Heftige Niederschläge : Der Juli in SH – zu nass für die Rapsernte

Regen, Regen, Regen – die Ernte im Norden steht vorerst still. Hoch „Finchen“ könnte es richten.

shz.de von
30. Juli 2015, 15:26 Uhr

Rendsburg | Der Regen der vergangenen Tage hat die Rapsernte in vielen Teilen Schleswig-Holsteins unterbrochen. An einigen Stellen sei der Raps durch die teils heftigen Niederschläge zu Boden gedrückt worden, sagte die Sprecherin der Landwirtschaftskammer, Daniela Rixen, am Donnerstag. Die Lage sei aber noch nicht dramatisch, sagte sie. „Wenn das Wetter, wie vorhergesagt, am Wochenende besser wird, kann die Ernte weitergehen“, sagte Rixen.

Im Vergleich aller Bundesländer war Schleswig-Holstein nach Angaben des DWD im Juli mit 17 Grad Celsius das kühlste und mit ungefähr 127 Liter Regen je Quadratmeter das nasseste Bundesland. Gemessen am langjährigen Mittel von 80 Litern pro Quadratmeter war der Monat in Schleswig-Holstein vor allem zu nass. Die Durchschnittstemperatur lag im Mittel der vergangenen Jahre bei 16,3 Grad.  Auch Hamburg war mit 18,2 Grad Celsius (langjähriger Mittelwert 17,0 Grad) ein vergleichsweise kühles, mit zirka 103 Litern auf den Quadratmeter (77 Liter je Quadratmeter) ein nasses und mit rund 202 Stunden (201 Stunden) sonnenscheinarmes Bundesland. Bundesweit dagegen sei der Juli deutlich zu warm mit vielen Temperaturrekorden gewesen, teilte der DWD am Donnerstag mit.

Neben dem Raps steht nach Angaben der Kammer vereinzelt noch Gerste auf den Feldern. Die Weizenernte hat dagegen noch nicht begonnen.„Dem Mais hat die Kombination aus wärmerem Wetter Anfang Juli und dem Regen dieser Woche sogar gut getan. Dadurch konnte er seinen Wachstumsrückstand aufholen“, sagte Rixen. Für die Ernte von Gerste, Raps und Weizen wären fünf bis sechs Tage Sonnenschein und etwas Wind optimal, damit das Getreide trocknen könne, sagte die Sprecherin.

Die Chancen darauf stehen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nicht schlecht. Die Kombination aus einem kräftigen Tief über dem Atlantik und Hoch „Finchen“ über Mittel- und Osteuropa werde Saharaluft und Deutschland lenken, die spätestens am Sonntag auch Norddeutschland erreichen werde, sagte Christian Herold von der Wettervorhersagezentrale des DWD. Allerdings werde das näher rückende Atlantiktief schon bald wieder Gewitter und kältere Luft in den Norden bringen, sagt er.

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