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Auf Initiative der Piraten-Partei : Datenschutz vor Naturbeobachtung: Wildkameras verboten

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Big Brother im Wald? Datenschützer und Piraten-Partei setzen sich mit ihrer Kritik an Kameras im Forst durch.

Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten drehen den Wildkameras in ihren Revieren den Saft ab. Zumindest in den öffentlich zugänglichen Wäldern sind Kameras künftig „grundsätzlich unzulässig“. Das geht aus einer internen Betriebsanweisung hervor, die shz.de vorliegt.

Die Landesanstalt reagiert damit auf die anhaltende Debatte über Datenschutz in ihren Wäldern, die mit über 170.000 Hektar ein Drittel der Waldfläche Schleswig-Holsteins einnehmen. Die Piraten im Landtag und das Unabhängige Landeszentrum für Schleswig-Holstein hatten die Überwachung zuvor kritisiert.

Die Anweisung sei für Förster aber auch Gäste mit Jagderlaubnis verbindlich, bestätigte Volker Weiß, bei den Landesforsten zuständig für Jagd und Biologische Produktion. „Wir wollen nicht, dass Wildkameras zum Massenphänomen werden“, so Weiß. Die Anweisung setze Grenzen, damit Waldbesucher unbehelligt spazieren können.

Patrick Breyer will eine „Ersatzstimme“ einführen.

Patrick Breyer.

Foto: dpa
 

Gänzlich verboten ist die Video- und Fotoüberwachung damit nicht. Wer ein solches Gerät aufstellen will, benötigt eine Genehmigung der örtlichen Revierleitung. Vom Verbot ausgenommen sind etwa Kameras als Unterstützung wissenschaftlicher Projekte oder zur seuchenhygienischen Überwachung von Futterstellen.

Doch selbst dann darf die Kamera keine zugängigen Bereiche wie Wege, Sitzgelegenheiten oder zum Beispiel Parkplätze erfassen. Für Bereiche, in denen eine Betretungsverbot gilt, bleiben Wildkameras zulässig. Auch für private Wälder können die Regelungen nicht gelten.

Vor allem der Landtagsabgeordnete Patrick Breyer hatte sich für ein Kamera-Verbot stark gemacht. Der Pirat ist zufrieden, auch wenn er sich ein schärferes Verbot gewünscht hätte: „Eine Überwachung unserer Wälder ist nun im Regelfall ausgeschlossen.“

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erstellt am 22.Dez.2015 | 13:24 Uhr

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