Camping : Camping - so dänisch wie möglich

Verweilen einige Tage auf 'Camping Mitte', bevor es nach Kroatien weiter geht. Foto: Metzger
Verweilen einige Tage auf "Camping Mitte", bevor es nach Kroatien weiter geht. Foto: Metzger

Die Anfahrt dauert meist nur eine halbe Stunde: Beim Camping in Deutschland schätzen die Dänen vor allem günstige Preise.

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12. Juni 2008, 02:31 Uhr

Die Dänen lieben es, in Deutschland zu campen. Auf dem Platz "Camping Mitte", der in Medelby nur einen Katzensprung von der deutsch-dänischen Grenze entfernt liegt, sind 80 Prozent der Gäste dänisch. Die Dänen kommen hierhin, weil sie zum einen Ruhe und Frieden haben wollen, zum anderen lockt jedoch auch der Preis. Hans und Edith Hjuler aus Apenrade haben ihre Zelte auf "Camping Mitte" aufgeschlagen. Ihr nagelneuer Wohnwagen steht die ganze Saison über auf diesem Platz.

"Natürlich ist der gute Preis der Hauptgrund, warum wir uns für Camping in Deutschland entschieden haben. Aber natürlich ist es für uns auch wichtig, dass hier viele Dänen hinkommen und dass es ein sauberer Campingplatz ist. So etwas findet man zu Hause in Dänemark nicht so schnell", meint das Rentnerehepaar.
"Die Dänen möchten es auch im Ausland so dänisch wie möglich haben"

Auf "Camping Mitte" hat man sich auf die dänischen Gäste eingestellt. "Wir sprechen hier dänisch", meint einer der Besitzer, Thomas Bjerringgaard Jensen. Überhaupt ist der Fünf-Sterne-Campingplatz sehr dänisch ausgerichtet - und zwar bewusst. "Die Dänen möchten es auch im Ausland so dänisch wie möglich haben - allerdings nur zu deutschen Preisen", meint Schwager Karl-Heinz Mayers-Bjerringgaard.

Das Angebot des Platzes im Kreis Schleswig-Flensburg ist riesig: Wellness, Sauna und eine Schwimmhalle gehören zum Standard. Auch ein kleines Bistro und viele In-und Outdoor-Spielmöglichkeiten für Kinder gibt es."Wir müssen ausreichend Angebote haben, um für die dänischen Camper attraktiv zu bleiben. Die Dänen sind da anders als die Deutschen. Wenn es ihnen irgendwo nicht mehr gefällt, packen sie ihre Zelte zusammen und ziehen weiter. Eine deutsche Familie bleibt in der Regel eine Woche bei uns, eine dänische hingegen meist nicht länger als vier Tage", sagt Karl-Heinz Mayers-Bjerringgaard.
"Dänische Camper sind um einiges besser organisiert als die deutschen"

"Camping Mitte" ging als erster Campingplatz in der Europäischen Union eine Partnerschaft mit der Dänischen Camping Union (DCU) ein. 173.000 Mitglieder hat die DCU derzeit - nicht ganz unbedeutend für den deutschen Campingplatz. "Dänische Camper sind um einiges besser organisiert als die deutschen. Sie haben Vereinszeitungen und große Campingmessen, daher ist es auch viel leichter, in Dänemark Werbung zu machen", erzählt Thomas Bjerringgaard Jensen.

Auch John Kindstad, Jørgen und Hanne Thorning sowie Anita Hey haben von "Camping Mitte" in einer Camping-Zeitung erfahren. "Wir sind schon ein paar Mal zusammen mit anderen Campern aus der DCU hier gewesen", erzählen die Vier, die sich gerade auf dem Weg in den Urlaub nach Kroatien befinden. "Wir wollen im Moment eine kleine Pause einlegen und einen Abstecher zur "Landesgartenschau" nach Schleswig machen. Danach werden wir unsere Tour fortsetzen", erzählt Anita Hey.
"Die Gäste sollen auch ein wenig von der Umgebung kennen lernen"

Für den Campingplatz ist die Zusammenarbeit mit der DCU äußerst wichtig. "Manches Mal kommt der Verband mit 20 bis 30 Wohnwagen auf einmal", meint Karl-Heinz Mayers Bjerringgaard. Dass man auf einem Fünf-Sterne-Campingplatz alles anbieten müsste, meinen die beiden Besitzer nicht.

"Die Gäste sollen auch ein wenig von der Umgebung und dem Örtchen Medelby kennen lernen. Wir haben hier zum Beispiel kein richtiges Restaurant und auch nur einen ganz kleinen Tante-Emma-Laden. Daher erkunden viele Gäste automatisch die lokalen Örtlichkeiten und gehen ins Dorf. Für uns ist das sehr wichtig, denn so profitieren auch die Medelbyer von dem Campingplatz und den vielen Gästen", sagt Thomas Bjerringgaard.

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