Infektionen : Der Norden krankt an Influenza und Norovirus

Die Grippewelle hat Schleswig-Holstein im Griff. Seit Jahresbeginn wurden 300 Influenza-Infektionen im Land registriert.

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05. Februar 2011, 09:11 Uhr

Kiel/Berlin | Kitas, Klassenzimmer und Arbeitsplätze leeren sich, die Wartezimmer der Ärzte dagegen werden voller. Und immer öfter diagnostizieren die Mediziner nicht einfach nur eine Erkältung: Die Grippewelle hat Schleswig-Holstein im Griff. "Seit Jahresbeginn haben wir 300 Influenza-Infektionen im Land registriert", sagt Prof. Dr. Peter Rautenberg, Oberarzt des Instituts für Infektionsmedizin der Kieler Uni-Klinik. In 80 Prozent der Fälle sei das Schweinegrippevirus H1N1 nachgewiesen worden. Zudem ist derzeit das leicht übertragbare Norovirus im Umlauf. Es verursacht Brechdurchfall. Doch laut Rautenberg besteht kein Grund zu Panik: Sowohl die Zahl der Infektionen mit den Viren als auch die Konzentration des H1N1-Virus sei im Vergleich mit den Vorjahren normal.
Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin stuft die Zahl der Atemwegserkrankungen im Norden derzeit als "moderat erhöht" ein. In den Kreisen Steinburg, Ostholstein sowie in Flensburg sei die Zahl der Ansteckungen höher als im restlichen Schleswig-Holstein. RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher betont jedoch, dass die Masse der Erkrankungen mild oder komplikationslos verläuft. "Es ist richtig, dass viele Kinder und junge Menschen erkranken. Aber sie sind von der Grippewelle generell am stärksten betroffen, weil sie mehr und engeren Kontakt zu anderen Menschen haben", so Glasmacher weiter.
Die Experten warnen allerdings: Der Höhepunkt der Grippesaison 2010/2011 ist noch nicht erreicht. "Und auch wenn der Scheitel überschritten ist, besteht noch einige Wochen Infektionsgefahr", so Professor Rautenberg. Deshalb wird Nachzüglern dazu geraten, sich auch jetzt noch gegen Influenza impfen zu lassen. "Wer jetzt geimpft wird, ist für mindestens sieben Wochen geschützt." Gerade Menschen über 60 Jahre, Schwangere und chronisch Kranke gelten als besonders anfällig für die Influenza-Infektionen.

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