Flensburg : Deutscher Wetterdienst warnt vor schweren Gewittern

Blitze sind eine tödliche Gefahr. Wer sich ungeschützt im Freien aufhält, sollte zum Beispiel keine Kinder an der Hand halten.
Blitze sind eine tödliche Gefahr. Wer sich ungeschützt im Freien aufhält, sollte zum Beispiel keine Kinder an der Hand halten.

Laut DWD sind Flensburg und der Kreis Schleswig-Flensburg betroffen.

shz.de von
29. Mai 2018, 07:57 Uhr

Flensburg | Nach der aktuellen Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) müssen sich die Stadt Flensburg und die Küstenabschnitte im Kreis Schleswig-Flensburg sowie im Binnenland von Nordfriesland am Dienstagvormittag auf Unwetter vorbereiten. Es bestehe die Gefahr von schweren Gewittern (Stufe 3 von 4), teilte der DWD mit. Die Unwetterwarnung gelte bis 11 Uhr.

Die Wetterexperten warnen: Bei Blitzschlag besteht Lebensgefahr. Es sind unter anderem verbreitet schwere Schäden an Gebäuden möglich. Bäume können entwurzelt werden und Dachziegel, Äste oder Gegenstände herabstürzen. Auch Überflutungen von Kellern und Straßen sowie örtliche Überschwemmungen an Bächen und kleinen Flüssen sind möglich. Es können zum Beispiel Erdrutsche auftreten.

Die wichtigsten Tipps in Kürze:

  • Schließen Sie alle Fenster und Türen.
  • Sichern Sie Gegenstände im Freien.
  • Halten Sie insbesondere Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen.
  • Vermeiden Sie möglichst den Aufenthalt im Freien.

Wer in der freien Natur von einem Gewitter überrascht wird, sollte möglichst nicht in einer Gruppe mit anderen Menschen Schutz suchen. Dies ist wichtig, um mögliche sogenannte Überschläge eines Blitzes von einem auf einen anderen Menschen zu vermeiden, erläutert der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE). Er rät, sich einzeln in eine Bodenmulde zu kauern: am besten in die Hocke gehen, Füße geschlossen halten und die Arme um die Knie legen, Kopf darauf. „Wichtig ist, dass man sich so klein wie möglich macht“, sagt der Physiker und Blitzforscher Prof. Ullrich Finke von der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik der Hochschule Hannover.

Der VDE rät sogar dazu, bei einem Gewitter in der freien Natur auch zu den eigenen Kindern und einem möglicherweise mitlaufenden Hund einen Abstand von mindestens einem Meter und besser sogar drei Metern einhalten.

Blitzforscher Finke hält diesen Punkt für „in der Praxis nicht so wichtig“. Er betont hingegen einen anderen Punkt: „Wichtig ist es, die Wolken zu beobachten.“ Dies helfe dabei, nicht gleich vom ersten Blitz des Gewitters getroffen werden – und bevor wieder Entwarnung gegeben werden kann, müsse die Gewitterwolke „abgezogen und hinreichend entfernt sein“. Laut VDE ist die Gefahr erst vorbei, wenn die Gewitterwolke mindestens zehn Kilometer weit entfernt ist und man 30 Minuten lang keinen Donner mehr wahrgenommen hat.

Regenschirm zuklappen

Egal aus welchem Material er besteht, kann er bei Gewittern das Risiko getroffen zu werden erhöhen. Entscheidend ist dabei, dass der aufgespannte Regenschirm in der Hand über den Kopf hinausragt und damit den Abstand zum Erdboden vergrößert. Und das Risiko vom Blitz getroffen zu werden ist für den höchsten Punkt einer Umgebung immer größer als für das Umfeld, erläutert Prof. Finke – so wie ja auch Ampeln, Türme und Baumspitzen eher vom Blitz erreicht werden können.

Vom Rad absteigen

Rad- und Motorradfahrer sitzen erhöht auf ihrem Zweirad und sollten deshalb bei einem Gewitter auf jeden Fall die Fahrt unterbrechen. Sicherheitshalber gehen sie dann in einem Abstand von mindestens drei Metern zu ihrem Gefährt und am besten auf Asphalt in die Hocke oder suchen noch besser ein schützendes Gebäude auf, empfiehlt der VDE. Das gilt auch für Golfer die während eines Spiels mit einem Gewitter konfrontiert werden. Damit sie möglichst schnell in geschützten Räumen sein können, sollten sie Golfschläger und –trolleys auf dem Platz zurücklassen.

Stecker ziehen

Wer kein Blitzschutzsystem im Gebäude hat, sollte Kontakt zu allen metallenen Leitungen vermeiden, die von außen ins Haus führen. Das können Wasser-, Gas-, Strom-, Telefonleitung sowie das Antennenkabel und die Fernwärmeversorgung sein. Das heißt auch: Während des Unwetters sollte man keine ungeschützte Telefonanlage nutzen. Außerdem rät der VDE, in Häusern ohne Blitzschutzsystem während eines Gewitters nicht zu duschen oder zu baden sowie am besten alle Stecker von Elektrogeräten ziehen, um die Geräte vor Überspannung zu schützen. In einem Gebäude mit Blitzschutzsystem hingegen sind Menschen sicher, betont der Verband.

So stuft der DWD Gewitter ein
Gewitter elektrische Entladung, auch in Verbindung mit Windböen 1
Starkes Gewitter in Verbindung mit Sturmböen, schweren Sturmböen, Starkregen oder Hagel 2
Schwere Gewitter mit Hagelschlag, heftigem Starkregen oder Orkan(artigen)Böen, ggf. Tornadogefahr 3
Extremes Gewitter mit Hagelschlag, extrem heftigem Starkregen oder extremen Orkan(artigen)Böen, ggf. Tornadogefahr 4
 
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