Helgoland : Das Seekabel ist angekommen

Die Kabellegerbarge 'Nostag 10' legt nur wenige hundert Meter vom Strand der Hochseeinsel Helgoland (Kreis Pinneberg) entfernt die letzten Meter des längsten deutschen Seestromkabels. Foto: dpa
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Die Kabellegerbarge "Nostag 10" legt nur wenige hundert Meter vom Strand der Hochseeinsel Helgoland (Kreis Pinneberg) entfernt die letzten Meter des längsten deutschen Seestromkabels. Foto: dpa

Es ist angekommen: das Seekabel, das Helgoland künftig mit Strom versorgen soll. Freitagmittag wurde es am Dünenstrand befestigt. Die letzten Meter Kabel wurden per Bagger gezogen.

shz.de von
24. Juni 2009, 12:23 Uhr

21 Tage waren eingeplant - zwölf waren es lediglich. Das Spezialschiff, mit dem das längste Drehstromkabel Deutschlands durch die Nordsee nach Helgoland verlegt wurde, liegt vor der Düne. 53 Kilometer sind ab Sankt Peter-Ording gezogen worden.
"Die Technologie des Verlegens ist so noch nie getestet worden, weshalb wir ein großzügiges Zeitfenster gewählt haben", sagt Karsten Reimer, technischer Projektleiter bei Eon Hanse. Zum Teil kam die so genannte Barge - das Spezialschiff, das das Kabel verlegt - 50 Meter pro Minute voran. "Eingeplant waren zwischen 200 und 600 Meter die Stunde", so Reimer.
Pilotprojekt mit erfahrener Mannschaft
Obwohl die Arbeiten schnell voran gehen, ist an Bord der Barge keine Hektik zu spüren. Die internationale Crew, bestehend aus 40 Mann, weiß, was zu tun ist. Reimer: "Die Männer verlegen sonst Telefonkabel im Meer. Das ist in den Arbeitsabläufen nicht viel anders."
Bis 150 Meter kommt die Barge an den Strand der Düne heran. Den Rest muss ein Bagger erledigen: Das Kabel-Ende wird auf Schwimmkissen zu Wasser gelassen und an einem Stahlseil befestigt, welches der Bagger über den Sand an Land zieht. Seinen Plan, das noch am Donnerstagabend zu schaffen, musste Projektmanager Reimer aber begraben. Freitagmittag gegen 11.30 Uhr wurde das Endstück in ein bereit gelegtes Rohr eingefädelt. Um 12.21 Uhr meldete Eon-Pressesprecher Volker Mielisch: "Das Kabel liegt, die Hauptarbeit ist getan." Zunächst waren alle Arbeiter still, dann gab es Applaus und Händeschütteln.
Ab September soll der Strom fließen
Bevor Helgoland aber mit Festlandstrom versorgt werden kann, dauert es noch etwas. So müssen noch ein Transformator gebaut und diverse weitere Arbeiten ausgeführt werden. Im September soll alles fertig sein.
Bisher hat Deutschlands einzige Hochseeinsel ihren Strombedarf mit Dieselgeneratoren gedeckt. Sie bleiben zur Notversorgung erhalten. Mit dem Kabel spart die Insel jährlich 6000 Tonnen Diesel ein.


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