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Nordfriesisches Wattenmeer : Deutschlands schmalstes Naturschutzgebiet wird 40

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1974 war das Naturschutzgebiet Nordfriesisches Wattenmeer das größte in Deutschland. Die Zeiten sind vorbei.

Husum | Ein Eintrag im Guinness-Buch fehlt dem Naturschutzgebiet Nordfriesisches Wattenmeer bislang trotz seiner rekordverdächtigen Maße: Es ist ein nur 150 Meter schmaler Küstenstreifen von der dänischen Grenze hinunter bis zur Halbinsel Eiderstedt. Seit jetzt 40 Jahren betreut die Naturschutzgesellschaft „Schutzstation Wattenmeer“ das Gebiet. Doch ihre Verantwortung geht weit über die Grenzen dieser schmalen Region hinaus. „Auf der trilateralen Ministerkonferenz für den Schutz des Wattenmeeres vom 4. bis 5. Februar im dänischen Tondern gehören wir zu den Mitunterzeichnern einer grenzübergreifenden Initiative zum Schutz des ostatlantischen Zugweges“, sagt ihr Sprecher Christof Goetze.

Das NSG Nordfriesisches Wattenmeer ist nicht nur sehr schmal, es ist auch sehr lang. Da es der Küstenlinie entlang jeder Bucht folgt, erreicht es letztendlich eine Länge von knapp 450 Kilometern, weiß Goetze. Gestrafft und auseinander gezogen würde der 150-Meter-Streifen von Flensburg bis nach Kassel reichen. „Es ist eine historisch gewachsene Kuriosität“, sagt Goetze. Bei seiner Errichtung im Januar 1974 sah es noch anders aus.

Damals sei es Deutschlands größtes Naturschutzgebiet gewesen und habe sich zwischen Sylt im Norden und dem Landesschutzdeich der Halbinsel Eiderstedt im Süden erstreckt, erzählt der Biologe: „Der größte Teil des Naturschutzgebietes ging 1985 im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer auf.“ 

Warum nicht die gesamten 136.570 Hektar? Es gab damals heftigen Widerstand gegen die Einrichtung eines Nationalparks, weiß Goetze. Um die Akzeptanz vor Ort zu steigern, hätten die Nationalparkplaner daher einen 150 Meter breiten Streifen ab Deichkante von seiner Fläche ausgespart. „Dieses hat die kuriose Folge, dass die Schutzstation Wattenmeer heute neben großen Teilen des Nationalparks auch das schmalste und eines der längsten Naturschutzgebiete Deutschlands betreut, denn das NSG Nordfriesisches Wattenmeer hat auf dem 150-Meter-Streifen weiter Bestand.“ 

Für die Arbeit der Naturschützer bedeutet das keinen Unterschied. „Wir machen auf den 150 Metern nichts anderes als im Rest des Nationalparks“, sagt Goetze. Und den Tieren sei es auch egal, denn sie orientieren sich nicht an Länder- oder Schutzgebietsgrenzen.

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erstellt am 02.Feb.2014 | 10:36 Uhr

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