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Jahresrückblick Schleswig-Holstein und Hamburg : Das hat uns in SH 2015 bewegt - von Juli bis September

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Viele Flüchtlinge kommen nach Europa. Ein Panzer wird im Keller gefunden. Und in Wacken versinken die Fans im Schlamm.

1. Juli: Weltkriegspanzer in Heikendorfer Villenkeller

 

Ermittler entdecken in der Kellergarage einer Villa in Heikendorf bei Kiel einen „Panther“, einen Kampfpanzer aus dem Zweiten Weltkrieg, sowie ein 8,8-Zentimeter-Flakgeschütz. Die Bergung am nächsten Tag wird schwierig: Knapp 20 Soldaten brauchen neun Stunden allein, um den Panzer aus dem Haus zu holen und auf einen Tieflader zu schieben. Bis heute ermittelt die Staatsanwaltschaft Kiel gegen den 78 Jahre alten Besitzer wegen möglichen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Dessen Rechtsanwalt nennt den Einsatz unverhältnismäßig, da der Panzer demilitarisiert sei. Noch kurioser wurde der Fall, als das Verteidigungsministerium bestätigte, dass die Bundeswehr an dem Panzer mitgeschraubt hat.

1. Juli: Hamburg führt die Mietpreisbremse ein

Hamburg führt die Mietpreisbremse ein.
Hamburg führt die Mietpreisbremse ein. Foto: Wolfgang Kumm

Einen Monat nach Berlin führt auch Hamburg eine flächendeckende Mietpreisbremse ein. Mietsteigerungen bei Neuvermietungen sollen mit der Mietpreisbremse begrenzt werden. Auch in Schleswig-Holstein wird in Kiel und dem Hamburger Umland sowie auf den Nordseeinseln Sylt und Föhr die Mietpreisbremse eingeführt. Wenig begeistert sind die Vermieter: Der Eigentümerverband Haus & Grund kündigt im Dezember eine Klage gegen die staatliche Lenkung des Mietmarktes an.

2. Juli: Prokon-Gläubiger entscheiden sich für Genossenschaft

Viele Plätze blieben bei der Gläuigerversammlung von Prokon leer.
Viele Plätze blieben bei der Gläuigerversammlung von Prokon leer. Foto: Michael Ruff
 

Die Gläubiger der insolventen Windenergie-Firma Prokon aus Itzehoe sprechen sich mit großer Mehrheit dafür aus, das Unternehmen als Genossenschaft fortzuführen. Mehr als 80 Prozent des Anlegerkapitals stimmten für das Genossenschaftsmodell. Der Energiekonzern EnBW, der Prokon aufkaufen wollte, kommt somit nicht zum Zuge. Die Anleger verlieren zunächst einmal 40 Prozent ihres Kapitals. Das Insolvenzverfahren wird Ende des Monats aufgehoben.

5. Juli: Referendum in Griechenland

Oxi heißt Nein: Bei dem Referendum in Griechenland stimmten 61,31 Prozent gegen die Sparvorgaben der internationalen Gläubiger.
Oxi heißt Nein: Bei dem Referendum in Griechenland stimmten 61,31 Prozent gegen die Sparvorgaben der internationalen Gläubiger. Foto: Orestis Panagiotou

Wie von der Regierung gewünscht, lehnen die Griechen in einem Referendum die Sparvorgaben der internationalen Gläubiger ab. Der unter seinen europäischen Kollegen umstrittene griechische Finanzminister Yianis Varoufakis tritt zurück. Mitte August kommt es dann aber doch zu einer vorläufigen Einigung. Griechenland bekommt weitere Milliardenhilfen. Die drohende Staatspleite wird vorläufig abgewendet.

5. Juli: US-Damen werden Fußball-Weltmeister

Im Spiel gegen die USA hatte die deutsche Mannschaft um Torhüterin Nadine Angerer das Nachsehen. Deutschlands Keeperin beendete ihre aktive Karriere nach der WM.
Im Spiel gegen die USA hatte die deutsche Mannschaft um Torhüterin Nadine Angerer das Nachsehen. Deutschlands Keeperin beendete ihre aktive Karriere nach der WM. Foto: Carmen Jaspersen

Die USA gewinnen im kanadischen Vancouver mit 5:2 gegen Japan die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen. Deutschland belegt den vierten Platz. Zuvor war die Mannschaft von Bundestrainerin Silvia Neid im Halbfinale gegen die späteren Weltmeisterinnen aus den Vereinigten Staaten ausgeschieden.

