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Ehepaar aus Neumünster : „Die Bank hätte uns den Kredit gar nicht geben dürfen“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Maria Mende und ihr Ehemann nahmen einen Kredit auf. Der Bankberater sagte ihnen, das sei problemlos machbar. Aber Jahre später ist der Kredit noch immer nicht getilgt, 18.000 Euro sind übrig.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2013 | 09:52 Uhr

Neumünster | Es war der Kredit für ein Auto, der ihr Leben aus dem Gleichgewicht geworfen hat. „Ein Kredit, den die Bank uns hätte gar nicht geben dürfen“, sagt Maria Mende (50, Name geändert) aus Neumünster. Doch sie und ihr Ehemann hätten dem Berater vertraut, der gesagt habe, das sei alles machbar. Aber Jahre später ist der Kredit noch immer nicht getilgt, 18 000 Euro sind übrig.

2009 erkrankte Bürokauffrau Maria Mende an Brustkrebs, erlitt nach einer ersten Therapie einen Rückfall und kann heute nicht mehr arbeiten. Die Rente ihres Ehemanns, einem Maschinenbauer, beträgt 912 Euro. Sie selbst bekommt 403 Euro Krankengeld. „An Miete zahlen wir 530 Euro warm, Nachzahlungen nicht mitgerechnet“, sagt sie. „Wir drehen jeden Cent um, doch die Rate von 214 Euro ist nicht mehr zu wuppen.“ Senken wollte die Bank die Rate nicht. „Die Ehe litt unter den Schulden, meine Nächte wurden schlaflos“, berichtet Mende. „Da erzählte mir eine Freundin von der Schuldnerberatung.“ Es sei kein schwerer Gang gewesen, denn eine andere Lösung habe es nicht gegeben. „Gleich nach dem ersten Termin ist eine große Last von uns abgefallen.“ Die Bank sei angeschrieben und um eine zinslose Stundung gebeten worden – was sie ablehnte. Damit ist nun der Weg frei für das Insolvenzverfahren. Nach Eintritt der Schuldnerberatung habe ein regelrechter Telefonterror der Bank begonnen, erwähnt Mende mit gewissem Unbehagen. „Doch auch darum hat sich die Schuldnerberatung gekümmert, wir fühlen uns einfach gut aufgehoben.“ Geht alles gut und steht das Ehepaar die sechsjährige Wohlverhaltensphase durch, erfolgt danach die Restschuldbefreiung.

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