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Festspiele in Bad Segeberg : Die New York Times und die Faszination Karl May

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Reporter der New York Times besuchten die Karl-May-Festspiele in Bad Segeberg. In der Dokumentation geht es um Winnetou - und einen echten Skalp.

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erstellt am 22.Aug.2014 | 12:30 Uhr

Bad Segeberg/New York | Winnetou. In Deutschland kennt jeder den mutigen und Häuptling der Apachen, den der deutsche Schriftsteller Karl May Ende des 19. Jahrhunderts erfand. Winnetou, seine Silberbüchse und sein europäischer Blutsbruder Old Shatterhand gehören zur deutschen Kultur wie Goethes Faust und „German Angst“.

Genau das scheint Reporter der New York Times fasziniert zu haben: Sie besuchten Ende Juni die Premiere von „Unter Geiern“ bei den Karl-May-Feststpiele in Bad Segeberg. Das Ergebnis der Recherchen: ein Artikel und ein Film über die Faszination der Deutschen für die amerikanischen Ureinwohner mit dem Titel „Lost in Translation: Germany’s Fascination With the American Old West“.

Anlass für die Berichterstattung ist ein Streit aus dem Frühjahr zwischen einem Stamm der Chippewa-Indianer und dem Karl-May-Museum in Radebeul. Es geht um einen Skalp. Angeblich soll ein deutsches Mitglied des Barnum und Bailey Zirkus die Kopfhaut samt Haaren gekauft haben - für 100 Dollar und drei Flaschen Schnaps. Später landete der Skalp im Museum, zusammen mit anderen.

Ist ein Skalp eine Kriegstrophäe - wie der Kurator des Karl-May-Museums, Hans Grunert, in dem Artikel sagt? Oder die sterblichen Überreste ihrer Vorfahren, die endlich Ruhe finden sollen - wie Cecil Pavlat findet, der sich für die Rückführung des kulturellen Erbes des Stammes einsetzt? Die Ausstellung nannte er in einem Brief „respektlos, beleidigend und skrupellos“. Im Juni fuhr Cecil Pavlat zum Museum. Der Streit wurde schon im Juni beigelegt. Was blieb, ist die Frage: Warum lieben die Deutschen die Geschichte der amerikanischen Uhreinwohner so sehr?

In dem Film sprechen die Stars vom Kalkberg Jan Sosniok (Winnetou), Wayne Carpendale (Old Shatterhand) und Christian Kohlund (Burton) über die Welt von Karl May. „Indianer sind schon toll“, sagt zum Beispiel Jan Sosniok, als er in der Maske sitzt. Ein Blick in den Spiegel: „Also, wenn ich mich jetzt hier so angucke …“ Auch die Geschäftsführerin der Kalkberg GmbH, Ute Thienel, kommt zu Wort. Und Bad Segeberg selbst wird als „kleiner Ort drei Stunden nördlich von Berlin“ beschrieben.

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