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Kuriose Tierfreundschaft : Der Junge mit dem Huhn

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In Felm (Kreis Rendsburg-Eckernförde) pflegen ein Junge und ein Huhn eine ungewöhnliche Freundschaft. Jean-Luc und Lucy sind quasi unzertrennlich.

Felm | Wenn der elfjährige Jean-Luc mit seinem Fahrrad durch das kleine Örtchen Felm im Kreis Rendsburg-Eckernförde fährt, dann gucken die Leute. Sie gucken, weil er auf dem Rad nicht alleine ist. Hinten auf dem Gepäckträger sitzt im Fahrradkorb Huhn Lucy und genießt die Fahrt durchs Dorf. Sein holländische Zwerghaubenhuhn nimmt Jean-Luc fast überall mit hin. Es ist eben eine ganz besondere Freundschaft zwischen den beiden.
Angefangen hat alles vor gut zwei Jahren. Opa Bernd Tennro, der gemeinsam mit Jean-Luc und seiner Mutter auf Hof Kraienwisch lebt, ist bis nach Meldorf im Kreis Dithmarschen gefahren, um hier Zwerghaubenhühner zu kaufen. Der kleine Jean-Luc kam mit, und hat seine Lucy hier zum ersten Mal gesehen. Doch von Liebe auf den ersten Blick kann nicht die Rede sein. "Die waren mir alle viel zu verrückt. Und Lucy war die Wildeste von allen", erzählt er. Ein richtig verrücktes Huhn eben.

Freundschaft beginnt mit einer Rettung

Nach einer turbulenten Woche auf dem Hof ist die kleine Lucy dann sogar aus ihrem Käfig ausgebüxt. Jean-Luc beobachtete, wie sie sich in einem Baum versteckte und dann plötzlich herunterfiel. Sofort rannte er los, um das Huhn zu retten. Lucy hatte sich körperlich nichts getan, doch der Schreck und die Aufregung saßen tief. "Ganz verstört war sie", erinnert er sich. Mit Streichelheinheiten beruhigte er das Huhn und redete ihm gut zu.
Seitdem sind die beiden unzertrennlich. Überall wo er kann, nimmt Jean-Luc seine Lucy mit. Es geht zum Hähnewettkrähen, auf eine Spritztour durchs Dorf oder sogar mit in die Schule. "Als das Thema Bauernhof dran war, hat er Lucy mitgenommen und vorgestellt", erzählt Mutter Silke Tennro. Im Auto darf Lucy immer auf Jean-Lucs Schoß sitzen, während die anderen Wettkampftiere in ihren Käfigen bleiben müssen. Ein besonders Huhn bekommt eben auch eine besondere Behandlung.
Dass Hühner so zahm sind, ist eher ungewöhnlich. "Man sieht, dass er sehr viel Zeit mit Lucy verbringt", erklärt Opa Bernd. Die anderen Hühner sind längst nicht so. Viele laufen weg, wenn sie hochgehoben werden sollen. Aber nicht Lucy. Gemütlich sitzt sie auf Jean-Lucs Schulter, schaut sich um, genießt die Aussicht. Hier fühlt sie sich sichtlich wohl.
Doch mit ins Haus darf Lucy nicht. Vorsichtig setzt er sie ab, bevor es rein geht. "Sie ist schließlich nicht stubenrein", sagt Mutter Silke. Aber treu wie ein Hund bleibt Lucy vor der Tür stehen und wartet auf ihren besten Freund. "Doch manchmal, wenn Mama nicht da ist, nehm ich sie auch schon mal mit in mein Zimmer", gesteht Jean-Luc. Da steht sie dann vor dem Spiegel und erschrickt, wenn sich das Huhn gegenüber plötzlich bewegt, erzählt er lachend.
Auch Hund Johnny hat das Huhn bereits voll und ganz akzeptiert. Er liegt gemütlich auf dem Rasen, während Lucy um ihn herum stolziert. Jagen würde er sie nie. Sie gehört eben zur Familie.

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erstellt am 22.Aug.2013 | 08:26 Uhr

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