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Flüchtlingshaus : Brandanschlag in Escheburg: Nachbar festgenommen

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Vor zehn Tagen flog ein brennender Kanister in eine Flüchtlingsunterkunft. Ein 37-Jähriger soll ihn geworfen haben.

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2015 | 15:48 Uhr

Escheburg | Nach dem Brandanschlag auf eine noch unbewohnte Asylbewerberunterkunft in Escheburg (Kreis Herzogtum Lauenburg) hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Der 37-Jährige sollte aller Voraussicht nach noch am Donnerstag oder aber am Freitag einem Haftrichter vorgeführt werden, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Der Mann - er ist ein unmittelbarer Nachbar der Unterkunft - steht unter dringendem Verdacht, am 9. Februar einen Brandsatz in das Gebäude geworfen zu haben.

An dem Montag flog gegen 13.15 Uhr ein Kanister Verdünnung, der mit brennenden Stoffstreifen präpariert war, in das Haus. Am folgenden Tag sollten eigentlich sechs Asylbewerber aus dem Irak in das Holzhaus einziehen. Das Amt hatte das Holzhaus extra dafür für mehr als 300.000 Euro angekauft. Der Schaden wurde auf 20.000 Euro geschätzt, in wenigen Wochen soll alles neu bezugsfertig für die Asylbewerber sein. Die Lübecker Staatsanwaltschaft setzte 10.000 Euro Belohnung für Hinweise aus.

Waren mehrere Nachbarn für die Tat verantwortlich? Darüber wurde in den vergangenen Tagen viel spekuliert. „Wir gehen derzeit von einer Einzeltäterschaft aus“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Lübeck, Ralf-Peter Anders. Alle vorliegenden Indizien deuteten auf den Mann. Er wurde bereits von der Polizei vernommen. Ein Geständnis legte er nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht ab.

Ermittler stellten DNA-Spuren des Verdächtigen an der Verschlusskappe eines Kanisters sowie an einem abgebrannten Streichholz fest - beides lag vor einem beschädigten Fenster der Unterkunft. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, das Ermittlungsverfahren „in kürzester Zeit zum Abschluss“ bringen zu wollen. In das Haus in Escheburg sollten ursprünglich am Tag nach dem Brandanschlag sechs irakische Flüchtlinge einziehen.

 

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