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Altenheime und Hotels : Brandmelde-Anlagen: Bei Fehlalarm kann es teuer werden

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Feuerwehren in SH stellen ihre Einsätze bei Seniorenheimen oder Hotels in Rechnung – eine Reaktion auf schlechte Wartung.

Garding/Schleswig | Wenn die Brandmeldeanlage eines Seniorenheims oder eines Hotels anschlägt, dann rennen die Feuerwehrleute los. „Das bedeutet für uns immer Vollalarmierung“, sagt Ranjet Biermann, Bürgermeister der Stadt Garding in Nordfriesland. „Dann rücken neben der Freiwilligen Feuerwehr Garding auch die Nachbarwehren mit aus.“ Dass es sich dabei um einen Fehlalarm handelt, das kann einmal passieren. Aber: Im Einsatzgebiet von Garding sei es jüngst mehrfach zu Fehlalarmen in Altenheimen, Hotels oder Einzelhandelsgeschäften gekommen. Stets seien dieselben, oftmals schlecht gewarteten Meldeanlagen die Auslöser gewesen.

Darauf will Garding jetzt reagieren. Die Stadtvertretung hat beschlossen, dass bei einem Fehlalarm eine Gebühr von 150 Euro erhoben werden kann. Dazu haben die Kommunen als Träger der Feuerwehren das Recht, informiert Holger Bauer, Sprecher des Landesfeuerwehrverbandes in Kiel. Bauer betont aber ausdrücklich: „Es geht hierbei nicht um die Rauchmelder in der Wohnung – hier bleibt ein Fehlalarm stets gebührenfrei.“

Vielmehr geht es um die Brandmeldeanlagen, die in der Regel direkt bei der Rettungsleitstelle einen Alarm auslösen. „Und solche Brandmeldeanlagen sind prüfpflichtig“, sagt Gardings Bürgermeister Biermann. „Mit der Gebühr wollen wir mit leichtem wirtschaftlichen Druck genau an diese Pflicht erinnern.“ Die Tarifordnung der Stadt Garding werde jetzt entsprechend erweitert, sagt Jochen Guhlke, Fachbereichsleiter des Amtes Eiderstedt und zuständig für das Feuerwehrwesen.

Nach Einschätzung von Sönke Schloßmacher (44), Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr in Schleswig, ist es in den meisten Städten und Gemeinden üblich, Gebühren für Fehlalarme zu erheben. „Die Höhe der Tarife allerdings regelt jede Kommune selbst“, sagt dazu Fachbereichsleiter Guhlke.

In Schleswig werde diese nach Aufwand berechnet, sagt Schloßmacher. „Das kann bis zu 800 Euro gehen.“ Das Gros der Fehlalarme in Schleswig geht tatsächlich auf das Konto von Brandmeldeanlagen, so der Wehrführer. Etwa 370 Mal sei die Feuerwehr in Schleswig im vergangenen Jahr alarmiert worden, davon 60 Mal durch Meldeanlagen oder Rauchmelder, allein 35 Fehlalarme gingen auf das Konto von Brandmeldeanlagen, „zumeist in öffentlichen Einrichtungen“, sagt Schloßmacher.

Für Gardings Bürgermeister Ranjet Biermann (47), der im Hauptberuf Architekt ist und sich im Zusatzstudium zum Sachverständigen für vorbeugenden Brandschutz ausgebildet hat, haben die Gebühren folgenden Sinn: „Es geht darum, die Zahl der Fehlalarme zu minimieren.“ Nicht nur, damit ein von der Meldeanlage ausgelöster Alarm stets als höchster Ernstfall betrachtet wird. Biermann: „Unsere Feuerwehrkräfte sind Ehrenamtler und bringen eine hohe Leistung. Und zu viele Fehlalarme machen dieses Ehrenamt kaputt.“

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erstellt am 27.Sep.2014 | 11:54 Uhr

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