12. Juli: Mozart und Brahms als Auftakt und ein großartiger Percussionkünstler als Protagonist des Schleswig-Holstein Musik Festival

Percussion-Künstler in Aktion: Michael Grubinger bei seinem Auftritt in Kiel.
Percussion-Künstler in Aktion: Michael Grubinger bei seinem Auftritt in Kiel. Foto: Carsten Rehder

Mit dem 30. Schleswig-Holstein Musik Festival beginnt ein Sommer voller Musik. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) eröffnet das Festival. Es erklingt Musik von Mozart und Brahms. Im Mittelpunkt des Festivals steht aber Peter Tschaikowsky. Das Künstlerporträt ist dem Percussionisten Martin Grubinger gewidmet. Er gibt ein Dutzend Konzerte, darunter eine große „Percussion-Party“ in Kiel und eine Bearbeitung des Balletts von Tschaikowsky „Der Nussknacker“ für Schlagwerk und zwei Klaviere. Den Zuschauern gefällt das in diesem Jahr überarbeitete Konzept offenbar gut: Das Festival feiert 2015 einen neuen Besucherrekord.

14. Juli: Historische Einigung im Atomstreit mit dem Iran.

Die UN-Vetomächte, Deutschland und der Iran konnten in Wien eine Einigung im Atomstreit erzielen.
Die UN-Vetomächte, Deutschland und der Iran konnten in Wien eine Einigung im Atomstreit erzielen. Foto: Herbert Neubauer

Nach 13-jährigem Ringen im Atomstreit einigen sich die UN-Vetomächte, Deutschland und der Iran in Wien auf ein Abkommen: Kontrollierte Reduzierung der iranischen Uranbestände gegen Lockerung westlicher Sanktionen. Der iranische Religionsführer Ali Khamenei stimmt im Oktober zu. Kritik an der Einigung kommt von der israelischen Regierung und von den Republikanern im US-Kongress.

18. Juli: Til Schweiger ruft zu Spendenaktion auf und erntet Shitstorm

Filmemmacher Til Schweiger teilt auf Facebook einen Hinweis auf eine Spendenaktion für Flüchtlinge. Daraufhin posten innerhalb kürzester Zeit Dutzende Menschen ausländerfeindliche Kommentare. Schweiger reagiert: „Oh Mann - ich habs befürchtet!! Ihr seid zum Kotzen! Wirklich! Verpisst Euch von meiner Seite, empathieloses Pack! Mir wird schlecht!!“ Der Regisseur und Schauspieler wird damit nicht nur Gegenstand einer öffentlichen Debatte über Wert und Unwert von „Shitstorms“ für die Demokratie, sondern auch zum Asylsucher-Aktivisten, der damit über Monate die Aufmerksamkeit der Republik auf sich zieht.

20. Juli: USA und Kuba nehmen diplomatische Beziehungen auf

Nach 54 Jahren nehmen die USA und Kuba wieder diplomatische Beziehungen auf und eröffnen Botschaften. Sie waren 1961, zwei Jahre nach der kubanischen Revolution, geschlossen worden. 1962 war es zwischen der Sowjetunion und den USA während der sogenannten Kuba-Krise fast zu einem atomaren Schlagabtausch wegen des Karibikstaates gekommen. Auch in den folgenden Jahrzehnten blieb das Land ein Brennpunkt des Kalten Krieges.

30. Juli: Heavy-Metal-Festival in Wacken

Bei ziemlich feuchtem Wetter startet das Wacken Open Air (WOA). Die Fans lassen sich vom Schlamm die Laune nicht verderben. Die britische Band-Legende Judas Priest begeistert Tausende bei einem der Konzerte auf dem 240 Hektar großen Gelände. Höhepunkte in dem 1800-Seelen-Dorf sind daneben die Shows von Savatage, In Flames und der Auftritt des Musikkorps der Bundeswehr. Über 75.000 Tickets wurden für das weltgrößte Heavy-Metal-Festival verkauft. Insgesamt treten rund 120 Bands auf sieben Bühnen auf. Der sh:z begleitet das WOA mit einer umfangreichen Berichterstattung - unter anderem mit einem Liveticker.

