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Elbtunnel : CDU fürchtet Verkehrschaos bei A7-Ausbau

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Ab 2014 soll die A7 zwischen Bordesholm und dem Elbtunnel ausgebaut werden. Werden die Bauarbeiten zum Verkehrschaos führen? Zumindest befürchtet das die CDU.

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2013 | 09:54 Uhr

Hamburg/Kiel | Mit dem 2014 beginnenden Ausbau der Autobahn 7 zwischen Bordesholm und dem Elbtunnel droht nach Ansicht der oppositionellen CDU in Hamburg und Schleswig-Holstein ein Verkehrschaos. Schuld seien die untätigen Landesregierungen, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Hamburger CDU-Fraktion, Klaus-Peter Hesse, am Donnerstag. Sie ignorierten die Probleme, die in den kommenden Jahren an der stark befahrenen Strecke auf angrenzende Gemeinden und Autofahrer zukommen würden.
Eingeengte Fahrstreifen, reduzierte Geschwindigkeit und mehr Unfälle werden nach Überzeugung der CDU zu mehr Staus führen. Autofahrer würden sich Ausweichstrecken suchen. "Für solche Fälle muss man vorsorgen", forderte der Sprecher für die Gemeinden an der A7, Klaus Hensel, Stadtrat in Quickborn. Eine Sprecherin der Hamburger Verkehrsbehörde betonte angesichts der Vorwürfe: "Gemeinsam mit den Hamburger Fachdienststellen, dem Umland, Verbänden und Initiativen wird rechtzeitig vor den geplanten Bauarbeiten an der A7 ein leistungsfähiges Verkehrsleit- und Informationskonzept entwickelt."

Vorschläge von Park & Ride bis Smartphone-App


Der schleswig-holsteinische CDU-Abgeordnete Volker Dornquast stellte noch einmal fest: "Wir sind absolute Befürworter dieses Autobahn-Ausbaus." Doch es fehle an vorausschauendem Management. Die Christdemokraten hätten deshalb viele Lösungsvorschläge erarbeitet: Notwendig seien unter anderem mehr Park & Ride-Parkplätze, Shuttlebusse und zusätzliche Bahnverbindungen.
Ein länderübergreifendes Leitsystem könne den Verkehr zudem frühzeitig um Hamburg herumlenken. Eine eigene Internet-Seite und eine Handy-App sollten Pendler über Behinderungen informieren und Alternativen aufzeigen. Auch müssten seitens der öffentlichen Hand Vertragsstrafen eingeführt werden, wenn Unternehmen ihre Bauzeiten nicht einhalten. Verstärkte Kontrollen sollten dafür sorgen, dass der Schwerlastverkehr nicht auf unerlaubte Strecken abseits der A7 ausweiche.

Gemeinsame Planungs- und Koordinierungsstelle gefordert


Das SPD-regierte Hamburg und Schleswig-Holstein mit seiner Koalition aus SPD, Grünen und SSW müssten dabei ganz eng zusammenarbeiten. "Im Moment ist die Kommunikation suboptimal", sagte Hesse. Man brauche eine gemeinsame Planungs- und Koordinierungsstelle, in der Vertreter von Behörden, öffentlichem Nahverkehr und Hafenwirtschaft sitzen.
Im Kieler Verkehrsministerium hieß es, man wundere sich über die Kritik der Christdemokraten. Schließlich sei die Vorbereitung der Bauarbeiten noch in einem einst CDU-geführten Verkehrsministerium geschehen.Die mehr als 960 Kilometer lange A7 ist die längste Autobahn Deutschlands und die wichtigste Nord-Süd-Verbindung zwischen Skandinavien und Zentraleuropa. Auf einem Abschnitt von 65 Kilometern soll die Fahrbahn breiter werden. Geplant sind sechs statt vier Spuren, teilweise soll es sogar acht Spuren geben. Nach Angaben der Hamburger CDU werden die Arbeiten im Norden mindestens bis 2020 andauern - es seien teilweise sogar Belastungen bis 2028 zu befürchten. Finanziert wird die Maßnahme vom Bund, es ist ein sogenanntes ÖPP-Projekt (Öffentlich-Private Partnerschaft).
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