Sparpaket : Dänische Schulleiter kritisieren Regierung

Dänische Schulleiter kritisieren die Einsparungen der Landesregierung an den Schulen der dänischen Minderheit: "Jede Diskriminierung von Minderheiten ist falsch."

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30. Januar 2011, 07:05 Uhr

Dänische Schulleiter unterstützen die Kritik des Gemeinsamen Rates, des Koordinationsorgans der Dänen, an den Kürzungen von Landesmitteln für ihre Einrichtungen. "Wir bezahlen ja auch 100 Prozent der Steuern, warum kürzt man dann bei uns?", sagte Helga Light Braun, Leiterin der Schleswiger Gottorp-Skolen. Da könne man kaum anders, als auf einen Regierungswechsel zu hoffen. Am Montag hatte der Gemeinsame Rat eine Resolution verabschiedet. Darin setzt er im Kampf gegen die Kürzungen auf einen Regierungswechsel in Kiel. Die kulturelle Bedeutung gerade kleinerer Schulen betonte Ebbe Benedikt Rasmussen, Leiter der Duborg-Skolen in Flensburg. Dort hätten die Kürzungen drastische Auswirkungen: "Fällt die Schule weg, sieht man auch die Minderheit nicht mehr."
Rasmussen wünscht sich eine "völlige Zurücknahme" der Kürzungen. Seine Schule sei finanziell stark belastet, in den nächsten Jahren drohten Unterrichtsausfälle. Bücher, Computer, Projekte mit anderen Schulen, in vielen Bereichen werde man sparen müssen. Helga Bade, die Leiterin der Kaj Munk Skolen in Kappeln, hat selbst bei einem Regierungswechsel wenig Hoffnungen auf mehr Geld: "Warum sollte die nächste Regierung nicht auch sparen?" Es sollten mehr Politiker in die Schulen kommen und sich ansehen, was ihre Maßnahmen bewirken, wünscht sich Bade.
Einen Angriff auf die Zukunft sieht Mariann Petersen in den Kürzungen der Landesmittel. Die Leiterin der Dänischen Schule in Süderbrarup sieht ein gesellschaftliches Problem: "Jede Diskriminierung von Minderheiten ist falsch."
(dpa, shz)

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