Green Screen : Die Natur als Hauptdarsteller

Filmeszene aus 'Wildes Deutschland - Spreewald', ein Eisvogel bei der Jagd.  Foto: Green Screen
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Filmeszene aus "Wildes Deutschland - Spreewald", ein Eisvogel bei der Jagd. Foto: Green Screen

Das internationale Naturfilmfestival Green Screen zeigt 86 Naturfilme aus 20 Ländern. In Eckernförde wird zum fünften Mal der grüne Teppich ausgerollt - und die Filmer hoffen auf den "Ostsee-Oscar".

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08. August 2011, 10:46 Uhr

Eckernförde | Wieso fallen Baumkängurus nicht vom Ast? Wovon leben Bettwanzen? Und überhaupt: Wieviel Zeit haben Eintagsfliegen eigentlich für ihren Hochzeitstanz? Das sind Fragen, die sich nicht unbedingt jeder stellt, deren auf Zelluloid gebannte Antwort aber faszinierend ist. Beim internationalen Naturfilmfestival Green Screen vom 7. bis zum 12. September in Eckernförde werden diese und andere Antworten in 86 unterschiedlichen Filmen aus 20 Nationen gegeben, darunter einige aus exotischen Ländern wie Armenien und Zentralafrika. Mit dabei: Inge Sielmann, die einige Klassiker ihres verstorbenen Mannes, der Naturfilmlegende Heinz Sielmann, präsentiert.
Zum fünften Mal wird in Eckernförde der grüne Teppich ausgerollt. Innerhalb weniger Jahre hat sich das Festival zum wichtigsten Treffpunkt der europäischen Naturfilmszene außerhalb Englands entwickelt. Besonders aus dem deutschsprachigen Raum versammelt sich die Creme de la Creme der Regisseure, Redakteure und Kameraleute aus der Naturfilmszene. "Green Screen ist das bedeutendste Naturfilmfestival auf dem europäischen Festland", sagt auch BBC-Naturfilmleiter Mike Gunton. Besonders die Nähe von Filmemachern und Publikum wird von beiden Seiten geschätzt. In vielen Vorstellungen erzählen die Filmemacher von ihren Drehs und beantworten die Fragen der Zuschauer.
Anwärter für Ostsee-Oscar
Lebendig wird das Festival, wenn Kinder und Jugendliche ihren eigenen Naturfilm im Tierpark Eekholt drehen oder Inge Sielmann von ihren Reisen mit ihrem Mann erzählt.
In Eckernförde werden die Filme in fünf Spielstätten gezeigt. 14 der Dokumentationen werden bei der Abschlussgala am Sonnabend, 10. September, auf dem Gut Altenhof bei Eckernförde mit den grünen "Ostsee-Oscars" ausgezeichnet. Darunter ist nicht nur der mit 5000 Euro dotierte "Heinz-Sielmann-Preis", sondern auch der mit 1000 Euro belegte und vom Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag ausgelobte Preis für die beste Bildgestaltung. Zum ersten Mal wird in diesem Jahr der ebenfalls vom sh:z ausgerufene Publikumspreis vergeben: In zehn Städten des Landes werden zwischen dem 16. und 28. August jeweils drei Filme gezeigt, deren Gewinner den Preis erhält. Welcher Film das sein wird, liegt in den Händen der Zuschauer, die per Stimmzettel entscheiden. "Zuschauerpreise bedeuten den Filmemachern besonders viel", sagt Festivalleiter Gerald Grote, "weil sie den direkten Bezug zwischen ihnen und dem Publikum verdeutlichen." Zusätzlich werden alle Preisträger mittels Pflastersteinen mit ihren Namen an der Strandpromenade Eckernfördes verewigt - dem "grünen Walk of Fame".
Das Naturfilmfestival ist aus einer Idee des Festivalleiters Gerald Grote entstanden. Bei einem Besuch in der ehemaligen Bundesumwelt hauptstadt Eckernförde vor sechs Jahren erkannte der Dokumentarfilmer sofort das Potenzial, ein großes Naturfilmfestival zu etablieren, und stieß sowohl bei der Bevölkerung als auch bei Politik und Verwaltung auf offene Ohren. Mittlerweile unterstützen rund 100 Ehrenamtliche das Festival und verleihen ihm damit einen familiären Rahmen jenseits der Abgeklärtheit des Über-Professionellen. Das wird besonders von den Filmemachern geschätzt, die einmal im Jahr aus der ganzen Welt in das beschauliche Ostseebad reisen.
(ape, shz)

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