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Mehrkosten und Kunden-Ärger : Brückensperrung bedroht Busreisen

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Für ein Busunternehmen in Schuby ist die Sperrung der Rader Hochbrücke in Ärgernis. Der Umweg bringt die Reiseplanungen gen Süden völlig durcheinender.

shz.de von
erstellt am 03.Aug.2013 | 04:44 Uhr

Schuby | "Man hat das Gefühl, man wird hier abgekoppelt." Hildegard Bölck, Seniorchefin des gleichnamigen Reisedienstes in Schuby, ist verärgert. Denn die Vollsperrung der Rader Hochbrücke wirkt sich massiv auf ihr Unternehmen (35 Reisebusse, jährlich 30.000 Kunden, mehr als 50 Busfahrer) aus. Ohne Vorwarnung hatte der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr die marode Brücke nicht nur für Lkw, sondern auch für Busse über 7,5 Tonnen sperren lassen.
"Wir wurden völlig überrascht", erklärt Junior chef Rüdiger Bölck (49), der die Abläufe im Betrieb plötzlich neu organisieren musste. So bedeutet die Umleitung durch den Rendsburger Kanaltunnel eine längere Fahrzeit von 45 Minuten. Dies klingt harmlos, ist aber für einen straff organisierten Reisebus-Fahrplan gravierend, da die Fahrer dadurch zunehmend Probleme mit ihren Lenkzeiten bekommen. "Bei unseren Reisen gen Süden haben wir zwischen Nürnberg und München feste Hotels für die Zwischenübernachtungen. Das sind etwa 750 Kilometer von hier, mehr schaffen unsere Fahrer in ihrer zehnstündigen Lenkzeit nicht", erklärt Bölck und schildert, wie die fast stündliche Verzögerung zu Problemen bei den Reisen führt. So musste sich ein Busfahrer auf der Rücktour vom Bayerischen Wald in Soltau (Niedersachsen) von einem Kollegen ablösen lassen, der ihm von Schuby aus entgegengefahren war. Der Stammfahrer übernachtete dann in Soltau und startete am nächsten Tag mit einem neuen Reisebus, den wiederum ein Kollege frühmorgens von Schuby nach Soltau gelenkt hatte. Bölck: "Das sind alles zusätzliche Kosten."

Ärger über weitere Baustellen

Doch es sind nicht nur die zusätzlichen Kosten und die Mehrarbeit, die dem Reisedienst zu schaffen machen. Auch die Kunden sind durch die Veränderungen und späteren Abfahrtzeiten verun sichert. Sind sie es doch gewohnt, von bestimmten Haltestellen und zu festen Zeiten abgeholt zu werden. Viele Reisegäste rufen im Büro an, wollen wissen, was mit ihrem Bus ist. Hildegard Bölck: "Die sind einfach verärgert über die Veränderung."
Dabei wäre alles nicht so schlimm, wenn es nicht die Baustellen samt Ampeln auf der Umleitungsstrecke geben würde. So ist die Brückensanierung am Kreisel bei Jagel ein ebenso großes Hindernis wie die gesperrte Oströhre im Rendsburger Tunnel. "Hätten wir die Baustellen nicht, würde die Umleitung nur zehn Minuten ausmachen."
Für Bölck eine Fehlplanung der zuständigen Behörden, da der schlechte Zustand der Rader Hochbrücke schon länger bekannt sein soll. Auch versteht er nicht, warum die Vollsperrung auch für Busse gilt. "Ein Lkw ist 40 Tonnen schwer, ein Reisebus nur 18 Tonnen. Da würde doch für Busse eine Tempo-Reduzierung auf 40 km/h aus reichen."

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