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Neubau bei Bad Segeberg : Bundesverwaltungsgericht muss über A20 entscheiden

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Der Bau der neuen A20 bei Bad Segeberg sorgt für Zündstoff. Ein Teilstück soll am sensiblen Gebiet der Segeberger Kalkberghöhlen vorbei führen. Naturschützer fürchten um den Bestand der riesigen Fledermauspopulationen.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2013 | 15:56 Uhr

Bad Segeberg | Der Streit über ein zehn Kilometer langes Teilstück der neuen Autobahn 20 im Raum Bad Segeberg beschäftigt seit heute das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Kläger gegen das Land Schleswig-Holstein sind die Umweltschutzorganisationen BUND und Nabu sowie Gemeinden und Privatleute.

Die Umweltschützer sehen den Bestand eines europaweit bedeutenden Fledermausvorkommens gefährdet. In den als Fauna-Flora-Habitat (FFH) ausgewiesenen und damit streng geschützten Segeberger Kalkberghöhlen leben bis zu 20.000 Fledermäuse aus 15 Arten, die hier ihr Winterquartier beziehen. Das Gebiet gilt als das größte Fledermausrevier Deutschlands. „Es sind sich wohl alle im Saal einig, dass dies ein bedeutendes Habitat ist“, sagte der Vorsitzende Richter des 9. Senats, Wolfgang Bier, zu Beginn der Verhandlung.

Strittig ist, ob die vom Land geplanten Maßnahmen ausreichend sind, um die Fledermäuse auf ihren Flugrouten zu den Kalkberghöhlen zu schützen. Die Vertreter der beiden Umweltschutzverbände bezweifeln das. Er befürchte erhebliche Auswirkungen auf die Höhlen, sagte Stefan Lüders von der Landesstelle Fledermausschutz und -forschung. „Wir hoffen auf einen Gerichtsentscheid zur Verlegung der Autobahn-Trasse“, sagte er am Rande des Prozesses.

Der Gutachter des Landes, Ulrich Mierwald, betonte, man gehe davon aus, dass in diesem Gebiet überall Fledermäuse seien und wolle deshalb Schutzmaßnahmen an geeigneten Stellen errichten. Die Naturschützer wie auch das Bundesamt für Naturschutz meinen hingegen, dass das Fledermausaufkommen und vor allem die Hauptflugrouten der Tiere vom Land nicht detailliert genug erforscht wurden, um tatsächlich effektiven Schutz zu gewährleisten.

Seine Entscheidung über den Streit will das Gericht am 6. November verkünden.

Die Küstenautobahn A20 ist die Verlängerung der Ostseeautobahn, des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 10. Sie soll Deutschlands Nord- und Ostsee-Regionen näher zusammenbringen und besser an das westdeutsche und europäische Verkehrsnetz anbinden. Fertiggestellt sind derzeit rund 340 Kilometer vom Autobahndreieck Uckermark in Brandenburg über Rostock und Lübeck bis Bad Segeberg. Das strittige Teilstück gehört zur Nord-West-Umfahrung Hamburg.

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