31. Juli: Vermisster Familienvater aus Drage wird tot aus der Elbe geborgen

Suchaktion am Elbufer: Nach dem Fund der Leiche eines 41-Jährigen in der Elbe, gehen Ermittler von einem Familiendrama aus.
Suchaktion am Elbufer: Nach dem Fund der Leiche eines 41-Jährigen in der Elbe, gehen Ermittler von einem Familiendrama aus. Foto: Philipp Schulze

Nach der Obduktion herrscht traurige Gewissheit: Bei einer in der Nähe von Lauenburg von Passanten entdeckten Wasserleiche handelt es sich um den Familienvater Marco Schulze aus der niedersächsischen Kleinstadt Drage. Er wurde ebenso wie seine Frau und seine elfjährige Tochter bereits seit längerem vermisst. Nach dem Fund der Leiche gehen die Ermittler der Polizei von einem sogenannten erweiterten Suizid aus. An den Körper des 41-Jährigen war ein 25 Kilo schwerer Betonklotz von einer nahen Baustelle gebunden. Fieberhaft sucht die Polizei in den nächsten Tagen und Wochen nach den beiden weiteren Familienmitgliedern. Sie bleiben aber verschwunden. Bis heute ist unklar, was mit Sylvia Schulze und ihrer Tochter Miriam geschehen ist.

3. August: Größtes Containerschiff der Welt wird in Hamburg getauft

In Hamburg wird das größte Containerschiff der Welt auf den Namen „MSC Zoe“ getauft. Der 395,40 Meter lange Frachter der Reederei MSC kann 19 224 Standardcontainer befördern. Beim Einlaufen spielen die Schiffshörner die Melodie des Films Star Wars. 2015 ist dies bereits der zweite Besuch des weltweit größten Containerschiffs im Hamburger Hafen. Als sie im Januar die Hansestadt besuchte, war noch die „CSCL Globe“ der Spitzenreiter auf den Weltmeeren.

4. August: In der Landesverrats-Affäre muss Generalbundesanwalt Harald Range gehen

Bundesjustizminister Heiko Maas (r.) und der scheidende Generalbundesanwalt Harald Range unterhalten sich im Paul-Löbe-Haus in Berlin.
Bundesjustizminister Heiko Maas (r.) und der scheidende Generalbundesanwalt Harald Range unterhalten sich im Paul-Löbe-Haus in Berlin. Foto: Kay Nietfeld

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) entlässt Generalbundesanwalt Harald Range und zieht damit die politische Notbremse in der sogenannten „Landesverrats-Affäre“. Grund waren Ermittlungen wegen Landesverrats gegen Blogger von „Netzpolitik.org“. Für dieses Vorgehen wurden die Justizbehörden stark kritisiert, weil sie als Angriff auf die Pressefreiheit gewertet wurden. Maas beugte sich der öffentlichen Kritik, geriet darüber aber in einen öffentlichen Streit mit Range. Diesen beendete der Minister mit einer sehr rigiden Entlassung des Generalstaatsanwaltes. Nachfolger wird Münchens Generalstaatsanwalt Peter Frank.

9. August: Stromausfall legt Flensburg stundenlang lahm

Bezahlte mit dem Leben: Eine Möwe legte das gesamte Stromnetz in Flensburg zwei Stunden lahm.

Bezahlte mit dem Leben: Eine Möwe legte das gesamte Stromnetz in Flensburg zwei Stunden lahm.

Foto: Staudt

Zwei Stunden geht an dem Sonntag nichts mehr in Flensburg - zumindest nichts, wofür elektrischer Strom benötigt wird. Eine Möwe legt das Stromnetz lahm, in dem sie einen Kurzschluss auslöst. Und zwar genau dort, wo die großen Überlandleitungen in das Netz der Stadtwerke eingespeist werden. Das Tier bezahlt mit dem Leben. Hunderttausend Stromkunden müssen warten, bis die Reparatur abgeschlossen ist.

