Witterung : Dauerregen bedroht Ernte im ganzen Norden

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13. August 2011, 12:07 Uhr

Berlin/Rendsburg | Dauerregen und völlig durchweichte Böden bedrohen die Ernte im Norden und Nordosten Deutschlands. In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern sowie in Teilen Niedersachsens und Brandenburgs sind zahlreiche Felder auf längere Zeit unbefahrbar, wie der Deutsche Bauernverband gestern in Berlin mitteilte. Betroffen seien Getreide und Raps, auch viele Grünland- und Futterbetriebe könnten Gras und Heu nicht einbringen. Bei Mengen und Qualität der Getreideernte zeichneten sich Einbußen ab. Einzelnen Höfen - vor allem in Mecklenburg-Vorpommern - drohten Totalausfälle.

Nicht ganz so schlimm, aber dennoch hart betroffen, sind auch Landwirte des nördlichsten Bundeslandes. "Mit Blick auf die Gerste und den Raps haben wir Glück gehabt, beides ist weitgehend vom Halm", sagt Dr. Susanne Werner (34), Referentin für Agrar erzeugnisse beim Bauernverband Schleswig-Holstein in Rendsburg. Anders hingegen beim Weizen, der vielfach noch nicht abgeerntet sei. Wegen des durchnässten Bodens könnten Erntemaschinen nicht auf die Felder. Mengenmäßig seien die Schäden bislang nicht abzuschätzen. "Beim Weizen droht zumindest ein massiver Qualitätsverlust", sagt die Agrarexpertin. Das heißt: "Die Backeigenschaften nehmen extrem ab." Auch die Proteinwerte ließen nach. In Schleswig-Holstein werde vorwiegend Brotweizen angebaut. Überdies mache der anhaltende Regen auch dem Hafer und "Triticalen" - vorwiegend Futtergetreide - zu schaffen.

Damit tonnenschwere Mähdrescher wieder auf die Felder könnten, bräuchten die feuchten Böden zwei bis drei regenfreie Tage zum Trocknen. "Ein Tag Sonne nützt noch nichts", macht ein Sprecher des Deutschen Bauernverbands in Berlin deutlich.

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