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Schulbeginn in SH : Das müssen Kinder beim Schulweg beachten

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Nächste Woche fängt in SH wieder die Schule an. Dann machen sich auch ABC-Schützen auf den Schulweg. Sie können Gefahren oft noch nicht einschätzen.

Die großen Ferien gehen zu Ende, in einer Woche beginnt in Schleswig-Holstein der Unterricht: 300.000 Schüler, darunter 20.000 ABC-Schützen, machen sich dann wieder auf den Schulweg – und der birgt Risiken: Fast 22.000 Kinder waren 2013 bundesweit in Verkehrsunfälle verwickelt. Besonders häufig verunglücken Kinder am frühen Morgen, zwischen sieben und acht Uhr, sowie ab Mittag, wenn die Schule aus ist.

Die Verkehrswacht empfiehlt deshalb, in diesen Tagen den Weg mit jungen Kindern, die jetzt eingeschult werden oder zur weiterführenden Schule wechseln, in diesen Tagen einzuüben. „Wir raten, den Weg zu der Tageszeit abzulaufen, an der die Kinder auch auf dem Weg zur Schule sein werden, um sie mit dem tatsächlichen Verkehrsaufkommen bekannt zu machen“, erklärt Elisabeth Pier, Geschäftsführerin der Verkehrswacht Schleswig-Holstein. „Dabei ist der sicherste Weg nicht zwangsläufig der kürzeste!“, gibt Pier zu Bedenken. Ein kleiner Umweg kann sich lohnen, wenn dafür Ampeln oder Schülerlotsen das Überqueren der Straße sicher machen.

Hier die Tipps der Verkehrswacht:

>Ihr Kind sollte grundsätzlich an der Hausseite der Gehwege gehen und nicht am Straßenrand.

>Straßen sollten nur an Ampeln, Zebrastreifen, Mittelinseln und übersichtlichen Stellen überquert werden.

> Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es an Ampeln auch auf abbiegende Fahrzeuge achten muss.

>Am Zebrastreifen muss das Kind warten, bis eine Lücke im Verkehr entsteht. Erklären Sie Ihrem Kind, dass es erst losgehen soll, wenn alle Fahrzeuge stehen.

> Unter Zeitdruck sinkt die Achtsamkeit des Kindes. Planen Sie einen ausreichenden Zeitpuffer ein.

>Achten Sie darauf, dass Ihr Kind – besonders in der dunklen Jahreszeit – helle oder retro-reflektierende Kleidung und einen entsprechenden Schulranzen trägt. So wird es von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen.

> Erst nach der Radfahrausbildung sollte Ihr Kind mit dem Fahrrad zur Schule fahren.

Das Schulwegtraining sollte so oft wiederholt werden, bis das Kind ausreichend Sicherheit zeigt. Um zu prüfen, ob es alle Verhaltensregeln verstanden hat und beherrscht, können Eltern einen „Rollentausch“ vorschlagen: „Spielen Sie die Rolle des Kindes und lassen Sie sich von Ihrem Kind zur Schule bringen“, empfiehlt Pier.

Wenn das Kind allein zur Schule geht, sollten sich Eltern in Abständen darüber vergewissern, ob es den besprochenen Schulweg und die Regeln einhält. „Gerade wenn andere Kinder hinzu kommen, ändert sich das Verhalten“, so die Erfahrung der Expertin.

Die Verkehrswacht hält nichts davon, dass Eltern ihr Kind auch auf kürzeren Strecken mit dem Auto zur Schule bringen: „Das Elterntaxi schränkt den Radius für eigene Erfahrungen zu sehr ein und hält Kinder in der Unselbstständigkeit“. Gemeinsam mit den Kindern lernen und sie zu mündigen Verkehrsteilnehmern zu machen, sei die bessere Alternative.

Was viele Eltern vergessen: Kinder leben in ihrer eigenen Welt. Sie hören nur, was sie hören wollen. Sie sehen nur, was sie gerade interessiert. Das hat aktuell die Psychologin Nilli Lavie vom Institut für kognitive Neurowissenschaften am University College in London herausgefunden. Sogar Jugendliche bis zum Alter von 14 Jahren leiden an dieser speziellen Form von Blindheit. Richten sie ihre Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Sache, betrachten sie alles andere in ihrer Umwelt mit einem Tunnelblick.

Auch der Gesetzgeber weiß, dass Kinder trotz aller Vorsichtsmaßnahmen oftmals überfordert sind, wenn sie die Gefahren im motorisierten Straßenverkehr erkennen sollen. Dies gilt besonders für die Einschätzung von Geschwindigkeiten und Entfernungen. Darum haften Kinder für Schäden, die sie einem Dritten bei einem Verkehrsunfall fahrlässig zufügen, erst ab ihrem zehnten Geburtstag. „Autofahrer, die in einen Unfall mit einem nicht-deliktsfähigen Kind verwickelt werden, haften also unabhängig von der Schuldfrage“, erklärt die Versicherung Huk Coburg. Ob ältere Kinder über zehn Jahren tatsächlich für einen Unfall und seine Folgen einstehen müssen, hängt von ihrer allgemeinen Einsichtsfähigkeit ab – ob sie also die eigene Verantwortung und die Konsequenzen ihrer Handlungen generell richtig einschätzen können.

Durch die Haftungsprivilegierung von Kindern unter zehn Jahren müssen Autofahrer zudem stets damit rechnen, dass Kinder sich im Verkehr nicht regelkonform verhalten. Wer Kinder sieht, muss vorsichtig fahren: Also beide Straßenseiten im Auge behalten und so fahren, dass man jederzeit bremsen kann. Dies gilt besonders in verkehrsberuhigten Zonen sowie vor Kindergärten und Schulen.

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erstellt am 18.Aug.2014 | 15:22 Uhr

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