Großenaspe : Der Wolf ist wieder in die Fotofalle getappt

Dieses Bild stammt aus dem August. Zuletzt wurde der Wolf am 8. September an dieser Stelle beobachtet. Foto: Wildpark Eekholt
Dieses Bild stammt aus dem August. Zuletzt wurde der Wolf am 8. September an dieser Stelle beobachtet. Foto: Wildpark Eekholt

Er fühlt sich scheinbar richtig wohl in Schleswig-Holstein: Der einzige Wolf, der sich seit 1820 im Norden lebend gezeigt hat, ist wieder in eine Fotofalle getappt.

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17. September 2012, 09:37 Uhr

Großenaspe | Der Wolf wurde ganz in der Nähe des Ortes im östlichen Kreis Segeberg abgelichtet, an dem Naturschützern im Juli der erste Schnappschuss gelang. "Wir sind uns zu 99 Prozent sicher, dass es der gleiche Wolf ist", sagt Wolf von Schenck vom Wolfsinformationszentrum im Wildpark Eekholt in Großenaspe (Kreis Segeberg). "Dafür, dass er nur einmal durch Schleswig-Holstein streift, ist er jetzt schon zu lange hier." Denn offenbar hat der Wolf, der älter als ein Jahr ist und vermutlich über Mecklenburg-Vorpommern nach Schleswig-Holstein gelangt ist, seit Monaten seine neue Heimat nicht mehr verlassen. Die Wolfsbetreuer hätten ebenfalls noch Kot gefunden, der vom Wolf stammen könnte und nun analysiert werde, sagt von Schenck.
Nachdem Ende Juli bekannt geworden war, dass es wieder einen Wolf in Schleswig-Holstein gibt, habe es viele Reaktion gegeben. Es habe erste Beratungen für Schafhalter gegeben, wie sie ihre Tiere gegen den Wolf schützen können. "Und wir haben einige Hinweise darauf bekommen wo, der Wolf jetzt ist - darunter auch zweifelhafte", sagt von Schenck. So habe etwa ein Tierfreund gemeldet, dass er den Wolf bei einer nächtlichen Autofahrt aus 500 Metern Entfernung genau erkannt habe. Auch sind von Schenck schon mehrere Sichtungen von Welpen gemeldet worden. "Mehr als Hinweise waren das aber nicht", meint der Leiter des Wildparks Eekholt.
"Die Chancen, dass er bleibt, sind nicht schlecht"
Er kann auch noch nicht sagen, ob der Wolf dauerhaft im Norden bleibt. "Wir werden abwarten müssen, wie er auf die Veränderungen in der Jahreszeit und in der Landschaft reagiert - etwa wenn er nach Abernten der Felder mehr Deckung verliert. Die Chancen, dass er in Schleswig-Holstein bleibt, sind aber nicht schlecht", sagt Schenck.
Im 17. Jahrhundert gab es den Wolf noch flächendeckend im Norden - bis der Mensch begann, ihn systematisch zu jagen. 1820 wurde das letzte Tier in Schleswig-Holstein erschossen, erst 2007 tauchte in Süsel (Kreis Ostholstein) wieder ein Wolf auf, der allerdings von einem Auto überfahren wurde.
Hinweise auf ein zweites Tier
Seit Langem schon hat das Land in Verbindung mit Naturschützern und Jägern einen Wolfsmanagementplan erarbeitet. 35 ehrenamtliche Wolfsbetreuer wurden auf Kosten des Landes ausgebildet. Jetzt haben sie insgesamt 13 Fotofallen aufgestellt, um neue Bilder vom Wolf zu bekommen.
Gut möglich, dass dort bald noch ein neues Tier auftaucht. Es gebe Hinweise, dass ein Wolf aus Mecklenburg-Vorpommern Richtung Schleswig-Holstein unterwegs sei, sagt von Schenck. "Welchen Weg der Wolf nimmt, das entscheidet er aber allein."

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