Geburtenrate : Der Norden steht gut da

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Die gute Nachricht vorweg: Die Geburtenrate in Deutschland steigt wieder. Die schlechte Nachricht: Ostdeutschland droht zum "demografischen Krisengebiet" zu werden.

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25. August 2008, 08:19 Uhr

Kiel/Berlin - | Schleswig-Holstein kann sich bei der in dieser Woche vorgestellten aktuellen Studie des Berlin-Instituts zur "demografischen Zukunft in Europa" im Mittelfeld behaupten. Das nördlichste Bundesland profitiert offenbar von den skandinavischen Regionen, die in dem Ranking besonders gut dastehen. Dabei zeigt der Vergleich ein deutliches West-Ost-Gefälle (Karte rechts: je dunkler die Regionen, desto schlechter die Zukunftsaussichten). Insgesamt belegte Deutschland bei dem Vergleich von 27 EU-Ländern den 14. Platz. Dabei analysierte das Institut die Zukunftfähigkeit von 285 Regionen.

Ostdeutschland ist nach dieser Studie das "demografische Krisengebiet" Europas. Hier gebe es wenig Nachwuchs, eine stark überalterte Bevölkerung und eine hohe Abwanderung junger Menschen, vor allem auch von Frauen. Innerhalb Deutschlands bilden Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern das Schlusslicht; Oberbayern liegt an der Spitze.
Norden: Bei der Geburtenrate auf Platz 3 aller Bundesländer

Schleswig-Holstein liegt im guten Mittelfeld, wie auch die Prognosen des Statistischen Bundesamtes zur Bevölkerungsentwicklung bestätigen. Nach den letzten aktuellen Zahlen der Wiesbadener Statistiker liegt der Norden bei der Geburtenrate auf Platz 3 aller Bundesländer - hinter Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Bis 2020 erwartet das Bundesamt aufgrund so genannter Wanderungsgewinne in Schleswig-Holstein sogar einen Bevölkerungsanstieg.

Allerdings könnten die Prognosen von einem neuen Baby-Boom eingeholt werden. So kamen 2007 in Deutschland nach jahrelangem Rückgang erstmals wieder mehr Babys zur Welt. Die Geburtenrate erreichte mit 1,37 je Frau fast das Niveau von 2001. 1994 lag die Quote mit 0,77 (durchschnittliche Kinderzahl je Frau) in Ostdeutschland am tiefsten. Zum Vergleich: In Frankreich liegt die Geburtenrate bei zwei Kindern je Frau.

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