13. August:  Mord an Anneli erschüttert Deutschland

Auf dem Gelände dieses Bauernhofs entdeckte die Polizei die Leiche der vermissten 17-jährigen Anneli.
Auf dem Gelände dieses Bauernhofs entdeckte die Polizei die Leiche der vermissten 17-jährigen Anneli. Foto: Arno Burgi

Die 17-jährige Anneli wird in einem Dorf bei Meißen entführt, um 1,2 Millionen Euro Lösegeld zu erpressen. Vier Tage später wird die Tochter eines sächsischen Bauunternehmers auf einem Hof ermordet aufgefunden. Zwei mutmaßliche Täter werden verhaftet.

22. August: Landwirtin aus dem Kreis Steinburg lässt die Hüllen fallen

Zwölf Monate mit zwölf Motiven: Jana Heeckt ist der Star des Kalenders.
Zwölf Monate mit zwölf Motiven: Jana Heeckt ist der Star des Kalenders. Foto: HInz

Jana Heeckt sorgt mit einem nicht alltäglichen Hobby für Aufsehen: Die 24-jährige Landwirtin aus Neuendorf-Sachsenbande bei Itzehoe nahm bereits wiederholt an erotischen Foto-Shootings teil. Meist lässt sie sich mit großen Landmaschinen ablichten. Nun stellt sie einen Kalender vor - mit nur einer einzigen Protagonistin: ihr selber. Der (Männer-)Welt gefällt´s - bis zum Jahresende hat der Auftritt der „Landwirtin aus Leidenschaft“ im sozialen Netzwerk Facebook fast 25.000 Follower.

27. August: Dutzende Tote Flüchtlinge auf Lkw in Österreich

In diesem Schleuser-LKW wurden die toten Flüchtlinge in Österreich entdeckt.  
In diesem Schleuser-LKW wurden die toten Flüchtlinge in Österreich entdeckt.   Foto: Roland Schlager

Mit diesem Fund ist die internationale Flüchtlingskrise endgültig im Herzen Europas angekommen: In einem Lastwagen werden auf einer Autobahn in Österreich die Leichen von 71 Menschen gefunden. Unter den Toten sind auch vier Kinder. Mutmaßlich haben Schleuser den Lkw mit den Flüchtlingen auf einem Seitenstreifen abgestellt. WenigeTage später werden mehrere Verdächtige durch die Polizei festgenommen.

31. August: „Wir schaffen das

„Große nationale Aufgabe“: Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin auf einer Pressekonferenz.
„Große nationale Aufgabe“: Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin auf einer Pressekonferenz. Foto: Wolfgang Kumm

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnet in Berlin bei ihrer alljährlichen Sommerpressekonferenz die Bewältigung des Flüchtlingsansturms als „große nationale Aufgabe“ und beteuert: „Deutschland ist ein starkes Land. Wir schaffen das.“ Zuvor hatte Deutschland am 25. August das sogenannte Dublin-Verfahren ausgesetzt. Danach werden syrische Flüchtlinge nicht mehr in andere EU-Transitländer zurückgeschickt. Die Bundesregierung rechnet im laufenden Jahr mit der Rekordzahl von 800.000 Flüchtlingen in Deutschland. Das teilte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Berlin mit. Zuvor war man noch von 450.000 ausgegangen. Nun wurden diese Zahlen von der Realität überholt und die Prognose deutlich angehoben: Allein im Juli kamen 79.000 nach Deutschland.

7. September: Landesbetrieb Straßenbau: 900 Millionen Euro Nachholbedarf

Eine Walze beim Straßenbau.
Eine Walze beim Straßenbau. Foto: Stefanie Paul

Für die Sanierung maroder Landesstraßen in Schleswig-Holstein hat sich nach Angaben des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr ein Nachholbedarf von 900 Millionen Euro aufgestaut. In den vergangenen zehn bis 15 Jahren seien aus Sparzwängen des Landes etwa 300 Millionen Euro weniger ausgegeben worden als eigentlich geplant. Die Folgen seien gravierend, sagt Behörden-Direktor Torsten Conradt im Rahmen einer Pressekonferenz zur Messe Nordbau. Dort sind Brücken und Brückensanierung eines der Schwerpunktthemen.

