Erfolgreiche Youtuber : Die Unimog-Influencer aus Fitzen

Henning Heitmann im Einsatz auf seinem Unimog.

Henning Heitmann im Einsatz auf seinem Unimog.

Sie reden über Landmaschinen und begeistern damit Tausende. Ihre Unimog-Leidenschaft brachte die zwei Männer sogar nach Afrika.

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05. Oktober 2018, 16:00 Uhr

Fitzen | Am Anfang war die Gülle. Gülle und die wackeligen Bilder eines Hobbyfilmers. Heute sind Henning Heitmann und sein Kumpel Moritz Gerau aus Fitzen im Kreis Herzogtum Lauenburg so etwas wie Youtube-Influencer in Sachen Unimog. Mit über 5000 Abonnenten teilen die jungen Männer vom „Unimog Team Fitzen“ ihre große Leidenschaft für die Universal-Kraftprotze, die sie hauptsächlich in der Landwirtschaft einsetzen. In den Videos und Kommentaren wird gefachsimpelt – über Motorgrößen, Gegengewichte und Bereifung.

Der Youtube-Einstand:

Seit rund einem Jahr erfreut sich der Youtube-Kanal unter den Freaks und Geeks der Szene wachsender Beliebtheit – Grund ist nicht zuletzt Gerau, der seinem Freund nach dessen ersten holprigen Versuchen begann, unter die Arme zu greifen. Seitdem ist er für Kamera, Schnitt und Ton zuständig, während Heitmann das Gezeigte mal fachmännisch, mal humorvoll kommentiert. So wurde zuletzt auch der NDR auf die beiden aufmerksam und widmete den Unimog-Freunden einen Fernsehbeitrag.

Dort betont Landwirt Heitmann, dass ein Großteil der Inhalte neben der Arbeit entsteht: „Immer wenn wir was auf dem Feld machen, machen wir daraus ein Video“. Neben gehäckseltem Mais, Strohballen und geretteten Rehkitzen punkten vor allem Maschinenvergleiche bei den Zuschauern. Dafür können die Hobbyfilmer auf eine Flotte von sechs der Kraftprotze zurückgreifen. Allein 46.000 Klicks brachte beispielsweise eine Gegenüberstellung zweier Fahrzeuge des Typs U1700 Agrar.

Auslandseinsatz in Kamerun

Mit Kamera, GoPro und Drohne sind Gerau und Heitmann nicht nur auf den Feldern Schleswig-Holsteins im Unimog-Einsatz. Ihr Youtube-Engagement verhalf den beiden Männern Mitte September sogar für zwei Wochen ins ferne Kamerun. Das dortige Straßenbauministerium hatte eingeladen, nachdem zwei neue Fahrzeuge zur Randstreifenpflege von Schnellstraßen angeschafft wurden. Gefunden hatten die Kameruner die Unimog-Fans – wie soll es anders sein – über ihre Videos. Der Auftrag: 25 Beamte sollten im Umgang mit den Maschinen geschult werden.

Zuvor waren die beiden Experten jedoch mit Troubleshooting beschäftigt: „Der Aufbaumulcher wollte nicht anlaufen und der Mulag hatte sowohl im Steuerpult als auch im Schaltkasten keinen Strom“, fachsimpelt Heitmann. Mit wenig Werkzeug, Händen und Füßen machten die beiden Männer die Maschinen schließlich fit für Kameruns wichtigste Verkehrsadern.

Unimogs für Kameruns Schnellstraßen: Henning Heitmann und Moritz Gerau (vorn in der Mitte) schulten zwei Wochen lang Beamte in Kamerun.
Moritz Gerau

Unimogs für Kameruns Schnellstraßen: Henning Heitmann und Moritz Gerau (vorn in der Mitte) schulten zwei Wochen lang Beamte in Kamerun.

„Begeistert hat uns das Interesse und die Lernbereitschaft der jungen Männer. Unter ihnen hatten viele einen Bachelor der staatlichen Universität, trotzdem verdienen sie nicht mehr als 300 Dollar im Monat“, berichtet Heitmann von seinen Lehrlingen. Die Hürden und Kulturschocks ihres Kamerun-Abenteuers dokumentierten die Schleswig-Holsteiner natürlich auch für ihren Kanal. Dort werden in den kommenden Tagen mehrere Vlogs veröffentlicht.

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