Von Flensburg in die Ostsee : Bye Bye Buckelwal - oder doch nicht?

Einem Buckelwal gefällt es einfach zu gut in der Ostsee. Am Donnerstag war er schon nördlich des Kleinen Belts. Am Freitag war er schon wieder umgekehrt - und wurde bei der dänischen Insel Brandsö gesichtet.

shz.de von
18. Juli 2014, 17:46 Uhr

Stralsund | So ganz will sich einer der beiden Buckelwale nicht von der Ostsee verabschieden. Nachdem er am Donnerstag bereits nördlich des Kleinen Belts gesichtet worden war, gingen am Freitag wieder Meldungen aus südlicheren Regionen ein. Der Wal wurde gegen Mittag bei der dänischen Insel Brandsö gesichtet.

Das Tier war am 15. Juli an der Meerenge bei Middelfart beobachtet worden, am Donnerstagabend dann nördlich des Kleinen Beltes bei Bogense (Insel Fünen). Dort sei das Tier über vier Stunden beobachtet worden, darunter auch bei Ruhephasen, die offenbar einer ausgiebigen Mahlzeit folgten. Das sagte der Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Harald Benke, am Freitag. Wo sich der zweite Buckelwal aufhält, sei bislang unklar.

Beide Tiere waren gemeinsam am 7. Juli von der Besatzung eines Zollbootes in der Flensburger Förde gesichtet worden. Einer der beiden Giganten hatte sich bereits Ende Juni vor Polen aufgehalten. Walforscher bezeichneten die gleichzeitige Sichtung von zwei Buckelwalen in der Ostsee als Sensation. Als Irrgäste sind die Meeressäuger offenbar Fischschwärmen in die Ostsee gefolgt. Bislang sind nur vier Buckelwal-Sichtungen in der deutschen Ostsee dokumentiert: 1766, 1878, 2003 und 2008.

Experten zufolge können Buckelwale eine Weile in der Ostsee leben, müssen aber irgendwann den Ausgang in die Nordsee finden. Sie bräuchten die arktischen Gewässer, um sich satt zu fressen und ihrem normalen Sozialverhalten nachgehen zu können, sagte Benke.

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