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Wacken Open Air 2014 : Die Ruhe vor dem Wacken-Wahnsinn

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Länger als ein Jahr dauern die Vorbereitungen für das Wacken Open Air. Für die Organisatoren beginnt jetzt die heiße Phase – denn noch stehen nicht alle Bands auf dem Programm.

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2014 | 06:30 Uhr

Wacken | Das Gras steht kniehoch an der True Metal Stage. Auch der Black-Stage-Bereich macht seinem Namen wenig Ehre und grünt friedlich vor sich hin. Die Weite erstreckt sich über sanfte Hügel. Nur die ungewöhnlich vielen Stromkästen am Rande der Felder durchbrechen ein wenig die Landidylle. Es ist Mai und das Dörflein Wacken liegt im Dornröschenschlaf. Irgendwo in der Ferne kräht ein Hahn, ein Trecker tuckert vorbei. Viel lauter wird es hier in den kommenden Wochen kaum werden. Danach schon. Die Vorbereitungen zum Wacken Open Air ab 31. Juli laufen schon seit mehr als einem Jahr - eigenen Angaben zufolge ist das Metal Festival lauter als die Hölle.

Noch kann man sich kaum vorstellen, dass hier irgendwann 5000 Mitarbeiter herumwerkeln. Einige aber sind ganzjährig mit der Organisation des Festivals beschäftigt. Die Organisatoren sind kürzlich in ein neues Büro an Rande des Dorfes gezogen, noch stehen Kartons herum in dem zweckmäßigen Backsteinbau mit cremeweißen Lamellenvorhängen. Im Hof stehen ein paar rostige Metall-Skulpturen, riesige Fackeln mit vertrocknetem Heidekraut obendrauf. Auf einer Rasenfläche heißt ein schwarzes Vogelhäuschen „Heavy Birds“ willkommen. Davor baumelt das grüne Netz eines leeren Meisenknödels.

Thomas Jensen fährt mit einem schwarzen Opel-Kleinwagen auf den gepflasterten Hof, selbstredend mit Rinderschädel-Optik und der obligatorischen 666 auf dem Nummernschild. Er klettert aus dem Auto und setzt so bald wie möglich seine Sonnenbrille auf. Der Organisator des weltgrößten Metal-Festivals hat bereits jetzt etwa drei Interview-Anfragen pro Woche und erzählt dann mit Engelsgeduld, wie das Open Air werden soll. Nein, es gibt keine großen Änderungen im Jubiläumsjahr. Man bleibt sich treu. „Wir waren im letzten Jahr schon ziemlich nah am Optimum“, sagt er. Die Sicherheitskontrollen nach Glas und gefährlichen Gegenständen sollen weiter außerhalb ablaufen, damit man schneller von Bühne zu Bühne kommt. Größer soll das Festival aber nicht werden. „Wir glauben, dass 75.000 verkaufte Karten noch eine familiäre Größe ist, auch wenn sich das jetzt konträr anhört.“

Jensen und Mitgründer Holger Hübner haben innerhalb von 25 Jahren aus der beschaulichen Gemeinde bei Itzehoe ein Metal-Mekka gemacht. Mittlerweile ist das Wacken Open Air (kurz W:O:A) ein Selbstläufer. Ausverkauft, kurz nachdem die Karten heraus kommen. Jahr für Jahr. Der Wacken-Wahnsinn ist zur Routine geworden. Doch das bedeutet nicht, dass sich Jensen zurücklehnen kann. „Über mangelnde Arbeit kann ich nicht klagen“, sagt er. „Wir bauen hier eine ganze Stadt auf. Itzehoe, die größte Stadt im Kreis Steinburg, ist dann nicht einmal halb so groß wie Wacken.“ Alle Abläufe einer Kommune müssten dann organisiert werden.

Auch die letzten Verhandlungen mit einigen großen Metal Bands laufen noch. „Ich kann wirklich nicht verraten, wer das ist“, sagt er. „Sonst sind die Fans nachher enttäuscht, wenn es nicht klappt.“ Metallica ist es nicht, so viel sei verraten. „Wir sind jahrelang schon hinter Metallica her. Technisch könnte ich mir vorstellen, dass es 2015 nicht ganz ausgeschlossen ist.“ Dann kommt ein neues Album auf den Markt, dass die Band sicher live spielen möchte.

Jensens Geheimtipps für das Festival sind Hell mit Andy Sneap und die Newcomer beim Metal Battle. „Auch Skid Row würde ich gern sehen“, sagt er. „Und Megadeth, muss ich zu meiner Schande gestehen, habe ich noch nie komplett live gesehen.“ Ansonsten müsse er sehen, was in seinen engen Terminplan während des Festivals passt. „Ich warte mal ab, bis die Running Order komplett steht und stelle mir mein Programm  dann in der App zusammen.“ Denn noch arbeitet er am letzten Schliff bei der Band-Aufstellung. Und zeitgleich am Programm für 2015.

Unsere Reportage zum 25. Jubiläum des Wacken Open Air finden Sie hier.

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