Jakobskreuzkraut : Das gelbe Kraut am Straßenrand ist Gift für den Honig

Foto: sh:z
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Jakobskreuzkraut vermehrt sich besonders an Straßenrändern nahezu ungehindert. Doch es produziert ein Gift, das bei Menschen Leberschäden und Krebs auslösen kann.

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06. August 2012, 07:14 Uhr

Kiel | Es wächst immer öfter an Straßenrändern, in Gärten und auf Wiesen und sieht mit seinen gelben Blüten schmuck aus - verbunden ist mit dem Jakobskreuzkraut aber eine tückische Gefahr: Es enthält ein Gift, das über die Bienen in den Honig und somit in den menschlichen Körper gelangt. Schon in kleinsten Mengen stehen die Pyrrolizidin-Alkaloide im Verdacht, Leberschäden und Krebs auszulösen. Bei freiwilligen Laboruntersuchungen von Honig aus Ostholstein fand das Bremer Labor "Intertek Food Services" bis zu 238-mal höhere Konzentrationen als das Bundesgesundheitsamt bei Pyrrolizidin-Alkaloiden in Medikamenten für unbedenklich hält.
Für Lebensmittel hingegen existieren keine verbindlichen Grenzwerte. Die EU und die Bundesrepublik würden daran arbeiten, sagt Nicola Kabel, Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums Schleswig-Holstein. Die bislang vorliegenden Daten würden allerdings noch keine ausreichenden Erkenntnisse liefern. Aus Studien gehe zudem hervor, dass ausländische Honigsorten weitaus höher mit dem Giftstoff belastet seien als einheimische. Anke Last, Vorsitzende des Landesverbands der Imker in Schleswig-Holstein und Hamburg, will den Dialog mit der Politik aufnehmen, was angesichts der Vermehrung des Jakobskreuzkrauts zu tun ist.

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