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Kriminalität im Internet : Cybercrime: Angriff aus dem Netz

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Internetkriminalität kann jeden treffen: Bevorzugte Opfer gibt es bei Cybercrime nicht. Die Polizei vermutet eine hohe Dunkelziffer.

Kiel | Die eigenen Wände sind eigentlich ein Ort, in dem sich die meisten Menschen vor Betrügern und Dieben grundsätzlich sicher fühlen. Aber auch zu Hause kann man um seine Habe gebracht werden. Dafür ist nicht einmal ein Einbruch nötig. Viele Kriminelle verüben ihre Taten auf eine Weise, für die sie gar nicht persönlich vor Ort sein müssen – über das Internet.

Kriminalität durch die Telefonleitung ist im digitalen Zeitalter ein Problem, das die Polizei zunehmend beschäftigt. Beim Landeskriminalamt etwa gibt es zur Bekämpfung von Online-Verbrechen seit dem vergangenen Jahr das Sachgebiet „Cybercrime“, so lautet der englische Fachbegriff. Die Zentralstelle für Polizeiliche Prävention bei der Landespolizei legt den Fokus wiederum vor allem auf Vorbeugung. Dort beschäftigt sich etwa Polizeioberkommissar Ove Fallesen mit Internetkriminalität.

Grundsätzlich unterscheide man zwischen zwei Arten von Cybercrime: „Gegen das Internet“ oder „mit dem Internet“, erläutert Fallesen. „Mit dem Internet“ arbeiten etwa Waren- oder Kreditbetrüger, die sich das Internet und E-Mails zu Nutze machen und auf eine gewisse Leichtsinnigkeit oder Unbedarftheit ihrer Opfer setzen, um ans Ziel zu kommen. Sie arbeiten mit sogenannten Phishing-Mails, in denen sie Kreditkarten- oder Bankdaten abfragen, oder bauen Homepages, etwa von Kreditinstituten, eins zu eins nach, damit dort Login-Daten preisgegeben werden. „Dass es sich um eine Fälschung handelt, kann man häufig nur bei einer Kontrolle der Adresszeile im Browser erkennen“, so Fallesen. „Gegen das Internet“ wird dagegen vorgegangen, wenn Schadsoftware eingesetzt wird, die vom Opfer unbemerkt auf dem Rechner platziert wird und danach unerkannt im Hintergrund läuft. Trojaner sind ein Beispiel – diese Programme spähen unter anderem Daten auf dem PC des Opfers aus und verschicken sich selbstständig weiter, zum Beispiel an die Kontakte aus dem Mail-Programm des Geschädigten.

Was ist Warenbetrug?

Ein Täter verspricht arglistig, Ware zu liefern. Er liefert sie jedoch entweder gar nicht oder in minderwertiger Qualität.

Was ist Warenkreditbetrug?

Beim Warenkreditbetrug versucht ein Täter, durch arglistige Täuschung Waren ohne Bezahlung zu bekommen. Das Mittel zum Betrug besteht im Zahlungsversprechen.

Was ist Computerbetrug?

Hier wird eine Maschine und nicht ein Mensch getäuscht - zum Beispiel bei Buchungsprogrammen.

Was ist Leistungsbetrug?

Der Leistungsbetrug ist ein Betrug, bei dem der Täter eine Leistungserbringung verspricht, aber nicht erbringt. Eine Bezahlung bekommt er trotzdem.

Was ist Leistungskreditbetrug?

Ein Täter versucht, durch arglistige Täuschung Werksleistungen ohne Bezahlung zu erlangen. Das Mittel zum Betrug besteht hier im Zahlungsversprechen.

Erkennbar bevorzugte Opfer gebe es bei Cybercrime nicht: „Wer etwa Schadsoftware einsetzt, weiß ja nicht, wer am anderen Ende sitzt“, erläutert Fallesen. „Und das Internet wird schließlich von allen Bevölkerungsgruppen genutzt“, so der Polizist weiter. Auch bei den Tätern geht die Polizei davon aus, dass es Einzeltäter und auch Organisationen gibt. Dass die Verbrecher ihre Methoden theoretisch von überall auf der Welt und über Landesgrenzen hinaus einsetzen können, macht es zusätzlich schwer, regionale Brennpunkte zu bestimmen.

In Schleswig-Holstein gibt es seit dem Jahr 2007 nach Angaben von Fallesen ein Cybercrime-Aufkommen von durchschnittlich etwa 7600 Fällen pro Jahr. 2012 waren es sogar 7999. Und Fallesen gibt zu bedenken: „Es gibt ein sehr großes Dunkelfeld. Vermutlich wird eine hohe Prozentzahl der Fälle nicht angezeigt.“

Um sich vor Betrug und Datenklau im Internet zu schützen, rät er dazu, sich nicht ausschließlich auf technische Schutzeinrichtungen wie Virenscanner und Firewalls zu verlassen. „Mein Rat: Nicht nur den Rechner, sondern auch die Festplatte im Kopf einschalten“, sagt Fallesen. Was er damit meint: „Wenn man beispielsweise im Internet einkauft, sollte man einen kritischen Blick behalten. Den hat man im Ladengeschäft schließlich auch.“ Ebenso vorsichtig sollte der Umgang mit Anhängen von E-Mails erfolgen, vor allem wenn der Absender unbekannt ist. Außerdem solle vor der Eingabe von persönlichen Daten im Internet geprüft werden, ob die fragliche Seite wirklich vertrauenswürdig erscheint. Dann sichert man sich auch in den eigenen vier Wänden ein Stück weit gegen Verbrecher ab, die durch die Telefonbuchse hineinkommen wollen.

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erstellt am 28.Jan.2014 | 11:45 Uhr

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