9. September: Königin Elizabeth regiert am längsten

 

Königin Elizabeth II. ist mit 63 Jahren und 216 Tagen im Amt die am längsten regierende Monarchin der britischen Geschichte. Den bisherigen Rekord hielt ihre Ur-Ur-Großmutter Queen Victoria.

9. September: Wegen Flüchtlingen keine Züge zwischen Deutschland und Dänemark

Die dänische Bahn stellt auf Anweisung der Polizei den Zugverkehr mit Deutschland vorübergehend komplett ein, weil so viele Flüchtlinge kommen. Zwischen Flensburg und Padborg rollen keine Züge mehr. Zuletzt waren täglich über 1000 Flüchtlinge über die Grenze nach Dänemark gelangt. Die neue Regierung fährt eine harte Linie in der Flüchtlingspolitik. Auch die Fähren zwischen Puttgarden auf Fehmarn und Rødby auf Lolland nehmen vorerst keine Züge mit. Viele der Flüchtlinge wollen weiter nach Schweden und stranden nun an der deutschen Grenze.

11. September: Busstreiks in Schleswig-Holstein

Zahlreiche Busse blieben durch den Streik in Schleswig-Holstein im Depot (Archivbild).
Zahlreiche Busse blieben durch den Streik in Schleswig-Holstein im Depot (Archivbild). Foto: shz.de

2015 war das Jahr der Streiks: Nach Paketboten und Lokführern sind es im Spätsommer die Busfahrer, die die Geduld der Bürger auf die Probe stellen. Am 11. September bleiben 550 von etwa 600 Bussen in den Depots, weil über 1000 Beschäftigte dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi zum Warnstreik folgen. Auch Schulbuslinien sind betroffen. Auch im Oktober kommt es zu Einschränkungen durch Warnstreiks.

11. September: 570.000 Besucher bilden Kulisse für Kreuzfahrtschiffe

Maritimer geht's nicht: Mit dem Besuch der beiden Kreuzfahrtschiffe „Queen Mary2“ und „MSC Splendida“ erreichen die „Cruise Days“ ihren Höhepunkt. Rund 570 000 Besucher vergnügen sich auf der Veranstaltungsmeile zwischen den beiden Kreuzfahrtterminals in Altona und in der Hafencity.

13. September: Nahost-Konflikt flammt wieder auf

Immer wieder ist der Tempelberg in Jerusalem Auslöser von Unruhen.
Immer wieder ist der Tempelberg in Jerusalem Auslöser von Unruhen. Foto: Jim Hollander

Vor der Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem kommt es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen palästinensischen Jugendlichen und der Polizei. Die Unruhen auf dem Tempelberg sind der Auftakt zu einer Serie blutiger Zwischenfälle im ganzen Land. In den folgenden Monaten erschüttern immer wieder Messerangriffe von Palästinensern Israel. Militär und Sicherheitskräfte reagieren ebenfalls mit Gewalt.

18. September: VW-Abgasskandal

Dunkle Wolken über Volkswagen: Der Abgas-Skandal bringt den größten deutschen Autobauer in Schwierigkeiten.
Dunkle Wolken über Volkswagen: Der Abgas-Skandal bringt den größten deutschen Autobauer in Schwierigkeiten. Foto: Julian Stratenschulte

Die US-Umweltbehörde wirft dem VW-Konzern Manipulationen bei Dieselfahrzeugen vor, um Abgasnormen zu umgehen. Weltweit sind etwa elf Millionen Autos betroffen. Aus den USA droht Schadensersatz von 18 Milliarden Dollar. Zunächst streitet Volkswagen alles ab. Doch der Druck ist zu groß: VW-Chef Martin Winterkorn tritt am 23. September zurück. Sein Nachfolger wird Porsche-Chef Matthias Müller. In den folgenden Wochen und Monaten werden immer neue Details des Skandals bekannt.

21. September: Kind mit verseuchten Spritzen gequält - Prozess gegen Mutter beginnt

Laut Anklage soll die Mutter ihrem Sohn verseuchtes Wasser gespritzt haben. (Symbolbild)
Laut Anklage soll die Mutter ihrem Sohn verseuchtes Wasser gespritzt haben. (Symbolbild) Foto: Arno Burgi
 

Vor dem Hamburger Landgericht beginnt ein Prozess gegen eine 30 Jahre alte Mutter, die ihr Kind über Monate mit verseuchten Spritzen gequält haben soll. Sie habe ihrem dreijährigen Sohn im Jahr 2013 mit Fäkalien, Speichel oder Blumenwasser vermischte Substanzen unter die Haut oder in die Blutbahn gespritzt, heißt es in der Anklage. Der Junge lag zeitweise in Lebensgefahr auf der Intensivstation. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagte unter dem sogenannten Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom leidet. Dabei macht ein Mensch einen anderen bewusst krank oder täuscht eine Krankheit vor, um Zuwendung zu erreichen. Das Gericht verurteilt die Angeklagte im Oktober zu einer fast dreijährigen Haftstrafe.

28. September: Totale Mondfinsternis über Deutschland

Der Mond leuchtete während der Mondfinsternis fast vollständig in einem rötlichen Farbton.
Der Mond leuchtete während der Mondfinsternis fast vollständig in einem rötlichen Farbton. Foto: Soeren Stache

Über Deutschland ist das seltene Schauspiel einer totalen Mondfinsternis zu sehen. Im Kernschatten der Erde leuchtet der von der Sonne angestrahlte Erdtrabant rötlich und wird in den Medien als „Blutmond“. Bei guter Sicht können viele Frühaufsteher das Himmelsspektakel gut beobachten.

29. September: Literaturkritiker Hellmuth Karasek ist tot

Der Autor und Literaturkritiker Hellmuth Karasek ist tot.
Der Autor und Literaturkritiker Hellmuth Karasek ist tot. Foto: Ingo Wagner
 

Trauer um Hellmuth Karasek: Der Literaturkritiker stirbt im Alter von 81 Jahren in Hamburg gestorben. Neben Marcel Reich-Ranicki (1920-2013) prägte Karasek über Jahre die ZDF-Sendung „Das Literarische Quartett“ und wurde so einem Millionenpublikum bekannt. Lange bestimmte Karasek auch als Kulturchef des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ das Bild der Literatur, des Theaters und der Filmkunst in Deutschland mit. Bundespräsident Joachim Gauck würdigte ihn als leidenschaftlichen Streiter und entschiedenen Anwalt der deutschen Literatur. Karasek schrieb auch selber zahlreiche Bücher, darunter Romane („Betrug“), Biografien („Billy Wilder - ein Nahaufnahme“) oder seine autobiografischen Erinnerungen „Auf der Flucht“. Unter dem Pseudonym Daniel Doppler verfasste er mehrere Theaterstücke.

30. September: Flughafen Lübeck stellt erneut Insolvenzantrag

Der Tower des Flughafens der Hansestadt Lübeck.
Der Tower des Flughafens der Hansestadt Lübeck. Foto: Carsten Rehder
 

Gut ein Jahr nach der Übernahme durch den chinesischen Geschäftsmann Yongqiang Chen ist der Lübecker Flughafen Blankensee erneut pleite. Die Betreibergesellschaft „Puren Germany GmbH“ habe einen Insolvenzantrag gestellt, erklärt Flughafengeschäftsführer Peter Steppe. Erst im April 2014 hatte die vorige Betreiberin, die Yasmina Flughafenbetriebsgesellschaft des deutsch-ägyptischen Geschäftsmannes Mohamad Rady Amar, Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde erneut der Hamburger Rechtsanwalt Klaus Pannen bestellt. Im Dezember gibt er bekannt, dass er mit möglichen Käufern verhandelt. Der Flugbetrieb soll vorerst bis Februar 2016 weiter gehen.

Hier finden Sie den ersten Teil unseres Jahresrückblicks.

Hier finden Sie den zweiten Teil unseres Jahresrückblicks.

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erstellt am 29.Dez.2015 | 17:59 Uhr

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