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Norderstedt : Der blaue Bach: Es war ein Industriefarbstoff

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Kupferphthalocyanin. So nennt sich der harmlose Farbstoff, der die Rugenwedelsau in Norderstedt bei Hamburg zu einem leuchten-blauen Bach gemacht hat.

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2013 | 10:00 Uhr

Norderstedt / Bad Segeberg | Die gute Nachricht: "Der Stoff richtet wenig Schaden an", sagte Armin von Anshelm, Leiter der Wasserbehörde des Kreises Segeberg, gestern unserer Zeitung. Tatsächlich darf Kupferphthalocyanin laut Gefahrstoff-Datenbank des Fachbereichs Chemie der Universität Hamburg sogar in kosmetischen Mitteln enthalten sein. Gleichwohl wird nach dem Verursacher der Verunreinigung gefahndet.
"Die Ermittlungen konzentrieren sich zwar auf ein Gewerbegebiet in Norderstedt, sie sind aber schwierig", sagt von Anshelm. Der Grund: Es hat seit Sonntagabend, als die Blaufärbung entdeckt wurde, stark geregnet, alle denkbaren Reste wurden weggespült. "Dieser Farbstoff läuft nahezu rückstandsfrei ab", erklärt der Behördenleiter. "Wenn wir Glück haben, erwischen wir vielleicht mal eine Alge, an der das Blau haften blieb."
In Norderstedt hat sich das Blau bereits bachabwärts verlagert. Der teure, extrem färbende Stoff - Anshelm schätzt die Menge auf noch nicht mal ein Kilo - fließt mit der Rugenwedelsau im südlichen Bönningstedt (Kreis Pinneberg) in die Mühlenau und landet über die Pinnau schließlich in der Elbe. Dort allerdings wird sich das Blau dann längst verdünnisiert haben.

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