Überfall in Lübeck : Der Axt-Mörder schweigt

Die Geschwister trauern in einer Botschaft am Tatort um die ermordete K. Tzola. Foto: Kröger
1 von 2
Die Geschwister trauern in einer Botschaft am Tatort um die ermordete K. Tzola. Foto: Kröger

Auch zwei Tage nach seiner blutigen Tat schweigt der 37-jährige Axt-Mörder von Lübeck. Er hat seine Ex-Frau "Poppi" Tzola auf offener Straße erschlagen. Eine Polizistin konnte ihn unmittelbar danach festnehmen. Unterdessen erhebt der Bruder des Opfers schwere Vorwürfe gegen die Justiz.

Avatar_shz von
02. Januar 2008, 01:33 Uhr

Nach der Axt-Attacke auf eine Frau auf offener Straße in Lübeck hat der mutmaßliche Täter zu den Vorwürfen geschwiegen. "Der Mann zeigte keinerlei Emotionen und machte von seinem Recht, die Aussage zu verweigern, Gebrauch", sagte der Lübecker Oberstaatsanwalt Klaus-Dieter Schultz. Der 37-Jährige hatte seine Ex-Frau am Freitag mit einem Beil getötet. Er befindet sich inzwischen wegen dringenden Mordverdachts in Untersuchungshaft.
Die griechischstämmige K. Tzola (36), Mutter zweier Kinder, war am Freitagmittag mit ihrem Fahrrad auf dem Nachhauseweg, als ihr früherer Ehemann, ebenfalls auf einem Fahrrad, von hinten an sie heranfuhr und mit der Axt auf sie einschlug. Eine zufällig vorbeikommende Polizistin konnte den Mann kurz nach der Tat überwältigen und festnehmen.
Bruder der Toten: "Sie wurde monatelang terrorisiert"
Unterdessen erhob der Bruder des Opfers schwere Vorwürfe gegen die Behörden. Diese hätten es zugelassen, dass der Täter seine Ex-Frau monatelang terrorisiert habe, bevor er sie am Freitag erschlug, sagte der 33-Jährige in einem Interview. "Seit Monaten hat meine Schwester in Angst vor ihrem Ex-Mann gelebt", so der Bruder. "Wir haben uns auf die Gerichte verlassen, dass sie meine Schwester vor ihm schützen würden und ihn wegsperren."
Laut Akten der Staatsanwaltschaft ist der Täter zuletzt im Jahr 2006 wegen Bedrohung und Körperverletzung gegen seine Frau in Erscheinung getreten. "Aktuelle Verfahren gegen den Mann lagen uns nicht vor", sagte Staatsanwalt Schultz. Die beiden Kinder der ermordeten Frau, ein vierjähriger Junge und ein siebenjähriges Mädchen stammen aus der Ehe mit dem Täter. Sie befinden sich derzeit in der Obhut ihres Großvaters. Zudem werden die Geschwister psychologisch und seelsorgerisch betreut.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen