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Jahresrückblick : Das hat uns in SH 2015 bewegt - von Oktober bis Dezember

vom
Aus der Onlineredaktion

Terror in Paris, große Anteilnahme nach Tod von Helmut Schmidt und 25 Tonnen Tequila im Klärwerk

shz.de von
erstellt am 30.Dez.2015 | 17:00 Uhr

1. Oktober: Hamburg beschließt Gesetz zur Beschlagnahme leerstehender Immobilien

 

Hamburg macht ernst: SPD, Grüne und Linke beschließen das umstrittene Gesetz zur Beschlagnahme leerstehender Immobilien, um Flüchtling unterzubringen. Durch das „Gesetz zur Sicherung der Flüchtlingsunterbringung in Einrichtungen“ ist es fortan möglich, dass die Stadt auch gegen den Willen des Eigentümers etwa leerstehende Lagerhallen beschlagnahmen kann. Kritiker bemängeln, dass sich der Gesetzestext auf alle und nicht nur auf Gewerbeimmobilien bezieht.

8. Oktober: Kind mit verseuchten Spritzen gequält - Haftstrafe für Mutter

 

Wegen Misshandlung ihres Kindes mit verseuchten Spritzen verurteilt das Landgericht Hamburg die Mutter zu zwei Jahren und neun Monaten Haft. Die 30-Jährige habe ihr Kind gequält und in Lebensgefahr gebracht, sagt der Vorsitzende Richter. Die Angeklagte wird der Misshandlung von Schutzbefohlenen und der gefährlichen Körperverletzung in sechs Fällen schuldig gesprochen. Die Mutter hatte ihrem dreijährigen Sohn über Monate mit Fäkalien, Speichel oder Blumenwasser vermischte Substanzen gespritzt. Der Junge musste mehrfach ins Krankenhaus, zeitweise befand er sich in Lebensgefahr auf der Intensivstation.

15. Oktober: Toter Säugling in Sülfeld entdeckt

Pastor Steffen Paar trägt den Sarg mit dem toten Baby aus der Kirche.

Pastor Steffen Paar trägt den Sarg mit dem toten Baby aus der Kirche.

Foto: Carsten Rehder
 

Ein toter Säugling wird in einer Tüte verpackt in einem Mülleimer an einer Bushaltestelle im Kreis Segeberg gefunden. Auch Wochen später ist die Identität des Säuglings unbekannt, von der Mutter fehlt jede Spur. Am 20. November nehmen rund 150 Menschen in einer bewegenden Trauerfeier Abschied von dem kleinen Mädchen. Die Gemeinde gab dem Baby den Namen Teresa - in Erinnerung an den Todestag der Heiligen Teresa von Avila (1515-1582).

15. Oktober: Albig ändert Ton in Flüchtlingsdebatte und geht Kompromisse ein

Ministerpräsident in Sorgen: Torsten Albig, hier beim Besuch einer Erstaufnahme in Kiel, sieht das Land vor Problemen in der Flüchtskrise.

Ministerpräsident in Sorgen: Torsten Albig, hier beim Besuch einer Erstaufnahme in Kiel, sieht das Land vor Problemen in der Flüchtskrise.

Foto: dpa
 

Ungeschminkt wie nie zuvor in der Öffentlichkeit beschreibt Regierungschef Albig die schwierige Flüchtlingssituation: Das Land könne nicht Unendliches leisten. Defizite müssten ertragen werden, sagt er im Landtag. Nicht die Gesellschaft, aber Kommunen und Helfer gelangten an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Maßstab sei, dass Flüchtlinge so wenig wie möglich frieren und hungern sollen. „Diesen Satz vor einem halben Jahr hätte ich mit Abscheu und Empörung zurückgewiesen.“ Auch Winter-Zeltlager seien nicht auszuschließen.

16. Oktober: Kanzlerin Merkel fordert schnellere Abschiebung

„Große nationale Aufgabe“: Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin auf einer Pressekonferenz.
„Große nationale Aufgabe“: Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin auf einer Pressekonferenz. Foto: Wolfgang Kumm
 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fordert auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Hamburg eine schnellere Abschiebung abgelehnter Asylbewerber. „Die Belastung durch die große Zahl der Flüchtlinge ist enorm“, sagt die CDU-Vorsitzende. Merkel hält trotz wachsender Kritik an ihrem Kurs in der Flüchtlingskrise fest. So lehnt sie Forderungen nach Obergrenzen für die Aufnahme von Asylbewerbern weiterhin ab.

18. Oktober: Mutter stößt Kind vor U-Bahn

 

Eine Mutter stößt ihren elfjährigen Sohn am Hamburger U-Bahnhof Hoheluftbrücke vor einen einfahrenden Zug. Die Bahn überrollt das Kind, das dabei schwer verletzt wird und einen Fuß verliert. Um den Elfjährigen retten zu können, muss die Feuerwehr die Waggons mit Muskelkraft zur Seite schieben. Eine 38 Jahre alte Feuerwehrfrau kriecht unter die Bahn zu dem Jungen und beruhigt ihn. Die 31 Jahre alte Mutter wird in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen.

10. November: Helmut Schmidt stirbt mit 96 Jahren

Am Brahmsee, im Herzen von Schleswig-Holstein, fand Helmut Schmidt ein zweites Zuhause.
Am Brahmsee, im Herzen von Schleswig-Holstein, fand Helmut Schmidt ein zweites Zuhause.   Foto aus den 70-er Jahren. Foto: pt
 

Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt stirbt im Alter von 96 Jahren in seinem Haus in Hamburg-Langenhorn. Der SPD-Politiker war von 1974 bis 1982 Kanzler. Dabei war der Diplomvolkswirt mit der weltweiten Ölkrise in den 70er Jahren und dem Kampf gegen den RAF-Terrorismus konfrontiert. Auch der Streit um den Nato-Doppelbeschluss prägte Schmidts Kanzlerschaft. Den Hamburgern bleibt er vor allem wegen seines Engagements bei der Sturmflut 1962 in Erinnerung. Beim Staatsakt für Schmidt am 23. November kommen rund 1800 Gäste in den Hamburger Michel, darunter Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie Schmidts Freunde wie Frankreichs Ex-Präsident Valérie Giscard d’Estaing und der frühere US-Außenminister Henry Kissinger. Am 24. November wird Schmidt auf dem Friedhof Ohlsdorf neben seiner Frau Loki bestattet.

10. November: 1000 Stellen und fast eine halbe Milliarde Euro mehr für Flüchtlinge

Landesfinanzministerin Monika Heinold (Grüne) im Kieler Landtag.
Landesfinanzministerin Monika Heinold (Grüne) im Kieler Landtag. Foto: Axel Heimken
 

Die hohe Flüchtlingszahl führt zu erheblichen Korrekturen in der Haushaltspolitik Schleswig-Holsteins: Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) rechnet für 2016 mit „flüchtlingsbedingten“ Ausgaben von 805 Millionen Euro statt bis dato geplanter 314 Millionen. Um die Lage zu bewältigen, gibt es 1001 neue Stellen. Die Neuverschuldung steigt stark auf 261 Millionen Euro. Heinold nennt den Haushalt 2016 die größte finanzpolitische Herausforderung seit Jahrzehnten. Kritiker bemängeln die Fokussierung auf die Flüchtlingsfrage, denn deren haushaltspolitischen Risiken sind durchaus überschaubar - zumindest im Vergleich zu den Herausforderungen, die die HSH Nordbank verursacht.

13. November: 130 Tote bei Terror in Paris

Frankreich hält inne: Bei einer nationalen Trauerfeier am Invalidendom gedenken Präsident Hollande und mehr als 1000 geladende Gäste der Opfer der Anschläge von Paris.
Frankreich hält inne: Bei einer nationalen Trauerfeier am Invalidendom gedenken Präsident Hollande und mehr als 1000 geladende Gäste der Opfer der Anschläge von Paris. Foto: Ian Langsdon

Terrorangriffe erschüttern Paris - fast gleichzeitig im Konzertsaal „Bataclan“, mehreren Cafés und Restaurants im Osten von der Stadt sowie am Fußballstadion „Stade de France“ im Stadtteil Saint-Denis. Die Attentäter sprengen sich teilweise selbst in die Luft, andere ergreifen nach Anschlägen mit Schusswaffen die Flucht. Die Attacken gelten ausschließlich sogenannten „weichen Zielen“, den Freizeitaktivitäten der durchschnittlichen Pariser Bevölkerung und lösen gerade deshalb Entsetzen und Fassungslosigkeit aus. Zu den Anschlägen bekennt sich der sogenannte Islamische Staat. Frankreich greift daraufhin die islamistische Terrormiliz in Syrien an. Auch Deutschland beteiligt sich aus Solidarität mit Militär an dem Einsatz. In den Tagen nach den Anschlägen mit insgesamt 130 Todesopfern werden zahlreiche Details der Ermittlungsergebnisse bekannt. Spuren führen nach Belgien und auch nach Deutschland. Die Stimmung in Europa ist in der Folge angespannt. In Brüssel gibt es mehrfach Terroralarm. In Hannover wird ein Fußball-Länderspiel kurzfristig abgebrochen.

18. November: Einbetonierte Leiche in Hamburger Lokal gefunden

In diesem Restaurant im Hamburger Stadtteil St. Georg wurde die Leiche gefunden.
Ermittler der Hamburger Polizei stehen vor dem Restaurant im Hamburger Stadtteil St. Georg, in dem eine Leiche gefunden wurde. Foto: Bodo Marks (Archiv)
 

In einem Restaurant im Hamburger Stadtteil St. Georg findet die Polizei eine Leiche im Fußboden. Eine Obduktion ergibt, dass es sich bei dem Opfer um einen 49-jährigen Mann handelt, der durch einen Schuss in den Kopf getötet wurde. Die Polizei nimmt den 51 Jahre alten Koch des Lokals als Verdächtigen fest. Er gesteht die Tat im Verhör durch die Polizei.

19. November: Wirbel um ESC-Nominierung von Xavier Naidoo

Vertritt Deutschland schließlich doch nicht beim ESC: Sänger Xavier Naidoo.
Vertritt Deutschland schließlich doch nicht beim ESC: Sänger Xavier Naidoo. Foto: Uwe Anspach
 

Die ARD will den umstrittenen Sänger Xavier Naidoo für Deutschland zum Eurovision Song Contest (ESC) 2016 schicken. Das deutsche Publikum ist an der Auswahl dieses Mal nicht beteiligt. Der Plan: Die Zuschauer dürfen bei der Show „Unser Song für Xavier“ am 18. Februar nur noch über das Lied abstimmen, mit dem der Künstler in Stockholm ins Rennen gehen soll, wie der federführende Norddeutsche Rundfunk (NDR) in Hamburg mitteilt. Doch die Bekanntgabe trifft auf heftigen Widerstand, starker Protest formiert sich. Schon am 21. November zieht der NDR seine Xavier-Naidoo-Nominierung für den Eurovision Song Contest (ESC) wieder zurück.

24. November: Familiendrama in Wasbek

 

In Wasbek bei Neumünster sterben zwei Männer, eine Frau wird schwer verletzt. Ein 22-jähriger Mann schießt auf seine Eltern und richtete die Waffe anschließend gegen sich selbst. Gegen 2.30 Uhr am Dienstag werden Polizei und Rettungsdienst auf einen landwirtschaftlichen Hof bei Wasbek nahe Neumünster gerufen. Eine Mitarbeiterin hat über den Notruf Schüsse gemeldet. Die Beamten finden eine 45-jährige Frau mit schweren Verletzungen vor dem Gebäude. Im Haus liegt der 48-jährige Ehemann – tot. Mehrere Stunden sucht die Polizei in der Nacht mit Spürhunden nach dem 22-jährigen Sohn, bis die Beamten bei einem nahegelegenen Hochsitz seine Leiche finden.

24. November: Türkisches Militär schießt russischen Kampfjet ab

Brennende Suchoi Su-24 über Syrien: Der Abschuss des russichen Jagdbombers durch türkische Flugzeuge führt zu massiven diplomatischen Verstimmungen zwischen Russland und der Türkei.
Brennende Suchoi Su-24 über Syrien: Der Abschuss des russichen Jagdbombers durch türkische Flugzeuge führt zu massiven diplomatischen Verstimmungen zwischen Russland und der Türkei. Foto: Haberturk Tv Channel
 

Seit Anfang Oktober unterstützt die russische Armee im syrischen Bürgerkrieg Machthaber Baschar al-Assad im Kampf gegen Oppositionskräfte. Offiziell sind islamistische Terroristen das Ziel der russischen Intervention. Im Westen wird jedoch kritisiert, dass alle Feinde des syrischen Präsidenten Ziel der russischen Luftangriffe sind. Insbesondere im Grenzgebiet zum Nato-Land Türkei ist dies brandgefährlich. Denn auch die Türken sind, wie viele weitere Staaten, in Syrien aktiv und unterstützen bestimmte Gruppen. Sie warnen die Russen, ihrer Grenze nicht zu nahe zu kommen. Als sich doch ein Kampfflugzeug der Türkei nähert, steigen von dort Jets auf und schießen den Jagdbomber ab. Der Pilot kommt ums Leben. Der Zwischenfall führt zu einer neuen Eiszeit zwischen Russland und dem Westen. Präsident Wladimir Putin droht der Türkei mit Vergeltung und wirft ihr vor, Terrormilizen zu schützen. Außerhalb der Propaganda reagiert er aber eigentlich besonnen in der Auseinandersetzung mit der Nato. Bisher schwerwiegendste Reaktion auf den Abschuss: Russland verhängt ein Embargo für die Einfuhr von türkischem Gemüse.

29. November: Hamburger lehnen Olympia ab

Niederlage: Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (l., SPD), Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und Hamburgs zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft, Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die Grünen) nach Bekanntgabe der Ergebnisse des Bürgerentscheids im Rathaus.

Niederlage: Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (l., SPD), Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und Hamburgs zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft, Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die Grünen) nach Bekanntgabe der Ergebnisse des Bürgerentscheids im Rathaus.

Foto: Daniel Reinhardt, dpa
 

Die Hamburger lassen den Traum von Sportfunktionären und Politikern von Olympia 2024 in ihrer Stadt platzen. 51,6 Prozent stimmen beim Volksentscheid gegen Sommerspiele an der Elbe, nur 48,4 Prozent dafür. „Es scheint so, dass der olympische Gedanke und Deutschland im Moment nicht zusammenpassen“, sagt Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), sichtlich gezeichnet. „Das Ergebnis ist jetzt zu akzeptieren. Es ist ein Ergebnis, das für die Stadt insgesamt gilt und verbindlich ist“, fügt Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) enttäuscht an. Er wollte mit dem rot-grünen Senat die Spiele nach Hamburg holen. Ein zeitgleiches Referendum in Kiel geht zugunsten der Sommerspiele aus. In der Landeshauptstadt hätten die Segelwettbewerbe stattgefunden, wenn die Hamburger zugestimmt hätten.

4. Dezember: Mobiles Einsatzkommando verhaftet Rocker-Chef

Am 4. Dezember wird der mutmaßliche Chef der Rockergruppierung Mongols in Hamburg abgeführt.

Am 4. Dezember wird der mutmaßliche Chef der Rockergruppierung Mongols in Hamburg abgeführt.

Foto: Paul Weidenbaum/dpa
 

Mit Unterstützung des Mobilen Einsatzkommandos verhaftet die Hamburger Polizei einen Rocker-Chefs in Hamburg-Hoheluft. Der 37-Jährige soll gegen Bewährungsauflagen verstoßen haben. Bei der Durchsuchung der Wohnung finden die Beamten eine scharfe Waffe. Ende Oktober hatte eine Explosion am Sportwagen des Rockers für Aufsehen gesorgt. Ein Sprengsatz war unter dem Lamborghini detoniert, als der Mann das Auto ausparken wollte. Er blieb unverletzt, aber der Wagen, umliegende Fensterscheiben und eine Stahltür wurden beschädigt. Bis zum 10. Dezember führt die Polizei an mehreren Orten Razzien gegen Rockerclubs durch.

6. Dezember: Feuerwehrmann stirbt bei Einsatz in Marne

Bei diesem Großfeuer in der Innenstadt von Marne kam ein Feuerwehrmann ums Leben.

Bei diesem Großfeuer in der Innenstadt von Marne kam ein Feuerwehrmann ums Leben.

Foto: Karsten Schröder
 

Beim Löschen eines Brandes in der Marner Innenstadt (Kreis Dithmarschen) kommt ein junger Feuerwehrmann ums Leben. Es ist nach Angaben der Feuerwehr in Schleswig-Holstein der erste tödliche Unfall in ihren Reihen seit neun Jahren. Das Feuer bricht in einem Eisenwarengeschäft in Marne aus, das Ende des Jahres geschlossen werden sollte. An den Löscharbeiten sind bis zu 200 Feuerwehrleute beteiligt. Der 31 Jahre alte Feuerwehrmann muss für die Löscharbeiten in das brennende Haus. Nach Angaben des Amtswehrführers zündet das Feuer plötzlich durch - das heißt, es vergrößert sich in Bruchteilen von Sekunden sehr stark. Der Verunglückte war seit 13 Jahren für die Freiwillige Feuerwehr Marne im Einsatz. Er galt als erfahrener Atemschutzgeräteträger.

10. Dezember: Erste Tornado-Aufklärungsjets starten zum Syrien-Einsatz

Auf in den Einsatz: Die ersten Tornados starteten aus Jagel in die Türkei.
Auf in den Einsatz: Die ersten Tornados starteten aus Jagel in die Türkei. Foto: dpa
 

Vom schleswig-holsteinischen Flugplatz Jagel starten die beiden ersten Tornado-Jets in den Syrien-Einsatz gestartet. Sie sollen den Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) unterstützen. Erstes Ziel ihrer Reise ist die Türkei. Mit einem Airbus A400M machte sich zuvor bereits ein Vorauskommando aus knapp 40 Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 ebenfalls auf den Weg nach Incirlik. Der Bundestag hatte zuvor die Entsendung von maximal 1200 Soldaten beschlossen. Zum deutschen Kontingent gehören insgesamt sechs Tornados, ein Tankflugzeug und die Fregatte „Augsburg“.

10. Dezember : 25.000 Liter gefälschter Tequila in Klärwerk vernichtet

Es läuft: Miguel Ángel Dominguez Morales (von links) und Patricia Espinosa Cantellano lassen den falschen Tequila in eine Vergärungsanlage des Hetlinger Klärwerks strömen. Beamtinnen des Zolls (rechts) überwachen die Aktion.
Es läuft: Miguel Ángel Dominguez Morales (von links) und Patricia Espinosa Cantellano lassen den falschen Tequila in eine Vergärungsanlage des Hetlinger Klärwerks strömen. Beamtinnen des Zolls (rechts) überwachen die Aktion. Foto: Thieme
 

Knapp 25.000 Liter gefälschter Tequila werden im Klärwerk von Hetlingen (Kreis Pinneberg) im Beisein der mexikanischen Botschafterin vernichtet. Zollfahnder hatten den Branntwein nach einem Hinweis der mexikanischen Behörden am 10. Oktober im Hamburger Hafen beschlagnahmt. Untersuchungen in Berlin und Mexiko bestätigten, dass es sich bei dem Branntwein um eine Fälschung handelt. Der gefälschte Tequila mit einem Alkoholgehalt von 65,1 Prozent wird in eine Vergärungsanlage geleitet. Das dabei entstehende Klärgas soll über das betriebseigene Blockheizkraftwerk zur Stromerzeugung dienen. Um die Vernichtungsaktion zu verfolgen, ist extra eine offizielle Delegation aus Mexiko angereist.

16. Dezember: Handball-Bundesligist HSV Hamburg stellt Insolvenzantrag

Beim HSV sieht es nicht gut aus.
Im schlimmsten Fall droht das Ende des Clubs. Foto: Axel Heimken
 

Handball-Bundesligist HSV Hamburg stellt einen Insolvenzantrag. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wird Gideon Böhm bestellt. Die Verbindlichkeiten des deutschen Meisters von 2011 und Champions-League-Siegers von 2013 sollen sich bis Saisonende auf mehrere Millionen Euro belaufen. Der Spielbetrieb kann auch bei einem gestellten Insolvenzantrag weitergeführt werden. Bis Jahresende wollen die HSV-Handballer alle Spiele bestreiten.

18. Dezember: Landtag beschließt Rettungspaket für HSH Nordbank

Die Haftung, die beide Länder als Hauptanteilseigner der Bank damit je zur Hälfte übernehmen, beläuft sich auf gewaltige 16,2 Milliarden Euro.

Die Haftung, die beide Länder als Hauptanteilseigner der Bank damit je zur Hälfte übernehmen, beläuft sich auf gewaltige 16,2 Milliarden Euro.

Foto: Bodo Marks, dpa

Die HSH Nordbank muss gerettet werden. Mal wieder, könnte man fast sagen. Die gemeinsame Landesbank Schleswig-Holsteins und Hamburgs ist marode, die Grund dafür sind hochkomplex, das Rettungspaket, dass der Landtag nun abgesegnet hat ebenfalls. Es birgt für den Steuerzahler Risiken in Milliardenhöhe. Im schlechtesten Fall muss die öffentliche Hand mit 16 Milliarden Euro einspringen. Es besteht die Chance, dass der Schaden kleiner wird. Wenn der internationale Schiffsmarkt anzieht, könnten Papiere, die die Länder jetzt übernehmen, werthaltiger werden. Eintrittswahrscheinlichkeit: ungewiss.

21. Dezember: Urteil im Prozess um den Doppelmord von Haale

Die Verteidigung des Doppelmörders von Haale legt Revision ein.
Die Verteidigung des Doppelmörders von Haale legt Revision ein. Foto: Wolfgang Runge

Es war ein Verbrechen, das wegen seiner Grausamkeit eine ganze Region erschütterte: Am 18. November 2014 wurden zwei Frauen auf einem Pferdehof brutal ermordet. Einem Opfer wurde zunächst die Kehle durchgeschnitten, bevor die Frau erschossen und angezündet wurde. Ins Visier der Polizei geriet bereits kurz nach der Tat ein 29-Jähriger, der mit den Frauen wegen eines Autokaufes in Streit geraten war. Am Ende eines Indizienprozesses wird er zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Mann bestreitet die Vorwürfe. Seine Verteidigung kündigt den Gang in die Berufung an.

28. Dezember: Trauer um Lemmy Kilmister

Der Frontmann der weltbekannten Hard-Rock-Band Motörhead stirbt im Alter von 70 Jahren wenige Tage nach seinem Geburtstag am Heiligabend. Lemmy Kilmister litt an Krebs. Er hatte erst vor kurzem von der Erkrankung erfahren. Mit Motörhead war Kilmister 40 Jahre lang im Musikgeschäft erfolgreich. Die Band veröffentlichte 22 Studioalben und war regelmäßig weitweit auf Tournee. In Schleswig-Holstein wird Kilmsiter vor allem als Dauergast beim Wacken Open Air in Erinnerung bleiben. Seit 2001 trat Motörhead siebenmal in Wacken auf. Zuletzt war die Band 2014 bei dem Metalfestival dabei.

Hier finden Sie den ersten Teil unseres Jahresrückblicks.

Hier finden Sie den zweiten Teil unseres Jahresrückblicks.

Hier finden Sie den dritten Teil unseres Jahresrückblicks.

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