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Nach Stürmen „Christian“ und „Xaver“ : Die Waldbesitzer in SH fordern mehr Geld

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach den Stürmen „Christian“ und „Xaver“ stellt das Land 2,7 Millionen Euro für die Forstwirtschaft zur Verfügung. Zu wenig, klagt diese. Allein die nötige Wiederaufforstung in Schleswig-Holstein kostet bis zu vier Millionen Euro.

Husum/Neumünster | Im Norden rollen die Harvester durch die Wälder und beseitigen die Schäden, die die Stürme „Christian“ und „Xaver“ im vergangenen Jahr hinterlassen haben. „Wir werden bestimmt noch bis Mai damit beschäftigt sein“, sagt Daniel Gensing aus der Abteilung Holzverkauf der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten in Neumünster. Zwar sei jetzt logistisch alles auf dem Weg, aber die umgefallenen Bäume entsprechen einem „ganzen Jahreseinschlag“ – was allein für die Landesforsten rund 250.000 Kubikmeter Holz bedeutet. „Nördlich des Kanals ist jeder Wald betroffen“, sagt Gensings Kollege Volker Weiß von den Landesforsten, der Luftbilder anfertigen ließ. Die Hälfte der Schäden seien Flächen von einer Größe von mindestens drei Fußballfeldern, der Rest Einzeleinschläge. „Was die Aufarbeitung angeht, sind wir aber gut davor“, so Gensing.

Das sieht auch Helmut Wree, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Nordfriesland/Schleswig so. Er bittet die privaten Waldbesitzer und die Bürger um Geduld. „Wir sind immer noch bei der Beseitigung der großflächigen Schäden. Von rund 3500 Hektar Wald liegen 500 auf der Seite“, so Wree. Deshalb hat er auch Umweltminister Robert Habeck (Grüne) gebeten, die Förderung für die privaten Wälder stabil zu halten und nicht von 3,2 Millionen Euro pro Jahr auf 2,4 Millionen zu verringern. Der hat nachgebessert und die Förderung auf rund 2,7 Millionen angehoben. Habeck argumentiert, dass die Mittel ausreichen, „um die anstehenden Aufgaben – insbesondere die Aufforstung nach dem verheerenden Sturm – zu bewältigen“.

Helmut Wree fordert jedoch ein Sonderförderprogramm und fühlt sich von der Politik allein gelassen. Denn neben Habeck habe er im November alle Landtagsfraktionen angeschrieben, bislang aber keine Antwort erhalten. „Alle, die sich bei uns um den Wald kümmern, sind Idealisten“, sagt Wree. „Mit dem Wald kann man kein Geld verdienen.“ Die Aufforstung eines Hektars koste zwischen 5000 und 8000 Euro – was für die geschädigte Fläche der Privatbesitzer 2,5 bis vier Millionen Euro bedeute. Dazu gebe es stets Schäden durch Holzdiebe.

Wie groß der Schaden durch die Stürme wirklich ist, das will kein Fachmann beziffern. „Zunächst mal bekommen wir natürlich Geld für das Holz“, sagt Volker Weiß. Die Preise seien relativ stabil geblieben, weil der Anteil des Holzes, das wegen der Stürme in Schleswig-Holstein angefallen sei, auf Bundesebene kaum eine Rolle spiele. Noch sei aber unklar, was im Gegenzug die Arbeiten in den Wäldern kosten, wie teuer die Aufforstung werde, was dafür an Arbeiten wie Zaunbau nötig sei. Dazu seien die Arbeiter schon jetzt immer wieder damit beschäftigt, die Wege in den Wäldern zu stabilisieren, die für schwere Fahrzeuge, die zum Fällen und Abtransportieren des Holzes nötig seien, nicht ausgelegt sind. Und es dauere mitunter Jahrzehnte bis ein Baum reif zur Ernte sei. Weiß: „Genau kennen wir den Schaden erst in ein paar Jahren.“

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erstellt am 09.Jan.2014 | 20:27 Uhr

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