Gerhard Johannsen : Cooler Naturwissenschaftler am Herd

Gerhard Johannsen in seiner Küche.
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Gerhard Johannsen in seiner Küche.

Wie kocht ein Physiker? Nicht nach Nano-Einheiten, sondern nach Gefühl - und zum Fingerschlecken lecker. Das gilt jedenfalls für Dr. Gerhard Johannsen.

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10. Oktober 2011, 12:05 Uhr

Sein Beruf zog den gebürtigen Husumer für viele Jahre nach Süddeutschland, doch nun - als Ruheständler - ist er zurück an der Nordsee, zurück in der an diesem Abend gar nicht grauen, sondern sonnigen Stadt am Meer.
Dort am Strand wachsen Zutaten, die wohl nur wenige als Speise verarbeiten würden - zum Beispiel Queller. Kompakt, aromatisch und salzig wie das Meer schmeckt das Strandgewächs, das Johannsen zu seinem perfekt gegarten Steinbeißerfilet serviert. Nach einer frischen Note verlangt da auch das mit lauwarmer Buttermilch gestampfte Kartoffelpüree - und wird mit einigen kräftigen Spritzern Limettensaft bestens bedient.

Bei der Zubereitung am Herd kommt dann doch der coole Naturwissenschaftler durch. Durch nichts lässt sich der Husumer, der schon bei einigen Kochprofis Kurse absolviert hat, aus der Ruhe bringen. Auch nicht bei der Weißwein-Butter-Sauce, für die er in Butter gedünstete Schalotten mit Weißwein, Weißweinessig und Fischfond aufgießt und einkochen lässt. Die frische Note ist auch in seiner Apfel-Sellerie-Suppe ein Gedicht, die durch Schlagsahne auf eine angenehme Schärfe gebracht wird.
Keine Frage - die Ausstattung der kleinen Küche in seiner Husumer Wohnung korrespondiert in keiner Weise mit den Kochfähigkeiten von Johannsen. Zu gern wäre er schon deshalb im Finale dabei. "Eine neue Küche wäre eine tolle Bereicherung, zumal ich nun viel mehr Zeit zum Kochen habe", sagt Johannsen, der in Husum auch gern einen Männer-Kochclub gründen möchte. Finden sich dabei noch weitere bemerkenswerte Kochtalente, dürften in der Storm-Stadt schon bald an einigen Herden die Frauen arbeitslos werden.

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