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Tag des Deutschen Bieres : Craft-Bier von hier: Das sind Schleswig-Holsteins Mikrobrauereien

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Aus der Onlineredaktion

Abseits des Massengeschmacks hat sich in den letzten Jahren eine alternative Bierbrau-Szene etabliert. shz.de zeigt auf einer Karte, wo im Land Bier von Hand gemacht wird.

Kiel | Der Tag des Deutschen Bieres findet jährlich am 23. April statt – dieses Datum gilt als Geburtsstunde des „bayrischen Reinheitsgebot“ aus dem Jahre 1516. Wasser, Malz, Hefe und Hopfen – mehr darf ein Deutsches Bier nicht enthalten. So genannte Mikrobrauer sehen das manchmal etwas anders – aber längst nicht immer. Am liebsten kredenzen sie aus den handverlesenen Zutaten der bewährten Formel ganz neue Aromen.

Die Innovationskraft der norddeutschen Bierköche ist ungebrochen. Unsere interaktive Karte zeigt, wo die kleinen Handwerks-Brauereien in SH zu finden sind. Sollten Ihnen weitere Projekte bekannt sein, werden wir sie gerne hinzfügen.

Ihren Ursprung hat die Craft-Beer-Bewegung in Nordamerika. Seit einigen Jahren sprießen Kleinstbrauereien auch in Europa wie Pilze aus dem Boden – vor allem in Dänemark, aber auch in Hamburg und Schleswig-Holstein. Deren Getreidesaft wird handwerklich in eher kleinem Stil hergestellt und ist oft nur regional erhältlich. Natürlich soll das private Brauerzeugnis sein, gern auch exotisch und experimentell – auf jedem Fall aber soll das geschmackliche Ergebnis nichts mehr mit der Massenware profitorientierter Braukonzerne zu tun haben.

 

Eine genaue Definition von Craft-Bier-Brauereien anhand blanker Produktionszahlen erweist sich dennoch als schwierig. Holger Eichele vom Deutschen Brauer-Bund schlägt stattdessen vor, Craft Beer nach dem Geschmack zu definieren: „hopfenbetont und aromaintensiv“. Es gibt aber auch Varianten, die mit Lakritz-, Honig- oder Schokoaromen aufwarten.

Beim jüngsten Craft Beer Day in Kiel am 18. April im Kieler Legienhof konnten sich die 1.300 interessierten Bräugaumen die jüngsten Trends aus der nord- und westeuropäischen Szene einmal probeweise einverleiben. Die Bierbrauer aus Schleswig-Holstein erwiesen mal wieder besonderen Einfallsreichtum: Als große Überraschung präsentierten Thom Glas und Matthias Fehrke erstmals ein eigenes „Kieler-Woche-Bier“. Mit Hilfe von Brauer Patrick Kresztel vom Westindien-Brauhaus in Flensburg ließen sie ein „leichtes fruchtiges hopfengestopftes Pale Ale“ reifen. Etwa 3000 Liter werden während der Kieler Woche an drei Ständen ausgeschenkt. „Don’t drink and sail“ (Nicht segeln, wenn Du getrunken hast) wird auf den Gläsern stellen.

Für Furore beim Stelldichein der Bierfans sorgte auch die Ricklinger Brauerfamilie Lämmer mit ihrem Porse-Bräu. Porse (dänisch für Gagelstrauch) wurde früher in Nordwesteuropa zur Haltbarmachung von Bier verwendet. Durch das deutsche Reinheitsgebot ward der Gagel jedoch aus den Rezepten verbannt, bis die Ricklinger ihn wieder in den Braukessel legten.

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erstellt am 22.Apr.2015 | 19:38 Uhr

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