Vier Sprachen : Der Kreis Nordfriesland hat jetzt eine eigene Hymne

Allein an Europas weitestem Strand: Amrums Reize strahlen bis nach Amerika.
Der Strand von Amrum. Auch hier wird bald die Nordfriesland-Hymne gesungen.

Hochdeutsch, Plattdeutsch, Dänisch, Sønderjysk: In vier Sprachen soll die Kreishymne gesungen werden.

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14. Juni 2015, 14:39 Uhr

Eine offizielle Hymne für Nordfriesland - diesen Wunsch hatte der Kreis schon länger. So wurde 2014 ein Wettbewerb ausgeschrieben für neue Übersetzungen des friesischen Textes „Gölj - rüüdj - ween“ aus den 1920er Jahren. Gekürt wurden eine hochdeutsche, plattdeutsche und dänische Fassung, eine im dänischen Dialekt Sønderjysk kommt noch hinzu. Auch ein neues Arrangement für die Melodie aus den zwanziger Jahren wurde gefunden.

Jetzt ist die Hymne beschlossene Sache. Nur die Anlässe, zu denen sie gesungen wird, müssten noch von den Kreistagsfraktionen festgelegt werden, sagt Kreissprecher Hans-Martin Slopianka. Der Text erinnert an die Farben der Nordfriesland-Fahne: gold, rot, blau. Hier können Sie den Text lesen und die Melodie anhören.

„Ein dörfliches Liebeslied“ sei das, findet Marion Petersen. Ihre plattdeutsche Version hat gewonnen. „Bei einer martialischen Hymne hätte ich auch nicht mitgemacht.“ Marion Petersen stammt aus Nordfriesland und hat bereits gedichtet und an Wettbewerben teilgenommen. Der Wunsch der Hamburgerin: „Es wäre schön, das mal zu hören.“

Der Kreis sei wohl bundesweit der einzige mit eigener Hymne, sagt Slopianka. Markus Mempel vom Deutschen Landkreistag sind zumindest in  den letzten Jahren keine anderen bekannt, ebenso wie dem Schleswig-Holsteinischen Landkreistag. „Ungewöhnlich“ sei das, sagt Mempel, aber alles sei positiv, „was die Identität verstärkt, was die Bindung an den örtlichen Lebensraum stärkt“.

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