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Energieberatung in SH : Dem Energieversorger ein Schnippchen schlagen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die nächste Stromrechnung kommt bestimmt – doch es kann häufig gespart werden. In 21 schleswig-holsteinischen Orten gibt es bis Ende Oktober kostenlose Energieberatung durch Experten der Verbraucherzentrale.

Kiel | Die nächste Abrechnung des Stromlieferanten kommt bestimmt – und dann wird wieder geschimpft: Über die hohe EEG-Umlage für alternative Energien oder über Vater Staat, der mit seiner Mehrwertsteuer bei der Energieverteuerung sogar noch mitkassiert. Der Zorn ist sicherlich berechtigt , bringt jedoch wenig. Besser ist deshalb, selbst an der Stromkostenschraube zu drehen, indem man weniger Energie nachfragt.

„Beim Stromverbrauch hat sich in den vergangen Jahren viel getan“, erklärt Carina Voge von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „Die großen Haushaltsgeräte sind ständig effizienter geworden“. Dennoch seien aber die Kosten für die meisten Haushalte nicht gesunken. Das liegt, so Vogel, natürlich zum einen an den steigenden Energiepreisen – zum anderen aber auch daran, dass die meisten Menschen einfach immer mehr elektrische Geräte besitzen. Dieser zusätzliche Verbrauch frisst die Einsparungen in allen anderen Bereichen manchmal schnell wieder auf. Zwar haben sich viele Stromspartipps herumgesprochen, doch noch immer ist reichlich Sparpotential im Haushalt vorhanden.

Kochen: 40 Prozent Energie spart es ein, wenn man beim Kochen den Deckel auf den Topf legt. Wird kurz vor dem Ende des Garens oder Bratens der Herd abgestellt, spart das rund 15 Prozent Energie.

Backen: Werden Brötchen auf einem Toaster mit Aufsatz statt im Backofen erwärmt, macht das sogar einen Unterschied von 70 Prozent aus. Im Backofen ist außerdem die Zubereitung in Umluft um 15 Prozent sparsamer als Ober- und Unterhitze. Wer nicht vorheizt, braucht acht Prozent weniger Energie.

Kühlen: Wenn das Kühlgerät keine No-Frost-Funktion hat, sollte es mindestens einmal im Jahr abgetaut werden. Denn eine ein Zentimeter dicke Eisschicht erhöht den Stromverbrauch um 10 bis 15 Prozent.

Staut sich am Wärmetauscher an der Rückseite des Gerätes die Abluft, weil die Lüftungsschlitze zugestellt sind, müssen Kühl- und Gefrierschrank mehr leisten. Der Mehrverbrauch an Strom kann sich auf bis zu 10 Prozent belaufen. Und dieser Tipp liegt eigentlich auf der Hand: Werden noch warme Reste vom Abendessen in den Kühlschrank gegeben, muss er mehr leisten. Wer darauf verzichtet, spart den zusätzlichen Stromverbrauch.

Waschen: Unter hygienischen Gesichtspunkten reicht es in den meisten Fällen, Wäsche mit nur 30 oder 40 Grad zu waschen. Außerdem kostet es weniger: Allein schon das Waschen mit 60 statt mit 90 Grad senkt den Stromverbrauch der Maschine um mindestens 40 Prozent. Wer auf den Vorwaschgang verzichtet, braucht zwischen 10 und 30 Prozent weniger.

Beleuchtung: Es gibt noch klassische Glühlampen in vielen Haushalten. LEDs oder Energiesparlampen benötigen aber rund 80 Prozent weniger Strom. Sonst gilt: Licht ausschalten, wenn man den Raum verlässt – auch dadurch lässt sich sparen.

Elektrogeräte: Wird etwas ausgeschaltet, wenn man es nicht braucht, spart das Strom. Verdeckte Stromfresser sind Geräte im Stand-by-Modus. So kann eine HiFi-Anlage mit 21 Watt Leerlaufverlust allein etwa 53 Euro Stromkosten im Jahr verbrauchen – ohne jemals Musik zu spielen. Die Geräte gehören daher am besten an eine schaltbare Steckerleiste, die richtig vom Stromnetz getrennt werden kann. Das gilt auch für das Netzteil des Handys, wenn das Gerät nicht mehr daran hängt. Vier dieser Netzteile verbrauchen rund 50 Euro Stromkosten im Jahr, wenn sie konstant an der Steckdose hängen. Noch eine Faustregel: Je heller und bunter Bildschirme sind, desto größer ist ihr Strombedarf. Der Computer sollte bei Nichtbenutzung nach 15 Minuten in den Ruhezustand wechseln.

An 21 Standorten beraten Energieberater der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein im Rahmen der Aktion „Und was hängt bei Ihnen alles an der Dose?“ kostenlos zu allen Fragen rund ums Stromsparen bei Unterhaltungselektronik. Das Angebot richtet sich an alle privaten Verbraucher. Die Beratung findet nach Terminvereinbarung unter 0431/59099-40 oder 0800/809 802 400 (kostenfrei) in Flensburg, Niebüll, Westerland, Husum, Heide, Itzehoe, Schenefeld, Uetersen, Pinneberg, Kaltenkirchen, Norderstedt, Bad Segeberg, Bad Oldesloe, Geesthacht, Mölln, Lübeck, Eutin, Neumünster, Rendsburg, Kiel Schleswig statt. Infos auch unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder www.vzsh.de. Die Aktion endet am 31.Oktober.

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erstellt am 29.Sep.2014 | 19:28 Uhr

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