern der betroffenen Mädchen vor. Und auch andere Teilnehmer der Freizeit sollen bereit sein, als Zeugen in der Sache auszusagen.
Am Freitag entschied die Nordelbische Kirche, ein Disziplinarverfahren gegen Dieter P. zu eröffnen. "Wir wollen die Sachverhalte im Sinne aller Betroffenen in einem geordneten Verfahren klären, um keinen Raum für Spekulationen zu geben", sagte Pressesprecher Norbert Radzanowski. Der Pastor bleibe bis zu einer Entscheidung über eine mögliche Suspendierung beurlaubt. "Jugendliche müssen sicher sein können, dass sie im kirchlichen Umfeld gut aufgehoben sind", sagte Radzanowski. P. ist seit knapp anderthalb Jahren in den Kirchengemeinden Hamdorf und Hohn (Kreis Rendsburg-Eckernförde) angestellt und wurde erst vor kurzem zum Pastor gewählt. Sein offizieller Dienstantritt war für den 1. Februar vorgesehen.
Die Vorwürfe und ihre Folgen waren auch Inhalt einer Veranstaltung am Donnerstagabend in der Hamdorfer Kirche für die Eltern aller 46 Jugendlichen, die an der Konfirmandenfreizeit teilgenommen hatten. "Wir haben natürlich Angst um unsere Kinder", bekannte ein Vater. In dem Gespräch informierte die Kirche über Wege, wie die betroffenen Kindern die Angelegenheit am besten verarbeiten können und bot ihre Hilfe an. Am Sonntag nach dem Gottesdienst in Hamdorf wird die Gemeinde von Propst Sönke Funck und Pastorin Gabriele Schinkel über die Vorfälle informiert.
(org, shz)

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