Atommüll am Elbehafen : Brunsbüttel fürchtet Castor-Proteste

Zwischenlager am Kernkraftwerk Brunsbüttel. Der Bau ist für 80 Castoren ausgelegt. Foto: sh:z
Zwischenlager am Kernkraftwerk Brunsbüttel. Der Bau ist für 80 Castoren ausgelegt. Foto: sh:z

Technisch sei der Umschlag von Castoren im Brunsbütteler Hafen kein Problem, sagt Geschäftsführer Schnabel. Doch er fürchtet die Proteste.

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13. April 2013, 10:49 Uhr

Brunsbüttel | Die vorübergehende Einlagerung von 21 Castoren mit hochradioaktivem Material aus der Wiederaufbereitungsanlage im britischen Sellafield scheint zwar zunächst für Brunsbüttel vom Tisch. Doch die Skepsis bleibt. Nach derzeitigem Stand wäre der privat betriebene Elbehafen von Brunsbüttel Ports die Umschlagstation vom Schiff auf die Schiene zum zwei Kilometer entfernten Zwischenlager am Kernkraftwerk. Geschäftsführer Frank Schnabel ist darüber nicht recht glücklich. Grundsätzlich, sagt er, sei es sicher kein Problem, die gefährliche Fracht anzulanden. Was ihm aber nicht behagt, sind die unvermeidlichen Protestaktionen, die dann zu erwarten wären. Die, so Schnabel, könnten den übrigen Hafenbetrieb lahm legen. So ist beispielsweise die Hamburger Kupferhütte Aurubis auf die täglichen Lieferungen vom Elbehafen angewiesen. Ausfälle könne sich der Hafen im Interesse seiner Kunden nicht erlauben.

"Es gibt keine fachlichen oder sachlichen Gründe, warum die Castoren nach Brunsbüttel und nicht nach Gorleben gebracht werden sollen", betont der Brunsbütteler FDP-Landtagsabgeordnete Oliver Kumbartzky. "Lediglich politische Gründe sprechen dafür, so vorzugehen: Denn die Grünen verlieren im Bund ihr Gesicht, wenn sie den Transport weiterer Castoren nach Gorleben zulassen." Fazit des Liberalen: "Die Interessen der Brunsbütteler Bevölkerung werden auf dem Altar grüner Eitelkeiten geopfert."

In diese Kerbe schlägt auch Jens-Christian Magnussen. Der Brunsbütteler CDU-Landtagsabgeordnete kritisiert: "Mit den Gefühlen der Menschen in der Region darf man nicht spielen! Eine Bürgerbeteiligung ist bei einem derartigen Thema oberstes Gebot und absolute Pflicht." Und: Emotionsschürende Ankündigungen zu Einlagerungen ohne Abstimmung mit Region und Betreiber, ohne Abstimmung zu den Betriebsgenehmigungen seien kein Zeichen "eines verantwortungsbewussten Ministeriums".

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