Betriebsversammlung der Post : Briefkästen im Norden bleiben leer

Insbesondere in Hamburg und im Hamburger Umland werden am Dienstag keine Briefe und Pakete zugestellt. Foto: dpa
Insbesondere in Hamburg und im Hamburger Umland werden am Dienstag keine Briefe und Pakete zugestellt. Foto: dpa

In den norddeutschen Haushalten bleiben im Zuge des Tarifkonflikts bei der Deutschen Post am Dienstag viele Briefkästen leer. Betroffen sind vor allem Hamburg und das Hamburger Umland.

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21. September 2009, 11:01 Uhr

Am Dienstag (22. September) werden in weiten Teilen Hamburgs weder Briefe noch Pakete zugestellt, wie die Gewerkschaft Verdi am Samstag ankündigte. Verdi-Landesfachbereichsleiter Wolfgang Abel bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Rund 960.000 Haushalte in Hamburg und im Hamburger Umland sind laut Verdi betroffen. Nur die Stadtteile südlich der Elbe sollen Post bekommen. In Lübeck gab es bereits am (heutigen) Samstag Einschränkungen bei der Zustellung.
Die Briefkästen in Hamburg bleiben am Dienstag wegen einer Betriebsversammlung leer, die zu den Sparplänen der Post einberufen wird, heißt es in der Mitteilung. Nach der Versammlung wollen die Beschäftigten einen Demonstrationszug in die Hamburger Innenstadt organisieren. "Der Postvorstand, der Millionengehälter für sich beansprucht, sollte lieber innovative Konzepte zur Umsatzsteigerung für den erstklassigen Briefbereich konzipieren, statt ständig zweitklassige Crashstrategien gegenüber den Bürgern und Beschäftigten zu praktizieren", kritisierte Abel.
Die Deutsche Post will unter anderem die Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 40 Stunden erhöhen, die geplante Tariferhöhung von drei Prozent verschieben sowie Sondertarife für neue Mitarbeiter auf dem Niveau von Mindestlöhnen einführen. Dagegen regt sich starker Protest bei den Mitarbeitern, die zu 80 Prozent Mitglied der Gewerkschaft ver.di sind. Abel kritisierte die geplanten Sparmaßnahmen angesichts der Milliongewinne der Post im Briefgeschäft als unverständlich. "Wer angesichts der Millionengewinne seit Monaten öffentlich zum Bruch erst im letzten Jahr abgeschlossener Tarifverträge aufruft, darf sich über Proteste der Beschäftigten nicht wundern."

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