Westküste : Bundesbehörde gibt grünes Licht für Bürgernetz

Die Bürger im Norden dürfen sich über eine eigene Netzgesellschaft am Bau der geplanten 380 000-Volt-Leitung an der Westküste beteiligen.

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20. November 2012, 10:33 Uhr

Breklum | Die Bürger im Norden dürfen sich über eine eigene Netzgesellschaft am Bau der geplanten 380 000-Volt-Leitung an der Westküste beteiligen. Wie der Mit-Initiator des Beteiligungsprojekts Hans-Detlef Feddersen gestern auf einem Kongress in Berlin sagte, habe die Bundesnetzagentur erklärt, dass sie "keine regulatorischen Hindernisse" für eine solche Einbeziehung der Bürger sehe. Auch der Netz betreiber Tennet sei dazu prinzipiell bereit, wolle aber selbst mindestens 25 Prozent an der Gesellschaft halten.

Derzeit stocken die Gespräche mit Tennet allerdings. Daher wird sich die Gründung der Bürgernetzgesellschaft ins nächste Jahr verschieben. "Wir werden im ersten Quartal 2013 an den Start gehen", sagte Feddersen. Ursprünglich sollte das Projekt dieses Jahr aus der Taufe gehoben werden. Feddersen und seine Mitstreiter der Arbeitsgemeinschaft Netz aus dem nordfriesischen Breklum wollen 80 Millionen Euro Eigenkapital für den Bau der 200 Millionen Euro teuren Leitung einsammeln - bis zu drei Vierteln davon von Bürgern, Windparks oder lokalen Firmen.

Tennet würde die neue Leitung dann von der Netzgesellschaft pachten und betreiben. Wie hoch die Pacht wäre, ist noch unklar. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), der Bürgernetze ebenfalls befürwortet, schlug fünf Prozent Rendite vor. Feddersen und Co. denken an bis zu acht Prozent. Tennet als Betreiber erhält kraft Gesetzes neun Prozent des investierten Kapitals als Verzinsung.

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