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Kampfhundegesetz in Dänemark : "Die töten Hunde, wie sie wollen"

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Das dänische Kampfhundegesetz gerät in den Fokus: In Herning sollen zwei Tiere wegen ihres Aussehens eingeschläfert werden. Der Fall sorgt für Entsetzen.

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2013 | 08:53 Uhr

Herning | Derzeit weiß niemand, ob Rex und Silva noch leben. Ob sie bereits eingeschläfert wurden oder in einem Hundeheim verwahrt werden: Das dänische Kampfhundegesetz gerät erneut in den Fokus der internationalen Öffentlichkeit, nachdem zwei sogenannte Muskelhunde von Midt- og Vestjyllands Politi konfisziert wurden.
Aufgrund ihres Aussehens vermutetete die Polizei einen verbotenen Einschlag der Rasse Amstaff, konfiszierte die Tiere und will sie auf Basis des 2010 eingeführten Hundegesetzes töten lassen. Der aktuelle Fall sorgt für Wut und Entsetzen und viele dänische Listenhundbesitzer fühlen sich der Willkür einzelner Polizisten und Tierärzte ausgeliefert, wie die Vorsitzende vom Verein der Dänischen Kampfhund Union, Tine Liechti, feststellt: "Wir sind maßlos enttäuscht, dass die Politiker das Gesetz noch nicht konkretisiert haben. Obwohl ein Einsehen stattgefunden hat, dass die Regeln und Richtlinien, wonach ein Hund eingeschläfert werden darf, ohne jede Eindeutigkeit sind. Es nützt doch aktuell gar nichts, wenn man sich im Oktober mal zusammensetzen will. Das wird noch einige Hunde das Leben kosten", warnt die Vorsitzende, die selbst auch einen Hund besitzt, der auf der Beobachtungsliste steht. "Man hat mittlerweile schon Angst, dass die Polizei klingelt und das Tier mitnimmt.

Vorurteile abbauen

Es gab einige Fälle, in denen Polizisten ein Auto angehalten und den Hund spontan mitgenommen haben. Nur weil er jung genug aussieht, um nach dem Inkrafttreten des Gesetzes geboren zu sein oder weil er auf der verbotenen Liste steht und keinen Maulkorb trägt", erzählt Liechtie. "Viele Kampfhundbesitzer rund um Holste bro beispielsweise trauen sich mit ihren Hunden kaum noch auf Veranstaltungen, weil dort ein Polizist agiert, der besonders oft und willkürlich die Tötung von Hunden anordnet. So etwas darf es doch nicht geben! Die Politiker müssen dafür sorgen, dass das Gesetz klar formuliert wird und es keinen Raum für Willkür gibt."
Am Sonnabend, 3. August, veranstaltet der Verein der Dänischen Kampfhund Union einen Aktionstag im ganzen Land. "Damit wollen wir Vorurteile abbauen und auf den aktuellen Fall aufmerksam machen", so Tine Liechti.
Momentan sitzt die zuständige Ministerin Mette Gjerskov an einer Überarbeitung des Gesetzes. Die Evaluierung erstreckt sich aber noch über das ganze Jahr 2013. "So lange geht das alles weiter. Die töten Hunde, wie sie wollen", befürchtet die Vorsitzende Liechti.

Dänemarks umstrittenes Gesetz
In Dänemark stehen per Gesetz 13 Hunderassen auf einer verbotenen Liste. Hundebesitzer, die Hunde dieser Rassen vor dem 17. März 2010 angeschafft haben, müssen den Hund an einer maximal 2 Meter langen Leine führen. Der Hund muss einen Maulkorb tragen. Zudem muss der Besitzer die Rasse oder den Typ dokumentieren können, genauso wie den Zeitpunkt der Anschaffung. Der Hundehalter muss bei nach dem 17. März 2010 geborenen Hunden zudem beweisen können, dass der Hund nicht dieser Hunderasse angehört oder eine Kreuzung daraus ist. Dies hat zwischenzeitlich zu heftiger Kritik geführt, weil das bei einem Mischling oft nur sehr schwer zu bewerkstelligen ist.

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