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Impfung : Die Masern sind zurück in Schleswig-Holstein

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Schleswig-Holsteiner werden impfmüde. Hier sind Kinder beim Schuleintritt schlechter gegen Masern, Mumps und Röteln geschützt als Gleichaltrige im Bundesdurchschnitt.

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2014 | 09:24 Uhr

Flensburg | Viele Jahre waren sie kein Thema mehr. Die Masern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wollte sie sogar bis zum Jahr 2000 ausgerottet haben. Dass der Plan nicht funktioniert hat, ist im Kreis Bad Segeberg zu beobachten. Nach neuesten Informationen ist die Zahl der an Masern erkrankten Menschen in diesem Jahr auf zwölf gestiegen. Alle Betroffenen waren zwischen 18 und 49 Jahre alt. Als Grund nannte das Robert-Koch-Institut (RKI) zunehmende Impfmüdigkeit.

Gestern wies die Techniker Krankenkasse (TK) unter Berufung auf aktuelle Daten des RKI darauf hin, dass in Schleswig-Holstein Kinder beim Schuleintritt schlechter gegen die Krankheiten Masern, Mumps und Röteln geschützt sind als Gleichaltrige im Bundesdurchschnitt. Allerdings liegen die Zahlen auf hohem Niveau. Gegen Masern beispielsweise sind im Norden 95,8 Prozent der Kinder geimpft, im Bundesdurchschnitt sind es 96,7 Prozent, Spitzenreiter ist Brandenburg mit 98 Prozent. Die Zahlen für Mumps und Röteln liegen in einem ähnlichen Bereich. Bei der Zahl der Impfausweise, die die Kinder vorlegen konnten, liegt Schleswig-Holstein mit 90,6 Prozent mit Bremen am Ende der Skala.

„Viele Krankheiten treten kaum auf, weil gut geimpft wird, sagt Thomas Maurer, Vorsitzender des Hausärzteverbandes. „Das darf sich nicht ändern.“ Petra Rudnick, Ärztin für Allgemeinmedizin bei der TK sagt: „Kinderkrankheiten sollte man auf keinen Fall unterschätzen. Masern zum Beispiel sind hoch ansteckend und können Entzündungen von Lungen und Gehirn hervorrufen, die in manchen Fällen lebensbedrohlich sind.“

Beim Impfschutz gegen Hepatitis B gibt es in ganz Deutschland Nachholbedarf: Hier liegt die Impfquote bundesweit bei 86,9 Prozent, in Schleswig-Holstein lediglich bei 85,6 Prozent der untersuchten Kinder.

Das Gesundheitsministerium weist darauf hin, dass Erwachsene sowohl den eigenen als auch den Impfschutz ihrer Kinder überprüfen sollen. „Erkrankte gefährden nicht nur sich, sondern auch andere. Mit einer Impfung lässt sich die Gesundheit wirksam schützen“, sagte Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin Kristin Alheit (SPD).

Da passt es gar nicht, dass im vergangenen Vierteljahr die Vierfach-Impfung gegen Diphtherie, Tetanus, Polio und Keuchhusten aufgrund von Lieferproblemen der Pharmafirmen kaum noch möglich war. Laut Apothekerverband sei der Impfstoff in geringen Mengen wieder lieferbar. Ende des Monats sollen dann neue Chargen folgen. „Das ist sehr ärgerlich“, sagt Thomas Maurer. „Für die Impfmoral waren die letzten Wochen sicherlich nicht förderlich.“

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